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Verdacht auf Manipulation bei THG-Quoten: ADAC fordert Konsequenzen

Nach dem Verdacht auf Manipulationen bei THG-Quoten fordert der Automobilclub konsequente Maßnahmen. De facto unterbleiben CO2-Reduktionen und die Wirkung wird konterkariert. Geringere Erlöse für E-Mobilisten.

Falsche Quote: Der ADAC fordert eine zügige Aufklärung und Konsequenzen nach dem Verdacht der Manipulation bei THG-Quoten. | Foto: ADAC/Owlie Productions/Shutterstock
Falsche Quote: Der ADAC fordert eine zügige Aufklärung und Konsequenzen nach dem Verdacht der Manipulation bei THG-Quoten. | Foto: ADAC/Owlie Productions/Shutterstock
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Johannes Reichel

Nach den Berichten über Manipulation bei THG-Quoten hat der Automobilclub ADAC Konsequenzen gefordert. Eine nennenswerte Anzahl der in den letzten Jahren in Verkehr gebrachten Treibhausgas-Quoten (THG-Quoten) steht nach Medienrecherchen unter Verdacht, aufgrund von Manipulationen bei der Zertifizierung und Anmeldung zu Unrecht gehandelt und zur THG-Quotenerfüllung angerechnet worden zu sein. Die THG-Quote dient dazu, den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehr zu steigern.

„Nur durch entschlossenes Handeln können wir sicherstellen, dass die Zertifizierung von alternativen Kraftstoffen nicht dauerhaft Schaden nimmt und Emissionsminderungen tatsächlich wirksam werden,“ sagt ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand. „Wir appellieren an die verantwortlichen Behörden, rasch zu handeln und die Rolle von erneuerbaren Energien im Verkehrssektor zu stärken.“

Der Club nehmen als Verbraucherschützer diese Recherchen sehr ernst. Durch falsch deklarierte Kraftstoffe oder fehlerhafte Anrechnungen unterbleiben faktisch Minderungen von Treibhausgasen, obwohl diese zur Erfüllung der THG-Quote angerechnet werden. Dies konterkariert die umweltpolitische Wirkung der THG-Quote, kritisiert der Verband. Zudem können fälschlich angerechnete Reduzierungen von THG günstiger beschafft werden als berechtigte THG-Quoten, was sich nachteilig auf deren Marktpreis auswirkt. Damit erzielen Elektrofahrzeughalter geringere Erlöse beim THG-Bonus und das Förderinstrument für Elektromobilität wird geschwächt.

Nur langsames Vorgehen gegen die Missstände

Die Bereinigung von möglichen Missständen erfolgt seitens der staatlichen Akteure in der EU und in Deutschland nach Ansicht des Mobilitätsclubs teilweise nicht oder nur langsam. Die Zuständigkeiten zwischen EU-Kommission und Mitgliedstaat sind unklar geregelt, es fehlen belastbare Kontrollmechanismen für Zertifizierungssysteme und Zertifizierer und die Klärung von Hinweisen auf fehlerhafte Zertifizierung dauert zu lange. Positiv zu erwähnen ist, dass die Bundesregierung nun immerhin gemeinsam mit den Regierungen aus Frankreich und den Niederlanden, auch mit Unterstützung Österreichs, das Thema auf die Tagesordnung des EU-Ministerrates gebracht hat und Initiativen der Kommission einfordert.

Verlässlichere Zertifizierungssysteme gefordert

Der ADAC setzt sich für den Klimaschutz im Verkehr ein und fordert daher verlässlichere Zertifizierungssysteme, konsequente Sanktionierung und die sofortige Entfernung unrechtmäßig zertifizierter THG-Quoten.

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