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VM-Vorstellung VW ID.7: Endlich ein Flottenstromer für Fernstrecken

Limousine schlägt SUV: Mit bis zu 700 Kilometer Reichweite wirbt der Hersteller, der mit dem ersten echten Flottenstromer einen 86-kWh-Akku und den effizienteren MEB-Antrieb einführt. Zudem fährt man mit AR-Display, neuem Infotainment mit besserer Sprachsteuerung und intuitiverer Bedienung auf. Ein großer Schritt für Wolfsburg.

Gestreckter Galopp: Mit 86 kWh-Akku soll der Wolfsburger Stromer an die 700-Kilometer-Marke heranreichen. | Foto: VW
Gestreckter Galopp: Mit 86 kWh-Akku soll der Wolfsburger Stromer an die 700-Kilometer-Marke heranreichen. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Es ist der ultimative Anti-SUV, den Volkswagen in Berlin vom Stapel lässt: Mit einer aerodynamischen Linie und einem cW-Wert von nur 0,23 bei einer Stirnfläche von 2,45 m² soll sich das erste klassische, vollelektrische Flotten- und Dienstwagenmobil der Wolfsburger namens ID.7 tief unter den Wind ducken. Und in Tateinheit mit dem erstmals angebotenen, 86 kWh großen Lithium-Ionen-Akku in der Pro-S-Version nach ersten Prognosen wie es heißt, an die 700 Kilometer Radius heranreichen. Mit dem nur wenig kleineren, bekannten 77-kWh-Akku wären es immerhin noch 615 Kilometer in der Version "Pro". Damit würde der erste Wolfsburger Stromer auch relevant für Langsteckler und anspruchsvollere Flotteneinsätze und könnte der Marke in den Fuhrparks einen ordentlichen, elektrischen Schub geben.

Die Proportionen und die Optik erinnern an einen "tiefergelegten" und auf 4,96 Meter gestreckten ID.4, obwohl er mit 1,54 Meter längst nicht so flach baut wie etwa ein Tesla Model S, dafür mit 1,86 Meter einigermaßen schlank bleibt. Dennoch: So einen Elektro-Volkswagen hätte man sich vor allen SUV gewünscht, Trends hin oder her. Doch ab Sommer rollt in Emden die Produktion der Limousine für Europa und Nordamerika, später auch für China an, ab Herbst startet der ID.7 nun mit reichlich Verspätung, dafür mit dem Rückenwind des neuen MEB-Antriebspackages APP550, das deutlich effizienter sein soll als der bisherige. Zudem wartet der 210-kW-Synchron-Heckmotor mit mehr Drehomoment auf: 550 Nm sorgen für mehr als flotte Beschleunigungswerte.

Die E-Maschine soll deutlich effizienter laufen

Das neuentwickelte System besteht aus der E-Maschine (Permanentmagnet-Synchronmaschine), dem 2-stufigen 1-Gang-Getriebe und dem Pulswechselrichter (Leistungs- und Steuerelektronik). Details wie ein Rotor mit stärkeren und thermisch noch höher belastbaren Permanent-Magneten, ein weiterentwickelter Stator mit größerer effektiver Windungszahl bei maximalem Drahtquerschnitt sowie ein Wasserkühlmantel für die Statoraußenseite und eine neue, kombinierte Öl- und Wasserkühlung für eine ebenfalls höhere thermische Stabilität sollen sich positiv auf die Leistung und Effizienz der E-Maschine auswirken und ein neuer Pulswechselrichter sichert die thermische Stabilität abrunden.

„Beim ID.7 haben wir das Potential des MEB noch weiter ausgeschöpft: Es kommt eine neue, leistungsstärkere und effizientere E-Maschine zum Einsatz. Außerdem haben wir die Regelungsgüte des Fahrwerks weiterentwickelt und konnten somit insbesondere den Fahrkomfort weiter steigern. Die Kombination aus souveränem Antrieb, komfortablem Fahrwerk und hoher Reichweite macht den ID.7 zur idealen Reiselimousine", schwärmt Kai Grünitz, Vorstand für Technische Entwicklung.

Alles, was die 400-Volt-Technik hergibt

Differenziert werden die beiden Versionen, die in der Akkukapazität ziemlich nahe beieinander liegen, auch in der weiterhin 400-Volt-Ladetechnik: Bis zu 170 kW in DC soll der "Pro" Strom ziehen können, bis 200 kW will der "Pro S" auffahren. Was für Dienstreisende durchaus ein Argument sein könnte, sofern das die jeweilige Säule hergibt. Ein neues Thermomanagement soll die Batterie vor dem Ladestopp vorkonditionieren, was bei aktiver Zielführung auf dem Weg zur Ladesäule automatisch startet.

