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VISION mobility THINK TANK am SCL: Schon heute emissionsfrei liefern

Am zweiten Tag des 6. SCL-Kongress in Rudolstadt fuhren die Hersteller Rytle, MAN und Iveco beim THINK TANK ihre Lösungen für eine moderne und emissionsarme Stadtlogistik auf.

VISION mobility THINK TANK zum Verteilerverkehr der Zukunft im Rahmen des 6. SCL-Konkress. | Bild: Dako
VISION mobility THINK TANK zum Verteilerverkehr der Zukunft im Rahmen des 6. SCL-Konkress. | Bild: Dako
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Redaktion (allg.)
von Tobias Schweikl

Im Rahmen des 6. SCL-Kongress auf dem Residenzschloss Heidecksburg in Rudolstadt fand am 23. Mai 2019 ein VISION mobility THINK TANK zum Thema „Die Zukunft des Verteilerverkehrs“ statt. Unter der Moderation von Tobias Schweikl, Chefredakteur des Logistikmagazins LOGISTRA stellten Fachleute aus der Fahrzeugindustrie ihre Lösungen für moderne City-Logistik-Konzepte und die emissionsfreie Innenstadtbelieferung vor.

Den Anfang machte Dr. Kristian Schopka von der Rytle GmbH. Das Bremer Start-up hat mit dem „Rytle MovR 25“ ein Lastenrad entwickelt, das Teil einer kompletten Supply-Chain-Lösung ist. Kern des Systems ist das „Box-in-Box-in-Box-Prinzip“, wie es Schopka in seinem Vortrag nannte. Die ausgelieferten Pakete (die erste Box) werden in einem Wechselbehälter (die zweite Box) vorkommissioniert. Im normalen E-Commerce-Alltag geht Rytle von ungefähr 30 Paketen aus, die in einem Wechselbehälter Platz finden. Dieser Wechselbehälter wird für eine Liefertour vom Lastenrad aufgenommen.

Die dritte Box ist eine Zehn-Fuß-Wechselbrücke, in die wiederum neun Wechselbehälter passen. Die Wechselbrücke wird von einem umgebauten 7,5-Tonner vom Logistikzentrum in die Innenstadt gefahren und dort am Logistik-Hub abgestellt. Zur Entladung senkt sich die Wechselbrücke hydraulisch auf Bodenniveau ab. Die ganze Logistikkette vom Logistikzentrum bis zur Haustür soll damit von einer Person bedienbar sein.

Elektrischer 3,5-Tonner

Thomas Pietsch von der MAN Truck & Bus SE stellte auf dem VISION mobility THINK TANK den Elektrotransporter MAN eTGE der Münchner Nutzfahrzeugspezialisten vor. Zu einem Preis von 69.500 Euro ist der emissionsfreie 3,5 Tonner zwar rund doppelt so teuer wie ein vergleichbarer Diesel – dafür habe man aber auch Kostenvorteile bei Verbrauch, Wartung, Verschleiß und Versicherung. Außerdem ermögliche das Fahrzeug wegen des geräuschlosen Elektroantriebs die Nachtzustellung und es unterliege zudem keinen Einfahrtsbeschränkungen bei Diesel-Fahrverboten.

MAN gibt auf die verwendeten Lithium-Ionen-Batterien eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern, je nachdem, was zuerst erreicht werde. Die verwendeten Elektrokomponenten stammen aus der Großserien beim e-Golf. Die wichtigsten Zahlen zum Fahrzeug: Ladbar bis 7,2 kW über eine AC-Wallbox und bis 40 kW über Gleichstrom-CCS. Der Motor liefert eine Dauerleistung von 50 kW, die Peakleistung liegt bei 100 kW. Der eTGE schafft damit laut NEFZ eine Reichweite von 173 Kilometern. Realistischer seien aber Reichweiten von um die 130 Kilometer in der Stadt, so Pietsch. Damit dieser Wert auch im Winter durch übermäßiges Heizen nicht noch über Gebühr weiter sinkt, gehören sowohl eine beheizbare Frontscheibe und Sitzheizung zur Serienausstattung. Beides zehrt zwar auch an der Batterie, aber deutlich weniger als die normale Heizung. Die Nutzlast des eTGE liegt bei rund 950 Kilo.

Erdgas kommt

Manfred Kuchlmayr von der IVECO Magirus AG wies anschließend darauf hin, dass man nicht immer elektrisch unterwegs sein müsse, um keine Probleme mit Fahrverboten zu bekommen. Erdgas sei, sowohl in seiner klassischen Form als CNG als auch komprimiert als LNG ein fossiler Brennstoff, der sehr sauber verbrenne. Bei Erdgas (CH4) komme auf vier Wasserstoffatome nur ein Kohlenstoffatom, so Kuchlmayr. Bei Diesel (C14H30) seien es 14 Kohlenstoffatome auf 30 Wasserstoffatome.

Hinzu komme, dass sich das Erdgas auch in einer Kreislaufwirtschaft aus Bioabfällen herstellen lasse. Beispielsweise aus Stroh oder Lebensmittelresten, die ansonsten auf Deponien verrotten und dabei das Methan (einen übrigens deutlich aggressiveren Klimakiller als CO2) in die Atmosphäre abgeben. „Leider haben wir in Deutschland dieses Thema durch den billigen Diesel komplett verschlafen“, so Iveco-Mann Kuchlmayr. „Das benachbarte Ausland ist hier schon viel weiter als wir.“ In Frankreich etwa sammelt der Einzelhandelskonzern Carrefour die Lebensmittelabfälle seiner Filialen wieder ein und lässt diese zu Biogas verarbeiten. Damit wiederrum betanke das Unternehmen mittlerweile eine Flotte von 200 Erdgas-Lkw. Durch die inzwischen verbesserten Fördermöglichkeiten sieht Kuchlmayr das Thema CNG/LNG aber auch in Deutschland wachsen.

Der VISION mobility THINK TANK ist eine Veranstaltungsreihe des Magazins Vision Mobility. Die Zeitschrift richtet sich an Flottenbetreiber und mobilitätsbegeisterte Menschen und widmet sich den Themen Mobilität, Konnektivität und Infrastruktur. Weitere THINK TANKS in diesem Jahr sind auf der IAA Pkw in Frankfurt, auf der eMOVE360 in München und auf der Hypermotion erneut in Frankfurt geplant.

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