Vitesco Technologies: Auch Hybride werden sauberer dank E-Kat

Kaltstart als Normalfall: Zulieferer will der schwierigen Abgasreinigung bei Plug-in-Hybriden, deren Motoren zur CO2-Reduzierung immer wieder abkühlen, per E-Kat beikommen und so die Emissionen senken.

Vom Start weg emissionsarm: Für Plug-in-Hybride gibt es jetzt ein E-Kat-System, das zu starkes Abkühlen des Verbrenners verhindern soll. | Foto: Vitesco
Vom Start weg emissionsarm: Für Plug-in-Hybride gibt es jetzt ein E-Kat-System, das zu starkes Abkühlen des Verbrenners verhindern soll. | Foto: Vitesco
Johannes Reichel

Die ausgegründete Regensburger Conti-Antriebstochter Vitesco Technologies hat ein elektrisches Katalysatorheizsystem für Hochvolt-Hybridfahrzeuge vorgestellt, mit dem diese im Realbetrieb deutlich emissionsärmer fahren sollen. Möglich wird das durch einen neuen DC/DC Wandler für die Heizscheiben des elektrisch beheizbaren Katalysators EMICAT. In Fahrzeugen mit reinem Verbrennungsmotor und in milden Hybriden sei das System bereits im Einsatz. Der E-Katalysator ermögliche niedrigere Schadstoffemissionen im Realbetrieb, was im Hinblick auf künftige Regulierungen wie Euro7 zunehmend wichtig werde.

„Die Kombination aus Heizkatalysator und neuen DC/DC-Wandler senkt die realen Emissionen in entscheidenden Situationen, nämlich dann, wenn der Verbrennungsmotor wieder anspringt“, erklärt Klaus Hau, Leiter des Geschäftsbereichs Sensing & Actuation bei Vitesco Technologies.

Mit dem Wandler für das elektrische Katalysatorheizen in Plug-In Hybriden stelle man dem Markt eine zusätzliche Option für die Elektrifizierung bereit. Die Herausforderung bei den PHEV bestehen im Zielkonflikt zwischen CO2-Effizienz und niedriger Kaltstartemissionen. Hybridfahrzeuge nutzten ihr CO2-Einsparpotenzial dadurch aus, dass der Verbrennungsmotor so oft wie möglich abgeschaltet und stattdessen elektrisch gefahren wird. Dadurch entstünden allderings längere Betriebspausen beim Verbrennungsmotor, in denen das Fahrzeug kein CO2 ausstößt. In diesen Phasen kühle der Motor ab. Werde er wieder gestartet, so sei auch der Abgasstrom zunächst kalt – unter Umständen zu kalt, um im Katalysator Schadgase umzuwandeln, skizziert der Zulieferer die Problematik.

„Gerade bei effizient gefahrenen Hybriden ist der Kaltstart eigentlich der Normalfall“, meint Rolf Brück, Leiter Katalysatoren und Filter bei Vitesco Technologies.

Aus Sicht der Emissionsminderung sei das eine Herausforderung, denn beim Kaltstart könnten die meisten Emissionen im Zyklus entstehen. Wolle man die Elektrifizierung in einem Fahrzeug optimal ausnutzen, um CO2 zu sparen, so werde eine Lösung für alle Kaltstartsituationen benötigt, so die Vitesco-Spezialisten. Für Hochvolt-Hybride wie den zunehmend populären Plug-In Hybrid sei diese Form der Abgasnachbehandlung bisher nicht verfügbar gewesen, denn die Heizscheibe könne nicht direkt aus dem Hochvoltsystem mit 200 bis 450 V versorgt werden. Der neu entwickelte DC/DC-Wandler erzeuge nun aus der hohen Spannung des Antriebssystems die Niedervoltspannung und die Leistung für die Heizscheibe. Das kompakte Aggregat basiert auf moderner Leiterplattentechnologie und soll einen hohen Wirkungsgrad von 95 Prozent ermöglichen.

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