Volkswagen kritisiert Ionity-Tarif

Auch der Joint-Venture-Partner von Ionity kritisiert das aktuelle Tarifmodell.

Die Stimmung ist eher "bewölkt": Der hohe Ionity-Tarif wird kritisiert. | Foto: G. Soller
Die Stimmung ist eher "bewölkt": Der hohe Ionity-Tarif wird kritisiert. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

VW meint es ernst mit der Umstellung auf Elektromibilität und kritisiert deshalb die neuen Ladetarife bei Ionity, obwohl VW selbst Joint-Venture-Partner von Ionity ist. VW-Kunden können bei Ionity im „Vielfahrertarif“ bei einer monatlichen Grundgebühr von 9,90 Euro für günstige für 33 Cent laden. Ohne Grundgebühr zahlen sie 55 Cent. Auch die Kunden der anderen Ionity-Partner BMW, Daimler und Ford laden zu eigenen Konditionen, die unter en 79 Cent für Spontanlader anderer Marken liegen. Diese 79 Cent empfindet VW jetzt als unangemessen hoch.

Silke Bagschik, Leiterin Vertrieb und Marketing e-Mobility der Marke Volkswagen, erklärte einem Medienbericht zufolge, dass sie den Tarif als „eindeutig zu hoch“ empfinde. Denn wer hier einen großen 80- oder 90-kWh-Akku lade, zahlt schnell mal 60 oder 70 Euro für eine Vollladung, mit der er aber in der Regel dann nicht soweit kommt, wie mit der gleichen Menge Benzin oder gar Diesel – vor allem bei en aktuellen Spritpreisen. Laut Bagschick konterkariere das die positive Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland, die momentan sehr viel Rückenwind erfahre, weil sowohl Privat- als auch Flotten- und Geschäftskunden die Vorteile eines Umstieges auf Elektromobilität nutzen möchten. Zudem bringen immer mehr Hersteller neue Elektroautos zu immer günstigeren Verkaufspreisen in ihre Showrooms.

Klar ist, dass Ionity aufgrund der massiven Investitionen die Pauschale von acht Euro, die ein einst Ladevorgang kostete, nicht halten konnte. Doch mit 79 Cent griffen die Schnellladeprofis wohl etwas zu hoch. Mehreren Presseberichten zufolge meiden seit der Preiserhöhung viele Elektroauto-Fahrer seitdem die Ionity-Säulen, auch einige Roaming-Partner wie EnBw, die das neue Preismodell nicht mittrugen, hat Ionity bereits verloren.

Bagschik geht allerdings davon aus, dass sich die Strompreise an den Schnellladern bald wieder „normalisieren“ dürften. Denn mit der wachsenden Zahl von Elektroautos erhöhe sich auch die  Auslastung der Säulen und damit steigen auch die Erlöse der Betreiber, die mit der Errichtung der Standorte massiv in Vorleistung gingen.

Was bedeutet das?

Ionity steckt aktuell in einer Zwickmühle: Denn irgendwann müssen die massiven monetären Vorleistungen, die der Ladetechnikbetreiber in den Ausbau des Schnellladenetzes investiert hat, wieder eingespielt werden, andererseits sind 79 Cent schlicht und ergreifend völlig unattraktiv, da sie die Energiekosten von Elektrofahrzeugen viel teurer machen als die der Verbrenner. Hier sollte Ionity bald nachjustieren.  

 

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