VM-Dauertest Kia EV6: Neuer Minimalverbrauch

Auf einer „Landpartie im Eco Modus“ brach der EV6 seine bisherigen Verbrauchsrekorde: Am Ende standen 13,1 kWh/100 km im Display.

Starkes Heck in "Bruck": Der EV6 vor dem Schloss in Fürstenfeld Bruck. | Foto: Thomas Kanzler
Starkes Heck in "Bruck": Der EV6 vor dem Schloss in Fürstenfeld Bruck. | Foto: Thomas Kanzler
Thomas Kanzler

Bei 20 Grad fühlt sich der EV6 wohl. Wir brachen bei sonnigem Wetter ins Münchner Umland auf. Durch den Münchner Stop-and-Go –Stau über die A8 und einige Landstraßen fuhren wir einen etwa 80 Kilometer langen Bogen zurück in die Stadt. Der Eco-Modus war fast die ganze Zeit aktiviert, wir fuhren zügig aber nicht sportlich - auf der Autobahn maximal 130 km/h. Der Kia belohnte das mit einem sehr guten Verbrauch von 13,1 kW/h/100 km im Display, der im Laufe der Zeit zwar wieder auf 14 kWh/100 km kletterte, was mit Ladeverlusten knapp 16 kWh/100 km brutto bedeutet. Trotzdem nähert sich der EV6 damit dem sparsamen und deutlich kompakteren E-Niro – bisher ein kleiner Maßstab des „ultimativen“ E-Autos.

Weniger erfreulich war die Tatsache, dass es die Kia-Ladekarte sehr genau mit Blockiergebühren nimmt, von denen im Monat April am Ende unverschämte 242 Euro aufliefen, denn: nach zwei Stunden Ladezeit an den Säulen der Stadtwerke München hätte man eigentlich abziehen müssen, um dem Nächsten das laden zu ermöglichen: Was völlig unrealistisch ist, wenn man nachts um 23 Uhr mit zehn Prozent Akkustand an die Säule fährt und am nächsten Morgen einen Anschlusstermin hat. Wer also in der Stadt ohne Garage oder Stellplatz mit Lademöglichkeit des Öfteren an der Säule lädt (und parkt), sollte vorher genau kontrollieren, wie bei seinem Ladekartenanbieter und der jeweiligen Kommune das Thema „Überziehungsgebühr“ gehandhabt wird – denn am 11-kW-Lader können schnell mal fünf und mehr Stunden Standzeit fällig werden…die dann unnötig teuer werden. Weshalb wir jetzt die Ladestrategie ändern müssen – was einen kleinen unnötigen Schatten auf die Elektromobilität wirft…

Das Design ist so stark, dass der EV6 immer noch Köpfe verdreht – auch in dieser Woche konnten wir bei einem U-Turn an einer Ampel die Fußgänger auf der mittigen Insel zu einer 180-Grad-Drehung bewegen – obwohl der EV6 langsam aber sicher öfter im Straßenbild auftaucht.

Was bedeutet das?

Der EV6 wird immer sparsamer und überzeugt weiter durch mittlerweile sehr günstige Verbräuche. In München taucht er jetzt auch als Taxi auf, was kein schlechter Job ist: Denn in der Stadt und über Land kann man den großen Kia leicht mit kleinen Verbräuchen fahren.

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