Volkswagen: Golf 8 TGI als emissionsarme Alternative zum ID.3

Auf ID.3-Niveau: Mit erhöhter Reichweite von 400 km bleibt der Golf TGI eine reelle Alternative zum Elektroauto. Zudem soll der 1,5-l-TGI mehr Fahrspaß bietne. Die Umweltbilanz ist mit Biomethan fast CO2-neutral.

Weiter denn je: Mit 400 km Erdgasreichweite fährt der TGI-Golf auf den Niveau eines VW ID.3 mit mittlerem Akku. | Foto: VW
Weiter denn je: Mit 400 km Erdgasreichweite fährt der TGI-Golf auf den Niveau eines VW ID.3 mit mittlerem Akku. | Foto: VW
Johannes Reichel

Volkswagen hat jetzt auch die TGI-Erdgas-Variante des neuen Golf der Generation 8 vorgestellt und verspricht einen Reichweitenzuwachs sowie mit Biomethan fast klimaneutralen Betrieb. Auch die Kombi-Version Golf Variant soll noch im Oktober als TGI kommen. Das gesamte CNG-Tankvolumen in den drei Behältern beträgt 115 Liter respektive 17,3 kg und ermöglicht einen Aktionsradius von gut 400 Kilometern im WLTP. Damit liegt der Erdgas-Golf formal auf dem Niveau des VW ID.3 mit mittlerer Batterie (58 kWh). Zusätzlich verfügt der Kompaktwagen über einen Benzintank mit 9 Litern nutzbarem Volumen, als Reserve.

Für Fahrdynamik und Effizienz soll im TGI ein 1.5 Liter Vierzylinder-Ottomotor sorgen. Dessen Kraftstoffverbrauch nach WLTP liegt bei 4,3-4,1 kg Erdgas auf 100 Kilometer, was CO2-Emission von nur 117-111 g/km entspricht. Der Motor im Golf arbeitet nach dem innovativen Miller-Cycle-Prinzip, ein Brennverfahren, das mit seinem hohen Wirkungsgrad und einer Verdichtung von 12,5:1 niedrige CO2-Emissionen realisieren soll. Gleichzeitig erhöht ein Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie den Ladedruck und bringt mehr Luft in die Zylinder. Dadurch soll der Kompaktwagen auch aus niedrigen Drehzahlen gut durchziehen.

Mit Biomethan oder e-Gas nahezu klimaneutral

Wie der Hersteller wirbt, senke das Fahren mit Erdgas die CO2-Emissionen deutlich ab. Im Vergleich zu Benzin oder Diesel enthält Erdgas eine deutlich höhere Energiemenge und einen niedrigen Kohlenstoffanteil. Deswegen entstehen im CNG-Betrieb rund 25 Prozent weniger CO2-Emissionen als beim Fahren mit Benzin. Eine noch bessere CO2-Bilanz ergebe sich durch das Betanken mit Biomethan oder e-Gas. Biomethan wird aus pflanzlichen Reststoffen gewonnen, e-Gas aus überschüssigem Grünstrom (Power-to-Gas), die den Kraftstoffen beigemischt werden. Außerdem verbrennt Erdgas generell emissionsärmer als Benzin oder Diesel. Das Abgas enthält deutlich weniger Kohlenmonoxid und Stickoxide (NOx), der Anteil an Ruß oder Feinstaub ist minimal.

Was bedeutet das?

Wer dem Elektro-Frieden noch nicht ganz traut und trotzdem umweltfreundlich, unter Umständen sogar klimaneutral und ohne großen CO2-Rucksack durch den Akku unterwegs sein will, der kommt am Erdgasantrieb eigentlich nicht vorbei. Leider wurde das Thema über Jahre verschleppt und ausgebremst, sodass die Potenziale nie wirklich erschlossen wurden. Das passiert jetzt dafür im Lkw-Bereich, wo LNG-Trucks auf dem Sprung in den Volumenmarkt sind. Wenn man Biomethan aus Reststoffen wie Biomüll oder Stroh verwendet, erreicht man nahezu CO2-Neutralität.

Insofern ist es zu begrüßen und überhaupt ein Signal, dass der VW-Konzern trotz des klaren langfristigen Bekenntnisses zum batterielektrischen Antriebs von Konzernboss Herbert Diess, den TGI auch im Vorzeigemodell Golf weiterführt. Es ist definitiv eine ökologisch bessere Wahl als die Dutzenden von schwergewichtigen und großformatigen PHEV-Modellen, die man im Portfolio führt und im Zweifel gerade für Mittel- und Langstreckler eine emissionsärmere Wahl. Auch im Golf-Programm ist der TGI der "grünste" aller Gölfe und auf Augenhöhe mit einem ID.3. Nur eben mit höherer Qualität und feinerer Anmutung - und günstigerem Preis.

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