Vimcar-Flottenstudie: E-Mobilität und Digitalisierung dominieren

Firmenwagen-Studie konstatiert als Mega-Trends die Elektrifizierung und die vermehrte Digitalisierung von Prozessen. Steigendes Bewusstsein für effiziente Nutzung der "Ressource Firmenwagen".

Digital und elektrisch: Der Berliner Software Spezialist sieht E-Autos auf dem Vormarsch - und digitale Fuhrparkverwaltung. | Foto: Vimcar
Digital und elektrisch: Der Berliner Software Spezialist sieht E-Autos auf dem Vormarsch - und digitale Fuhrparkverwaltung. | Foto: Vimcar
Johannes Reichel

Die Elektromobilität ist weiter auf dem Vormarsch auch in Firmenflotten. Das ist das Resümèe der aktuellen Studie des Berliner Flottensoftwarespezialisten Vimcar zur Firmenwagennutzung im Mittelstand (DACH-Region), für die die Daten von rund 100.000 vernetzten Firmenfahrzeugen anonymisiert ausgewertet wurden. Nach der Statistik unternimmt der Nutzer eines Firmenfahrzeugs pro Monat im Schnitt 113 Fahrten und sitzt dabei 52 Stunden im Auto. Dabei beläuft sich eine durchschnittliche Berufsfahrt auf 20 Kilometer. 16 Prozent aller Firmenfahrzeuge fuhren dabei nicht mehr als 195 Kilometer pro Tag – weniger als die durchschnittliche Reichweite eines Elektro-KFZ.

„Das Bewusstsein für eine effiziente Nutzung der Ressource Firmenwagen ist durch die Krise deutlich
gestiegen“, meint Vimcar-Geschäftsführer und Gründer Andreas Schneider wahrzunehmen.

Elektro-Firmenwagen legen stark zu, VW beliebteste Marke

Elektrofahrzeuge stellten mittlerweile immerhin 6,6 Prozent der Firmenwagen im Mittelstand. Damit habe sich der Anteil seit 2018 (0,6 Prozent) verzehnfacht. Mit 90,11 Prozent machen Verbrenner (Diesel, Benzin) noch den Hauptanteil der deutschen Firmenwagen aus (Hybrid: 3,8 Prozent). Die beliebteste Firmenwagen-Marke im Mittelstand ist Volkwagen (22,13 Prozent der Fahrzeuge), gefolgt von Mercedes (13,43 Prozent) und Audi (10,19 Prozent). Der beliebteste „nachhaltige“ Firmenwagen sei aber der Mercedes Vito (22 Prozent), gefolgt vom Passat Variant (Hybrid, 19 Prozent) und dem VW-Golf (17 Prozent).
 

Digitales Fahrtenbuch bringt Zeit- und Steuerersparnis

Über 339.152 digitale Fahrtenbücher hätten Kunden des Berliner Firmenwagen-Spezialist bereits finanzamtskonform eingereicht und dabei 4.292.220.186 Kilometer automatisch aufgezeichnet (entspricht 5.583 Mal der Strecke von der Erde zum Mond und zurück). Dabei seien Zeit- und Steuerersparnis „die Hauptgründe für die stark gestiegene Nachfrage“ nach digitalen Fahrtenbuch-Lösungen, so Schneiders Analyse.

„Unsere Fahrtenbuch-App hat über 222 Millionen Fahrtenbucheinträge automatisiert erfasst und unseren Kunden damit statistisch 141 Lebenszeit gespart", wirbt der Softwarespezialist plastisch.

Insbesondere für berufliche Vielfahrer und hochpreisige Fahrzeuge lohne sich zu Jahresbeginn ein Steuerwechsel von der Listenpreis-Methode aufs Fahrtenbuch. „Im Durchschnitt beläuft sich die steuerliche Ersparnis durch den Umstieg auf ein digitales Fahrtenbuch auf 2.750 Euro“, berichtet Firmenwagen-Experte Schneider.

Niedrigere KFZ-Versicherungsprämie durch Digitallösung

Auch bei der KFZ-Versicherung könne ein digitales Fahrtenbuch Geld sparen: Connected-Car-Lösungen ermöglichen bei vielen Versicherungen einen Prämienrabatt als „digitaler Diebstahlschutz“. Ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor für die Fahrzeuge stelle die Live-Ortung dar, mit der man bereits zahlreiche gestohlene Fahrzeuge sicherstellen habe können.

Einfache Umrüstung per Stecker

Zur Umrüstung wird vom Nutzer einmalig ein speziell entworfener Stecker in die sogenannte On-Board- Diagnose-Schnittstelle (OBD) des Fahrzeugs gesteckt. Für straßenverkehrstaugliche Transporter und Baustellenfahrzeuge ohne OBD-Schnittstelle gebe es Telematik-Lösungen, die vom Nutzer dauerhaft und „unsichtbar“ an der Fahrzeugbatterie befestigt werden.

Die steuerlichen Nachteile eines fehler- oder lückenhaften Fahrtenbuchs sind oft schmerzhaft. Ein digitales Fahrtenbuch schreibe sich quasi von selbst. „Dadurch wird Firmenwagen-Fahrern im Vertrieb eine zusätzliche Aufgabe nach jedem Kundentermin von den Schultern genommen“, wirbt Schneider weiter. Der Fahrer könne via Fingertipp am Smartphone die Fahrten einfach klassifizieren (als Geschäftsfahrt, Privatfahrt oder Mischfahrt). Für die Steuererklärung ließen sich sämtliche Aufzeichnung einfach und manipulationssicher als PDF-Datei exportieren. Professionelle Digitale Fahrtenbücher funktionieren vollständig BMF- und DSGVO-konform. So sei etwa die Software des Berliner Unternehmens Vimcar Kooperationspartner von DATEV und dem Deutscher Steuerberaterverband e.V., wirbt der Anbieter.

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