Doch nicht nur antriebstechnisch soll der ID.7 einen großen Schritt für die Marke darstellen: Premiere feiert im aufgeräumten Inneren etwa das Augmented-Reality-Head-up-Displays, das die wesentlichen Info-Aufgaben übernehmen und die Instrumente weiter entschlacken helfen soll. Es projiziert Details wie die Geschwindigkeit in den Nahbereich vor den Fahrer und interaktive Hinweise wie Abbiegepfeile virtuell in die reale Welt weit vor dem Fahrzeug. Assistenzsysteme wie der „Travel Assist“ mit Schwarmdaten übernehmen im ID.7 bei Bedarf auf der Schnellstraße ab 90 km/h die Quer- und Längsführung. Auf Wunsch unterstützt der ID.7 per „Travel Assist“ auch den assistierten Spurwechsel auf der Autobahn. Tippt der Fahrer dann den Blinker  an, erfolgt im Rahmen der Systemgrenzen der assistierte Spurwechsel, solange der Fahrer das Lenkrad berührt.

Vorausschauendes Fahren für Fortgeschrittene

Das Wolfsburger Elektro-Flaggschiff registriert zudem Geschwindigkeitslimits per Kamera und Navigationsdaten und integriert sie in die assistierte Längsführung des „Travel Assist“, um selbständig Limits einzuhalten. Zudem kann das System auch vorausliegende Parameter wie Kurven, Kreisverkehre und Kreuzungen erfassen und prädiktiv – vorausschauend – in die Regelung mit einbeziehen. Die Hinweise auf diese vorausliegenden Geschwindigkeitshinweise erhält der ID.7 dabei über die Kartendaten und die Schwarmdaten vorausfahrender Autos. Das soll ein harmonisches und vorausschauendes Fahrerlebnis ergeben.

Neu ist auch das Parken mit Memory-Funktion über eine Distanz von bis zu 50 Metern. Der Fahrer sitzt dabei im ID.7 oder überwacht den Parkvorgang per Smartphone-App. Gelernt aus der mannigfachen Kritik hat man auch in Sachen Infotainment: Das 15 Zoll große, optisch freistehende Touch-Display des Infotainmentsystems der nächsten Generation wurde in der grafischen Oberfläche und Menüführung in weiten Teilen neu aufgebaut. Die oberste Leiste (Top Bar) des Displays verfügt links über einen neuen Direktzugriff, über den der Nutzer jederzeit mit nur einem Klick das Hauptmenü mit einer Übersicht aller Apps aufrufen kann. Rechts vom Car Control Center gibt es weitere Direktzugriffe, die frei mit den verfügbaren Apps belegbar sind.

Die Sprachassistenz soll Worte deuten können

Im ID.7 wird es dank des neusten Softwarestands zudem möglich, weitere Funktionen per Sprachassistent mit sinnfälligem Namen IDA zu bedienen. Dazu gehören auch Funktionen wie das Ambientelicht, die Fahrprofilauswahl oder (cloudbasierte) Abfragen zum Wetter oder Weltwissen. Der Sprachassistent kann zudem deuten, was gemeint ist: Etwa den Wunsch „Hallo IDA, zeig mir die Sterne“ beantwortet der Volkswagen damit, das Panoramadach „Smart Glas“ elektronisch auf „transparent“ zu schalten, wirbt der Hersteller.

Das hat es ohnehin in sich: Dank „Smart Glas“ lässt sich das transparente Dach über eine in das Glas integrierte PDLC-Schicht (Polymer Dispersed Liquid Crystal) von einem auf den anderen Augenblick blickdicht respektive wieder durchsichtig schalten, per Touch in der Dachkonsole oder via Sprachassistent. Die elektronische PDLC-Schicht wird beim blickdichten Zustand spannungsfrei geschaltet.

Langer Radstand für fürstliches Platzangebot

Die Streckung der Silhouette gipfelt in einem langen Radstand von fast drei Metern, was speziell den Fondpassagieren zu fürstlichem Beinraum verhelfen soll. Genug Platz soll auch der über die weit aufschwingende Heckklappe zugängliche Kofferraum bieten, nötigenfalls lassen sich die Sitze umlegen zu einer nur noch leicht schrägen Ebene. Unterflur gibt es das obligate Staufach. Apropos. Neue klimatisierte Massagesitze oder eine ausgefeilte Klimatisierung sollen das luxuriöse Bild abrunden.

Das wird designmäßig geprägt von der im VW-Sprech skulpturalen Haube und den LED-Scheinwerferb mit ihrer oben im Gehäuse integrierten, schmalen LED-Leiste für das Tagfahrlicht und die Blinker. Zwischen den Scheinwerfern spannt sich eine LED-Querspange. Markant gestaltet sind weit unten im Stoßfänger die seitlichen Lufteinlässe („Air Curtains“) zu den Radhäusern. Hinten betonen horizontale Linien die Breite der Limousine. Prägnant ist eine LED-Querspange, die nach außen bis in die umlaufenden LED-Rückleuchten hineinreicht. Damit soll der ID.7 dann der Konkurrenz die Hecklichter zeigen - auch weil er weiter rollt.

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