VM-Dauertest Kia EV6: Der Verbrauch sinkt weiter

Hin und wieder ein entspanntes Streicheln des Fahrpedals belohnt der EV6 mit Nettoverbräuchen fast auf Niro-EV-Niveau

Wenn Design zählt: Der Kia trifft auf mehrere Citroen CX...| Foto: G. Soller
Wenn Design zählt: Der Kia trifft auf mehrere Citroen CX...| Foto: G. Soller
Gregor Soller

Er wird immer sparsamer: Zwischen 14er- und 16er-Werten sind mittlerweile im EV 6 möglich – das sind zwischen 16 und 18 kWh brutto. Womit der Große zum großen Sparer wird, dem das warme Wetter offensichtlich gut bekommt. Sobald man landstraßenlastige Touren durchrollt, sinkt der Verbrauch und bei Kilometerstand 12.000 haben wir auch den Dauerverbrauch, genullt zu Testbeginn (wo er mit gut 23 kWh netto eintraf) unter die 20-kWh-Marke gedrückt – noch netto, aber immerhin.

Und so schmeichelt sich der EV6 weiter ein, wie er es schon mit Platz und Kofferraum tat und rollt defektfrei dahin. Nach wie vor nervig ist das Dauergepiepe der Assistenten, die permanent irgendwo ein Problem wittern, wo keines ist, verbunden mit den eher harschen Lenkeingriffen. Hier darf Kia gern nachprogrammieren. Denn sobald man versucht, möglichst ruhig und wenig zu lenken, kommt die Anweisung, das Lenkrad doch bitte wieder zu übernehmen…

Und auch die Doppelbelegung von Audio und Klimatisierung macht einfach nie wirklich Freude, da man gerade im wechselhaften Frühjahr oft beides braucht, weshalb es auch nur mäßig Sinn macht, sich eines bevorzugt einzustellen. Und da man sich oft ein bisschen „vertoucht“, regelt man dann oft die Temperatur statt der Lautstärke hoch oder umgekehrt…

Auch auffällig ist das permanente Zirpen in den Türen, dass Kabeln geschuldet sein könnte, die bei höheren Tempi ins „flattern“ geraten – so klingt es zumindest, was umso ärgerlicher ist, als der EV6 sonst eben so extrem leise ist.

Immer wieder ein Genuss: Die satt schließende Clamshell-Haube, unter der das Ladekabel immer wieder verschwindet. Zugeworfen und weiter geht´s. Und sie hält den großen Kofferraum frei von Kabel und Co.

Er verdreht nach wie vor Köpfe

Und immer noch, immer noch, auch nach Wochen verdreht der EV6 Köpfe, was an U-Turn sehr lustig ist, wo sich auf Verkehrsinseln ganze Menschen mit dem EV6 mitdrehen. Schon jetzt ist klar: Auch optisch gelang Kia mit dem Modell ein großer Wurf. Das der 585-PS GT dann auch den charakterstarken Stinger ersetzen dürfte, kann man angesichts der EV6-Optik verschmerzen.

Was bedeutet das?

Trotz auffälliger Optik punktet der EV 6 mit der typisch koreanischen Unauffälligkeit: Er ist dienstbar und sauber verarbeitet und wird zudem immer sparsamer. Doppelbelegungen von Funktionen machen – egal ob an Fensterhebern (wie beim VW ID.3) oder bei Klima und Audio trotzdem wenig Sinn…

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