Vision AMG: EQXX aus Affalterbach

Mit der Designstudie gibt Mercedes-AMG einen Ausblick auf seine vollelektrische Zukunft.

Mit der Studie "Vision AMG" zeigte der Mercedes-Benz Konzern, wie er sich einen viertüriges AMG-Coupé vorstellt. | Foto: Mercedes-Benz
Mit der Studie "Vision AMG" zeigte der Mercedes-Benz Konzern, wie er sich einen viertüriges AMG-Coupé vorstellt. | Foto: Mercedes-Benz
Gregor Soller

Mercedes-Benz will bis 2030 – wo es die Marktbedingungen zulassen – vollelektrisch werden, bis 2039 will der Konzern komplett CO2-neutral sein. Zudem will sich das Unternehmen stärker auf das Luxussegment konzentrieren. Im Rahmen der Veranstaltung „The Economics of Desire“ an der Côte d’Azur gab man deshaln weitere Details zur Strategie bekannt.

Heißt: Auch AMG wird elektrisch – wie das aussehen könnte, zeigte man mit dem Vision AMG, einem viertürigen E-Coupé. Unter dessen Karosserie steckt die eigenständige Plattform AMG.EA, die in Affalterbach für vollelektrische Performance-Modelle entwickelt wird. Dort herrsche laut Philipp Schiemer, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Mercedes-AMG GmbH, „eine neue, ganz besondere Aufbruchsstimmung“.

Laut Gorden Wagener, dem Chief Design Officer bei Mercedes-Benz, baut das Konzeptauto konzeptionell und in Sachen Aerodynamik zwar auf dem Vision EQXX auf, wurde aber komplett in Affalterbach entwickelt. Deshalb steckt unter der aerodynamischen Hülle auch eine spezielle Hochvoltbatterie und eine eigene Antriebstechnologie: In dem Fall einem Axialflussmotor, der von der Mercedes-Benz-Tochter Yasa entwickelt wurde. Mit seiner kompakten und leichten Bauweise soll er deutlich mehr Leistung als herkömmliche Elektromotoren liefern, auch wenn sich AMG über genaue Daten noch ausschweigt. Schiemer erklärt, dass sich AMG komplett neu erfinde und die Weichen auf eine elektrifizierte Zukunft stelle:

„Mit dieser Studie geben wir nun einen ersten Ausblick darauf, wie wir die DNA von AMG ab 2025 in die reinelektrische Zukunft transferieren.“

Auch der AMG bietet fließende großen Flächen aus – mit minimalen Fugen. Heck- und Seitenscheiben wurden in der Wagenfarbe Alubeam-silber lackiert, könnten in echt aber auch durchsichtig foliert werden.

Mit AMG will der Konzern seinen Weg in die vollelektrische Zukunft im Wortsinn beschleunigen: Dazu soll das Produktportfolio umgestaltet werden. Kleinere Modelle sollen ebenso entfallen wie Sonderversionen – die Cabrios werden sich auf SL und einen Ableger der C-Klasse beschränken. Auch hinter den Kombis steht ein Fagezeichen. Außerdem sollen künftig mehr als 75 Prozent der Investitionen für die Entwicklung von Fahrzeugen in den profitabelsten Marktsegmenten gemacht werden. Entsprechend soll der Absatzanteil des Top-End-Segments bis 2026 im Vergleich zu 2019 um rund 60 Prozent steigen. Das soll wiederum zu einem deutlichen Anstieg der Profitabilität führen und den Konzern finanziell widerstandsfähiger machen: Bis Mitte der 2020er-Jahre soll eine Umsatzrendite von rund 14 Prozent erreicht werden.

Ola Källenius, Vorsitzender des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, erklärt dazu:

„Was schon immer der Kern unserer Marke war, ist nun auch der Kern unserer Strategie: das Luxussegment. Darauf richten wir unser Geschäftsmodell und Produktportfolio künftig noch konsequenter aus, um so das volle Potenzial von Mercedes-Benz selbst in einem herausfordernden Umfeld zu entfalten. Im Mittelpunkt steht dabei der Anspruch, die begehrenswertesten Autos der Welt zu bauen“.

Was bedeutet das?

Zur Zukunftsstrategie von Mercedes-Benz gehört natürlich auch AMG. Weshalb man hier mit der Studie „Vision AMG“ zeigte, wie ein künftiges „Volumenmodell“ aussehen könnte. Drum herum wird es weiter Sportwagen und sicher auch das ein oder andere CUV oder gar SUV aus Affalterbach geben.

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