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Vier Autohersteller schließen mit Kalifornien Vertrag für Kraftstoffeffizienz

BMW, Ford, Honda und VW schlossen ein Abkommen mit Kalifornien, das nur eine moderate Lockerung der föderalen Verbrauchsnormen der Obama-Ära vorschreibt – das berichtet die Washington Post.

Sieg für Kalifornien: BMW, Ford, Honda und VW wollen an sparsameren Verbrauchszielen festhalten. | Foto: Free Photos
Sieg für Kalifornien: BMW, Ford, Honda und VW wollen an sparsameren Verbrauchszielen festhalten. | Foto: Free Photos
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Gregor Soller

Rückschlag für das von Trump initiierte „radikale Rollback“ bei den Verbrauchsnormen, welche zahlreiche Autohersteller forderten. Trumps Regierung „lieferte“ prompt und forderte auch Kalifornien auf, seine strengeren Standards aufzugeben. Doch der „Sunshine State“ an der Westküste blieb hart – und er ist extrem wichtig für die Autoindustrie. Die jetzt teils selbst zurückruderte, da sie Rechtsstreitigkeiten und Unsicherheiten fürchtet. BMW, Ford, Honda und Volkswagen gingen noch einen Schritt weiter: Jetzt hat das California Air Resources Board (CARB) nach wochenlangen geheimen Verhandlungen einen Kompromiss mit Ford, Honda, Volkswagen und BMW geschlossen. Nach dem streben die Autohersteller einen durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch der Flotte von rund 50 mpg – das sind rund 4,70 l/100 km bis 2026 an, ein Jahr später als das zuvor vereinbarte Ziel (der Plan von Trump wollte die Vorgabe bei rund 37 mpg einfrieren, das wären rund 6,35l/100 km). Kalifornien lässt dafür auch bei der Verbesserung der Flotteneffizienz mit sich reden: Jetzt genügt eine Verbesserung um 3,7 Prozent pro Jahr statt 4,7 Prozent unter der vorherigen Vereinbarung.

"Diese Bedingungen werden unseren Unternehmen die dringend benötigte Regulierungssicherheit geben, indem sie es uns ermöglichen, sowohl die Anforderungen des Bundes als auch die der Länder mit einer einzigen nationalen Flotte zu erfüllen, ein Flickwerk von Vorschriften zu vermeiden und gleichzeitig weiterhin eine sinnvolle Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu gewährleisten", sagten die vier Automobilhersteller in einer gemeinsamen Erklärung.

Regierungsbeamte der Trump-Administration lehnten das neue Abkommen sofort ab und sagten, dass sie planen, mit ihrer regulatorischen Rücknahme fortzufahren. „Dieser freiwillige Rahmen ist ein PR-Trick, der nichts zur Förderung des einen nationalen Standards beiträgt, der den amerikanischen Verbrauchern Sicherheit und Erleichterung bietet“, sagte EPA-Sprecher Michael Abboud.

Die vier Autohersteller haben versprochen, die Kraftstoffeffizienz ihrer Flotten zu verbessern, unabhängig davon, was das Weiße Haus entscheidet. Kanada hat kürzlich angekündigt, dass es dem Beispiel Kaliforniens folgen wird, und mehrere der 13 anderen Staaten, die derzeit den Standards Kaliforniens folgen, haben angekündigt, dass sie sich dem Rollback der Bundesregierung widersetzen werden.

Was bedeutet das?

Die Trump-Administration Dies ist zweifellos ein Sieg für die Befürworter besserer Luft, aber die Schlacht ist noch lange nicht gewonnen. Denn die vier Unternehmen, die den Pakt unterzeichnet haben, repräsentieren nur 30 Prozent des US-amerikanischen Automobilmarktes, und Ford und VW investieren stark in Elektrifizierung. FCA wartet einmal mehr ab: „Wir freuen uns darauf, die Details dieser Vereinbarung sowie die Bundesregel noch in diesem Jahr zu überprüfen.“ Und  GM-Sprecherin Jeannine Ginivan wies darauf hin, dass ihr Konzern den neuen (lascheren) Kompromiss mit der Trump-Administration mit ausgearbeitet habe.

Immerhin hat die Verwaltung kürzlich die Geldbußen wegen Nichteinhaltung der Bundesnormen eingefroren, eine Entscheidung, die der Verband der Automobilhersteller lobte. Optional gibt es immer noch die Möglichkeit, (bescheidene) Geldbußen zu zahlen oder Emissionsgutschriften von Tesla und Co. zu kaufen, um weiter Gas-Guzzler verkaufen zu können. Und das werden sie wohl tun müssen, denn: Nach Angaben der Alliance of Automobile Manufacturers, machten 2018 durstige SUV, Vans und Pickups 69 Prozent des US-Automarktes aus. Allein 11,6 Prozent entfielen auf die drei umsatzstärksten Pickups, verglichen mit 1,9 Prozent bei Hybridfahrzeugen und 1,2 Prozent bei reinen EVs. Trump hat mit seiner Politik der rückwärtsgewandten Spaltung nun auch die Autoindustrie im Heimatland erreicht. Die USA sind föderalistisch aufgebaut und jeder Staat kann hier sein eigenes Süppchen kochen – wobei Kalifornien einmal mehr mit gutem Beispiel voran geht.

 

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