Volkswagen feiert digitale Weltpremiere für den ID.4

Noch wichtiger als der ID.3, weil das Golf-Segment schrumpft, während Kompakt-SUV boomen: Der ID.4 durfte nicht lange auf sich warten lassen. Und ist nicht nur von der Gattung höher positioniert.

Hängt gut am Strom: Der ID.4 zieht in einer halben Stunde Strom für 320 Kilometer, bei 125 kW Leistung. | Foto: VW
Hängt gut am Strom: Der ID.4 zieht in einer halben Stunde Strom für 320 Kilometer, bei 125 kW Leistung. | Foto: VW
Johannes Reichel

Volkswagen hat sein vollelektrisches Modell ID.4 bei einer digitalen Premiere vorgestellt und will damit weltweit im boomenden Segment der Kompakt-SUV punkten. „Der ID.4 ist ein emotionaler Allrounder, der mit seinem effizienten Elektro-Antrieb, einem großzügigen Raumangebot, modernsten Assistenzsystemen und einem kraftvollen Design viele Kunden begeistern wird“, glaubt Ralf Brandstätter, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen. Preislich startet der ID.4 ab knapp 37.000 Euro und damit 7.000 Euro oberhalb des ID3.

Der SUV werde als erstes E-Weltauto die MEB-Plattform global ausrollen, kündigte der neue VW-Chef an. Ungeachtet der drastischen Entwicklung in Sachen Klima stehen hochbauende und meist schwerere SUV bei immer mehr Kunden hoch im Kurs, wie der Hersteller selbst konstatiert. In den USA und China bildeten sie das beliebteste Fahrzeugsegment, denn sie bieten Übersicht, Sicherheit und Komfort. Auch in Europa und Deutschland steigen die Marktanteile beständig, vor allem kompakte Modelle boomen, obwohl die Fahrzeuge selten im Gelände bewegt werden.

Flott genug: 204 PS und bis zu 520 km Reichweite

Das technische Package orientiert sich am MEB: Die Batterie speichert bis zu 77 kWh Energie (netto) und erlaubt bis zu 520 km Reichweite (WLTP). Die Basisversion bietet 52 kWh und 350 km Reichweite. Sie liegt unter der Passagierzelle, das garantiert einen tiefen Schwerpunkt. Die E-Maschine, die an der Hinterachse sitzt, leistet 150 kW (204 PS) – genug für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 8,5 Sekunden und eine Spitze von 160 km/h. Mit der starken Traktion des Heckantriebs und seinen 21 Zentimeter Bodenfreiheit schlägt sich das E-SUV auch im leichten Gelände gut. Trotz der höheren Karosserie soll der SUV gut im Wind liegen, mit einem cW-Wert von 0,28.

Der 4,58 Meter lange ID.4 soll innen das Platzangebot eines konventionell angetriebenen SUV der nächsthöheren Klasse bieten und zudem mit einer hochwertigeren Anmutung im Vergleich zum ID.3 punkten. Der Gepäckraum fasst je nach Stellung der Rücksitzlehnen 543 bis 1.575 Liter. Zum Ausstattungsprogramm des ID.4 gehören eine elektrische Heckklappe, eine Dachreling und eine Anhängevorrichtung.

Das Bedienkonzept des E-SUV kommt ohne physische Tasten und Schalter aus. Es stützt sich auf zwei Displays – eines davon mit bis zu 12 Zoll Diagonale und Touch-Funktion – und auf die natürliche Sprachbedienung „Hallo ID.“. Das neuartige ID.Light – ein schmales Lichtband unter der Windschutzscheibe – unterstützt den Fahrer intuitiv. Optional gibt es ein Augmented-Reality-Head-up-Display, das einige Anzeigen mit der Realität fusioniert – Abbiegepfeile der Navigation beispielsweise werden spurgenau auf die Straße projiziert. Das Navigationssystem Discover Pro holt die Online-Dienste von We Connect Start an Bord.

Umfangreiche Fahrerassistenz

Die Assistenzsysteme von IQ.Drive sollen das Fahren noch gelassener gestalten, insbesondere mit dem sogenannten Travel Assist. Software und Hardware des ID.4 sind in einer neuen Architektur konzipiert, dadurch könne der Kunde nach dem Kauf Updates ins Auto holen, was auch bereits angekündigt ist.

Beim Thema Laden will man unter dem Label We Charge ein Gesamtpaket für das komfortable, vernetzte und nachhaltige Laden von E-Autos anbieten, zu Hause, unterwegs und auf Langstrecken. An einer DC-Schnellladestation kann der ID.4 mit dem großen Akku in rund 30 Minuten Gleichstrom für die nächsten 320 km (gemäß WLTP, bei 125 kW) nachladen, die kleinere Version lädt mit bis zu 100 kW Leistung nach. Parallel dazu baut der Hersteller rund um die ID.-Modelle ein "Ökosystem nachhaltiger Elektromobilität" auf, wie man verspricht. Zudem erhielten die Kunden ein Auto, das bilanziell CO2-neutral produziert worden ist.

"Wenn sie es mit nachhaltig erzeugtem Strom – etwa Volkswagen Naturstrom – laden, bleibt es auch im Betrieb klimaneutral", so das Versprechen.

Der ID.4 werde nun schrittweise zum elektrisch betriebenen Weltauto, das nicht nur in Europa, auch in China und später in den USA soll das e-SUV gebaut und verkauft werden soll. Insgesamt investiert die Marke Volkswagen im Rahmen der Strategie „Transform 2025+“ bis zum Jahr 2024 elf Milliarden Euro in die Elektromobilität.

Printer Friendly, PDF & Email