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Vivatec Paris 2019: Citroën feiert 100. Geburtstag

Auf der Vivatec feiert die Marke ihren Geburtstag und findet mit interessanten Studien zu alter Stärke zurück.

Die Studie 19_19 bezieht sich auf das Gründungsjahr. | Foto: G. Soller
Die Studie 19_19 bezieht sich auf das Gründungsjahr. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Die Neupositionierung der Marken im PSA-Konzern ist in vollem Gange: Auch Citroën darf wieder deutlich individueller und futuristischer werden. Die Stimmung hinter den Kulissen zeugte jedenfalls von Aufbruch: Ein dynamischer Arnaud Belloni, Direktor Kommunikation und Marketing, wirbelte über den Stand und präsentierte die Exponate: Die Weltpremiere des 19_19 Concept sowie das Ami One Concept, das bereits auf dem Genfer Automobilsalon enthüllt wurde. Mit am Stand auch der Enkel des Firmengründers, Henri-Jacques Citroën, welcher zeitlebens der der Zahnrad- respektive Getriebefabrik des Großvaters treu blieb, jetzt aber gern auch als Markenbotschafter für die Pkw-Marke auftritt.

Neben den Autos entwickelt auch die Marke mit dem Doppelwinkel weitere Ideen, von denen man eine Auswahl zeigte: In Zusammenarbeit mit fünf französischen Partnern und Start-ups entstand so die Seetroën Brille gegen Übelkeit im Auto und der Saytroën Sprachassistent, die „Ami One Concept Digital Experience“, die Ami One Concept Klangsignatur sowie die Nachrichtenplattform „The Citroën Editorializer“. Außerdem präsentierte auch die PSA Mobilitätsmarke Free2Move ihre Dienstleitungen auf dem Citroën Stand. Saytroën wurde in Partnerschaft mit Google und Mullenlowe entwickelt wurde. Dabei soll Saytroën von den Stimmen der Kunden inspiriert werden. Der Sprachassistent hilft dem Nutzer bei der Wahl und beim Kauf seines Lieblingsmodells. Er liefert Informationen über das Fahrzeug, konfiguriert es und vereinbart falls gewünscht einen Termin für eine Probefahrt beim nächstgelegenen Citroën Händler. Außerdem kann der Sprachassistent Geschichte: Er präsentiert bei Interesse die Highlights der Unternehmensgeschichte seit der Gründung im Jahr 1919 und kann automobile Podcasts bereitstellen. Und echte Citroënisti können die Playlist „Oui are French“ abrufen, beim Citroën Quiz Markenkenntnisse testen, oder eine Gutenachtgeschichte für den Nachwuchs abspielen.

Immer mitten drin: Der wirbelnde Arnaud Belloni, der mit dem 19_19 Concept endlich mal wieder herkömmliche Konventionen in Frage stellen möchte. Klar, man griff hier auf die Luftfahrt und der Welt Einrichtungswelten zurück. „Komfort“ steht bei der Marke mit dem Doppelwinkel laut Pressesprecherin Susanne Beyreuther wieder ganz oben auf der Aganda.

Im autonomen Fahrmodus übernimmt ein „persönlicher Assistent“ die Kontrolle über das Fahrzeug und informiert die Insassen. Die Reichweite? Theoretisch bis zu 800 Kilometer, das Aufladen erfolgt per Induktion – sei es im Stand oder während der Fahrt, sofern die Infrastruktur dies ermöglicht – was aufgrund der hier verfügbaren Energiemengen aber dauern dürfte! Während man laut Belloni hier eher Richtung 2030 denkt, könnte der Ami One schneller umgesetzt werden.

Denn das Ami One Concept ist als urbane, rein elektrisch angetriebene Mobilitätslösung gedacht, die laut Belloni „genau auf die Kundenbedürfnisse und die zukünftigen Herausforderungen in den Städten zugeschnitten ist.“ Das Citroën Ami One Concept kann − je nach Gesetzgebung des jeweiligen Landes – von jedem, der mindestens 16 Jahre alt ist, gesteuert werden; der Zugang zu den verschiedensten Carsharing- oder Mietangeboten erfolgt per App.

