Volkswagen: Neues Werk für Trinity-Modell auf der Kippe

Der neue VW-Chef räumt weiter auf - und Pläne für ein neues Werk für das Trinity-Modell in Wolfsburg wohl ab. Nach dem Aus für das automatisierte Fahren mit Argo AI und dem Aufschub für die Performane-Stromer von Porsche und Audi im Zuge der Software-Probleme wäre das ein weiterer Tiefschlag.

Schatten über Trinity: Das komplett neue Modell von VW auf der neuen Plattform verzögert sich in der Abfahrt, ein geplantes Werk steht offenbar auf der Kippe. | Foto: Volkswagen
Schatten über Trinity: Das komplett neue Modell von VW auf der neuen Plattform verzögert sich in der Abfahrt, ein geplantes Werk steht offenbar auf der Kippe. | Foto: Volkswagen
Johannes Reichel

Der neue VW-Chef Oliver Blume scheint weiter aufzuräumen: Nach einem Bericht des manager magazins steht jetzt auch das vom Vorgänger Herbert Diess geplante neue Werkt für das Trinity-Modell in Wolfsburg auf der Kippe. Es gebe zwar noch keinen formalen Beschluss, allerdings habe Blume gegenüber Vertrauten verdeutlicht, dass das seine Linie sei. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Insider, zwar sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, es werde aber erwogen, ob man den geplanten Neubau kassiert. Die Manager hätten intern um Geduld gebeten, die Pläne würden aktuell überarbeitet, Entscheidungen müssten in enger Absprache mit den Arbeitnehmern treffen. Zuvorderst müssen die Entscheidungen über das weiter schwelende Problemthema Software und den Zuschnitt der Plattformen getroffen werden. Insgesamt wird sich der Start des Trinity-Modells auf der MEB-Nachfolgeplattform wohl von 2026 auf 2030 verzögern, wie das Magazin berichtet. Die neue Softwareplattform werde erst 2029 statt 2026 zur Verfügung stehen, was auch den Modellen E-Macan von Porsche sowie dem Audi Q6 e-tron auf Basis des SSP eine Verzögerung einbrockt. Das Werk sollte eigentlich ab Frühjahr 2023 neben dem Stammwerk in Wolfsburg errichtet werden, eingeplant waren zwei Milliarden Euro. Jüngst hatte Blume zudem den Stecker gezogen bei der Kooperation zum automatisierten Fahren mit Argo AI und Ford, wobei 1,9 Milliarden Euro abgeschrieben wurden.

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