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VISION mobility Think Tank auf der Power2Drive: Die Zukunft wird bunt!

Beim 2. Think Tank des Jahres auf der Fachmesse in München ging es um den Schlüsselfaktor der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Die Experten von DKV und Innogy glauben dennoch: Neben Strom werden andere alternative Antriebe und Kraftstoffe eine Rolle spielen.

Denkanstöße: Beim zweiten 2018er-Think-Tank von VISION mobility wurde über die Rolle der öffentlichen Ladeinfrastruktur debattiert. | Foto: J. Reichel
Denkanstöße: Beim zweiten 2018er-Think-Tank von VISION mobility wurde über die Rolle der öffentlichen Ladeinfrastruktur debattiert. | Foto: J. Reichel
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Johannes Reichel

Der 2. VISION mobility Think Tank des Jahres, der auf der Fachmesse Power2Drive in München stattfand, widmete sich der hochspannenden Frage, welche Rolle die öffentliche Ladeinfrastruktur für den Durchbruch der Elektromobilität spielt. Wobei die Frage fast rhethorischer Art war, wie die Experten des Tankkarten- und Abrechnungsspezialisten DKV und des Energietechologieunternehmens Innogy unisono befanden. Das eine, den Durchbruch, werde es ohne das andere, eine ausreichende Ladeinfrastruktur schlicht nicht geben. Viel zu klein sei die Zahl derer, die sich privat eine leistungsfähige Ladestation anschaffen könnten. Andererseits habe die Elektromobilität gegenüber dem Fahren auf Basis fossiler Energieträger einen Vorteil, wie Innogy Vertriebsspezialist Fabian Haxter anführte: "Man kann Strom überall zapfen, nicht nur an der Tankstelle".

Er sieht durchaus Potenzial im vielleicht auch nur "milden" über Nacht laden am Haushaltsstrom, vor allem aber in den Betrieben am Arbeitsplatz. Man müsse die hohen Stand- und Parkzeiten von Automobilen nutzen, um Energie zu bunkern. Prozentual sieht Haxter die Formen "Heimladen" und "halböffentlich" am Arbeitsplatz sogar bei 85 Prozent der Fälle, während Innogy den Formen "Tankstelle" und öffentliche Ladesäulen vorzugsweise mit High-Power-Charging nur 15 Prozent beimisst. Vor allem für den Einstieg sei eine öffentliche Ladeinfrastruktur aber unerlässlich. Und die müsse zwingend mit Ökostrom aufgezogen werden, sonst funktioniere die ökologische Gesamtrechnung nicht.

Nicht alles auf einmal: Fokus auf E-Mobilität

Daher hält er auch eine konsequent umgesetzte Energiewende für unabdingbar. Sonst sei alles andere Makulatur. Er empfahl ein ganzheitliches Geschäftsmodell von der Planung, über Netzausbau bis zu Hardware und Wartung, bei dem es im Zweifel gelte, "klein zu starten". Für essentiell hält Haxter e-Roaming mit allen Partnern, eine stringente Preisgestaltung, White-Labe-Angebote und den "Türöffner" über e-Car-Sharing. Das Startproblem sei vor allem, wie man eine ausreichende Auslastung der Infrastruktur sicherstelle, da seien geteilte Fuhrparks ein Weg, die Frequenz zu erhöhen. Der Fokus von Innogy liege derzeit klar auf der Forcierung der Elektromoblität, auch wenn Haxter persönlich glaubt: "Die Zukunft wird bunt. Wir werden auch Wasserstoff und CNG im Mix sehen." Es mache aber keinen Sinn, alles auf einmal tun zu wollen. 

 

Speerspitze Außendienst und City-Logistik

Hier lag der Innogy-Vertriebsmann ganz auf einer Linie mit dem DKV-e-Mobility-Experten Bernhard Wolters, der auch einen bunten Mix für die Zukunft erwartet. "Wir haben für LNG und H2 bereits erst Tankstellen. Für uns steht fest: Wir handeln künftig nicht mehr nur mit Diesel, sondern alle Energieträger", ist Wolters sicher. DKV kooperiert seit kurzem mit Innogy und hat dadurch ein Ladesäulennetzwerk von 17.000 Zapfpunkten, davon 1.800 Schnellladepunkte erschlossen. Mit einer Zusatzoption "Charge" auf die klassische Tankkarte des Anbieters sowie mit einer App inklusive Navigation erhielten E-Mobilitäts-Nutzer eine unkomplizierte, europaweite Lösung aus einer Hand, skizziert der Fachmann. Nach seiner Prognose werde die E-Mobilität vor allem in den Sparten "Außendienst-Fahrzeug", hier vor allem PHEV-Hybride, Incentive- und Poolfahrzeuge, hälfig PHEV und BEV, sowie bei City- und Intercity-Vans, hier ausschließlich batterieelektrische Modelle, als Speerspitze vorangetrieben.

Für 2021 prognostiziert Wolters einen europaweiten Bestand an  von 1,2 Millionen Fahrzeugen alleine in gewerblichen Fuhrparks, wo der Schwerpunkt des Unternehmens liegt. Man habe das hochgerechnet auf einen Energiebedarf von 1.730 GWh und 172 Millionen Ladesessions. Davon entfallen nach der Prognose 40 Millionen auf Deutschland als einer der Top-3-Volkswirtschaften in Europa, 280.000 Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge in gewerblichen Fuhrparks traut der Tankkarten-Anbieter dem deutschen Markt bis in drei Jahren zu, mit einem Energiebedarf von 400 GWh. Das sollte doch zu machen sein.      

Der nächste VISION mobility Think Tank findet bereits am 26. Juni beim Smart City Logistik Kongress in Weimar statt unter Moderation von Tobias Schweikl, Chefredakteur unseres Schwesterblattes LOGISTRA. Thema: "C02 – Konsequent gekappt  - Wie komme ich möglichst smart, schnell und sauber in die Stadt?"

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