Zwei Personen können an Bord Platz nehmen und sich in der Innenstadt frei bewegen − auch dort, wo in Zukunft Fahrverbote verhängt werden. In Sachen Fertigung übertrifft es vielleicht sogar noch Professor Schuhs e.go aus Aachen: Extrem viele Bauteile sind absolut identisch und werden, wie die Türen, einfach seitenverkehrt montiert! Die App „Ami One Concept Digital Experience“ bietet den Zugang zur urbanen Mobilität für eine Mindestdauer von fünf Minuten, die jederzeit auf einige Stunden erweitert werden kann. Zudem plant man verschiedene Carsharing-, Verleih- oder Kaufangebote. Über die App soll der Kunde darüber hinaus Zugang zu allen passenden Diensten erhalten, die seine Fahrten erleichtern.

Aber auch für Soundcomposing ist Frankreich bekannt, wie man schon am Blinkergeräusch sämtlicher Modelle hören kann. E-Autos müssen künftig Geräusche machen, wenn sie fahren. Beim Ami One Concept verwendeten die Entwickler natürliche Musik sowie männliche und weibliche Stimmen, um einen digitalen Roboter-Klang zu vermeiden. Die Klangsignatur − bestehend aus einer Folge von Noten, die sich je nach Fahrzeuggeschwindigkeit ändert − erfüllt die europäischen gesetzlichen Bestimmungen, die seit dem 1. Januar 2019 in Kraft sind.

Und die App F2M Services steht dem Fahrer dabei zur Seite und erleichtert ihm das Leben an Bord. Sie ermöglicht, Parkhäuser zu bezahlen, Mautstellen zu passieren, einen Parkplatz am Bahnhof oder Flughafen zu reservieren oder Valet-Parken zu buchen. Alle Leistungen werden anschließend auf einer Rechnung aufgelistet.

 

Gebündelt wird das Ganze in Free2Move: das Ziel: Bis 2030 der von den Kunden bevorzugte Mobilitätsdienstleister zu werden. Damit Kunden künftig jederzeit an den Ort ihrer Wahl reisen können, bietet man universelle Dienste, die auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen passgenau zugeschnitten sind. Dazu zählt in Städten der Zugang zu sämtlichen Mobilitätslösungen (Fahrzeuge, Fahrräder, Zweiräder, Tretroller), die in der Umgebung als Sharing-Angebot erhältlich sind. Das Angebot umfasst auch Fahrdienste mit Fahrer, unabhängig von der Automarke. Der im April 2017 eingeführte Dienst ist in zwölf Ländern erhältlich. Die urbanen Carsharing-Angebote können über das Smartphone gebucht werden. In Paris, Madrid, Lissabon, Wuhan (China) und Washington D.C. stehen bereits 500 bis 1.000 Fahrzeuge zur Verfügung. Mit Ausnahme des Angebots in Washington D.C. handelt es sich um reine Elektrofahrzeuge. Bis heute haben rund 260.000 Kunden den Carsharing-Dienst in Anspruch genommen.

2019 wird Free2Move um Dienste für Elektrofahrzeuge erweitert: Die Anzeige von Ladestationen in der Umgebung und der bestmöglichen Strecke je nach Ladezustand der Batterie werden hinzugefügt. Außerdem bietet man für Flotte Free2Move Connect Fleet, Fleet Sharing und Lease an. Alle Dienste können gemeinsam oder getrennt gebucht werden und stehen für sämtliche Automobilmarken zur Verfügung. Am liebsten sähe Belloni trotzdem die Nutzung für einen Citroën.

Was bedeutet das?

PSA befindet sich auf einem guten Weg: Mit der Riesenplattform Free2Move, einem wieder erstarkenden Geburtstagskind Citroën und em Ami One Concept, einem echt intelligenten Kleinstfahrzeug für die Stadt ganz in der Tradition der innovativen Marke mit dem Doppelwinkel.  

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