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Volkswagen geht mit Schnelllade-Powerbank in Serie

In der neuen Konzernsparte will der Hersteller den Wegfall konventioneller Komponenten kompensieren und startet mit der mobilen 100-kW-DC-Ladeeinheit ab 2020 in Hannover. VW will generell künftig stärker als Zulieferer wahrgenommen werden.

Powerbank für Stromer: VW will mit einer 100-kW-Ladesäule ab 2020 in die Serienfertigung einsteigen. | Foto: VW
Powerbank für Stromer: VW will mit einer 100-kW-Ladesäule ab 2020 in die Serienfertigung einsteigen. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Die zu Jahresbeginn im Rahmen der neuen Sparte Komponenten erstmals gezeigte mobile Schnellladesäule des Volkswagen Konzerns soll ab 2020 in Serie gefertigt werden. Die flexibel installier- und transportierbare Box kann gleichzeitig bis zu vier Fahrzeuge nach dem Prinzip einer Powerbank laden und etwa Strom zwischenspeichern. Als Produktionsstandort hat der Hersteller das Komponentenwerk Hannover benannt, wo die zum Geschäftsfeld Motor gehörende Wärmetauscherfertigung schrittweise in das neue Geschäftsfeld E-Mobilität überführt wird.

„Der Aufbau der Ladeinfrastruktur ist entscheidend für den Erfolg der E-Mobilität. Die von der Konzern Komponente entwickelte flexible Schnellladesäule kann hier einen wichtigen Beitrag liefern – das zeigt uns das große Interesse potenzieller Partner", erklärte Thomas Schmall, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Konzern Komponente.

Die Ladesäule sei ein Baustein in der "End-to-End-Verantwortung" der Konzern Komponente für die Hochvolt-Batterie, zu der Schmall die Bereiche vom Kompetenzaufbau in der Zellfertigung bis zum Recycling zählt. Gleichzeitig schaffe man für das Komponentenwerk Hannover mit der Transformation des Wärmetauschers eine nachhaltige Zukunftsperspektive in dem neuen Geschäftsfeld E-Mobilität, gab sich Schall überzeugt. Speziell im sogenannten Markhochlauf der E-Mobilität in den kommenden Jahren rechnet der Hersteller mit einer hohen Nachfrage nach den flexiblen Schnellladesäulen. Technisch basiere die Ladesäule auf dem Batteriepaket des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB) des Konzerns und werde auf dessen Zellmodule ausgelegt. Später soll die Ladesäule für Batterien aus E-Fahrzeugen im Second-Life-Zyklus genutzt werden.

Kampf um Komponenten: VW will sich als Zulieferer profilieren

Die Entscheidung stellt einen der ersten konkreten Schritt in der neuen Konzernstrategie dar, VW auch als Komponentenhersteller mit einer eigenen Marke zu positionieren. Mit der Neuausrichtung der "Volkswagen Konzern Komponente" will das Unternehmen seinen hausinternen Zulieferer stärken, der unter anderem Motoren, Getrieben, E-Antrieben, Lenkungen oder Sitzen herstellt. Man verspricht sich zugleich Synergieeffekte. In der neu zusammengefassten Sparte entwickeln und fertigen 80.000 Konzernmitarbeiter in 61 weltweiten Komponentenwerken Fahrzeugkomponenten, skizziert der Hersteller. Die neue Einheit zähle damit vom Start weg zu den weltweit größten Zulieferern in der Automobilbranche. Dass mit dem Ex-ZF-Chef Stefan Sommer ein ausgewiesener Komponentenspezialist neben der Beschaffung der zuständige Konzernvorstand für die Sparte wird, ist da nur konsequent:

„Wir richten die Konzern Komponente markenübergreifend aus. Dank unserer Fertigungstiefe und Produktstärke messen wir uns mit den Besten im Wettbewerb. Jetzt schärfen wir das Profil in Sachen E-Mobilität“, kündigte Sommer an.

In den Jahren 2019 und 2020 sollen konzernweit 870 Millionen Euro in die Fertigung von E-Komponenten. Der Anteil der Investitionen in E-Komponenten sei damit seit 2015 von fünf Prozent auf aktuell 40 Prozent gestiegen, präzisierte Thomas Schmall. Bis 2023 will man 3,8 Milliarden Euro bis 2023 in die Fertigung von E-Komponenten stecken.

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