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Volkswagen lockt Vorbucher des ID.3

Mit Start des "Pre-Booking" können sich Interessenten registrieren für einen frühen Produktionsslot - gegen Gebühr von 1.000 Euro. Dafür bekommt man eine limitierte Sonderedition - und zapft ein Jahr lang kostenlos Strom.

VW macht ernst: Der VW namens ID.3 geht in den Verkauf, in drei Versionen, vier Farben und als gut ausgestattetes Sondermodell. | Foto: VW
VW macht ernst: Der VW namens ID.3 geht in den Verkauf, in drei Versionen, vier Farben und als gut ausgestattetes Sondermodell. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Der Automobilhersteller Volkswagen hat in Europa das sogenannte Pre-Booking für das erste Modell seiner neuen vollelektrischen ID. Familie, das jetzt ID.3 genannte Kompaktfahrzeug, gestartet. Ab sofort können sich Interessenten gegen einen Betrag von 1.000 Euro Anzahlung für einen frühen Produktionsslot des Fahrzeugs online registrieren. Die eigens konfigurierte Sonderedition ID.3 1 ST soll mit einer hochwertigen Ausstattung wie Sprachsteuerung und Navigationssystem aufwarten und ist auf 30.000 Fahrzeuge limitiert.

Der Hersteller hat das Premierenmodell mit der mittleren und voraussichtlich am meisten nachgefragten Batterie der Serienversion ausgerüstet. Mit den drei Batteriegrößen der Serie sollen sich Reichweiten von 330 bis zu 550 Kilometern nach WLTP erzielen lassen. Die Pre-Booking-Sonderedition hat eine Reichweite von 420 Kilometern (WLTP). "Die lässt sich auch realistisch erzielen", versprach Vertriebs- und Marketingvorstand Jürgen Stackmann bei einem Launch-Event in Berlin. Die Angaben entsprächen in etwa einem Verbrauch von 14 kWh/100 km, was im Wettbewerb sehr günstig wäre. Außerdem ist in der Sonderedition eine Schnellladevorrichtung an Bord, die bis zu 150 kW Ladeleistung erlaubt.

 

Ein Jahr lang kostenfrei Strom tanken

Während der Basispreis des ID.3 Serienmodells in Deutschland bei unter 30.000 Euro (Richtpreis) für die kleinste Version startet, liegt er für die Sonderedition bei unter 40.000 Euro, jeweils vor Abzug der staatlichen Förderung. Zudem sollen Käufer des Sondermodells ein Jahr kostenlos Strom bis max. 2.000 kWh zu laden können (ca. 15.000 km), an allen öffentlichen Ladesäulen, die an die Volkswagen Lade-App WeCharge angeschlossen sind sowie im europaweiten Schnellladenetz IONITY, an dem VW beteiligt ist und das Grünstrom anbietet, wo es technisch möglich ist.

Klimaneutrale Produktion versprochen

Der Hersteller betont, dass das Fahrzeug dem Kunden "CO2-neutral" übergeben werde. Sowohl die Lieferkette und die Herstellung der Batteriezellen als auch die Produktion seien auf dieses Ziel ausgerichtet. Zum Beispiel werde Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt. Nicht vermeidbare Emissionen im Herstellungsprozess will man in zertifizierten Klimaprojekten ausgleichen. Die Produktion des Modells startet Ende 2019, die ersten Fahrzeuge sollen Mitte 2020 ausgeliefert werden.

„Mit dem ID.3 beginnt nach Käfer und Golf das dritte große Kapitel von strategischer Bedeutung in der Geschichte unserer Marke. Denn mit dem ID.3 machen wir Elektromobilität massentauglich", meinte Jürgen Stackmann.

Das Modell soll zunächst  in Europa starten und dann mit "zeitnah folgenden" anderen E-Modellen der ID. Familie weitere Regionen der Welt, versprach Stackmann. Das Fahrzeug soll sehr simpel zu konfigurieren sein, zudem will man die Käufer bei der Ladeinfrastruktur sowie beim Strombezug über die Tochter Elli unterstützen.

Raumwunder: Außen wie ein Golf, innen wie ein Passat

Zu den weiteren technischen Details des Modells wollte sich Stackmann noch nicht äußern und verwies auf die IAA im September, zu der der ID.3 offiziell präsentiert wird. Der Innenraum soll bei Außenmaßen wie ein Golf so viel Platz bieten wie ein Mittelklassewagen, so Stackmann. Außerdem solll das Fahrzeug in den Unterhaltskosten um ein Drittel günstiger liegen als ein konventioneller Golf. Darüber hinaus will man mit einer 8-Jahres-Garantie über 260.000 Kilometer Laufleistung Vertrauen stiften. Software-Updates garantiert der Hersteller über die gesamte Lebenszyklusspanne der Modellreihe, entweder "over the Air" oder beim Händler.

Stackmann versprach darüber hinaus ein dynamisches Fahrerlebnis und agiles Handling. "Er fährt sich wie ein VW, aber ein VW der nächsten Generation", erklärte Stackmann in Berlin. Das Bedienerlebnis soll einfach sein, eine zentrale Rolle spielt die Sprachsteuerung.

Fokus Batterie: Die Brennstoffzelle sieht man eher mittelfristig

Auf die Frage, ob neben die Brennstoffzelle neben dem batterieelektrischen Antrieb nicht mehr forciert werde, antwortete Stackmann:

"Die Fuel Cell wird in den nächsten Dekaden sicher eine Rolle spielen. Aber wir wollen jetzt sofort zur Senkung der CO2-Emissionen beitragen, und nicht erst, wenn eine funktionierende Wasserstoffinfrastruktur aufgebaut ist".

Man verfolge daher eine "fokussierte Antriebsstrategie" und setze prioritär auf den batterie-elektrischen Antrieb. Er sei "heute die effizienteste und für die Industrie die in der Breite am schnellsten umsetzbare Technologie", befindet Stackmann. Der Manager bestätigte die schon in Genf getätigte Aussage, dass die MEB-Plattform auch für externe Anbieter offen stehe und man etwa auch Start-Up-Unternehmen mit Komponenten beliefern werde.

Kapazität von 300.000 Fahrzeugen in Zwickau zügig füllen

Zur Produktionskapazität erklärte der Vertriebs- und Marketingchef, man wolle bereits 2020 100.000 E-Fahrzeuge fertigen, darunter aber neben dem ID.3 noch weitere E-Autos der Marke VW. Die Kapazität im Werk Zwickau von 300.000 Fahrzeugen jährlich wolle man aber zeitnah auffüllen. Zudem habe man sich zum Ziel gesetzt, mit der ID.-Reihe auch zügig in die schwarzen Zahlen zu fahren.

"Vielleicht nicht in den ersten ein zwei Jahren, aber es muss natürlich unser Anspruch sein, mit der ID-Reihe wie mit allen unseren Autos auch Geld zu verdienen", meinte Stackmann.

Der nächste Golf werde im Übrigen nicht der letzte sein, bekräftigte der Vertriebschef auf eine Nachfrage hin. Der Golf sei und bleibe das Herzstück der Marke VW.

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