Varta: 300 Millionen für die nächste Generation Lithium-Akkus

Wirtschaftsminister übergibt Förderbescheide zum Aufbau einer Batteriezellfertigung in Deutschland und sieht darin einen Schritt Richtung Großserie. Varta will Know-how aus Kleinstzellen skalieren.

Autonom zu den Zellen: Wirtschaftsminister Altmeier besichtigte die Zellfertigung gemeinsam mit Varta-Chef Herbert Schein. | Foto: Varta
Autonom zu den Zellen: Wirtschaftsminister Altmeier besichtigte die Zellfertigung gemeinsam mit Varta-Chef Herbert Schein. | Foto: Varta
Johannes Reichel

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier (CDU) hat an den Batteriehersteller Varta in Ellwangen einen Förderbescheid in Höhe von 300 Millionen Euro überreicht, im Rahmen der Initiative der EU-Kommission zur Förderung der Batterietechnologie. Mit Hilfe der Fördersumme soll der Traditionshersteller von Auto- und Mikrobatterien die nächste Generation Lithium-Ionen-Zellen erforschen und darüber hinaus eine Massenproduktion aufbauen. Man wolle in Deutschland Autoland bleiben, erklärte Altmaier am Standort in Ellwangen.

"Der Aufbau einer innovativen und nachhaltigen Batteriezellproduktion in Deutschland hat für uns hohe Priorität. Sie ist erforderlich, um im Zuge der Energie- und Verkehrswende wettbewerbsfähig zu bleiben, neue Arbeitsplätze zu schaffen und Wohlstand zu sichern. Erste Batteriezellen werden bereits in Deutschland produziert. Nun machen wir den nächsten Schritt hin zur Großserie bei Batteriezellen für automobile und industrielle Anwendungen", ist Altmeier sicher. 

Auch die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern steuern Geld für das Vorhaben bei, das an den beiden Standorten Ellwangen und Nördlingen fokussiert wird. Bundesweit wil das Bundeswirtschaftsministerium die Batteriezellfertigung bis 2030 mit rund 1,7 Milliarden Euro fördern.
 

Pilotlinie soll neueste Micro-Akkus hochskalieren

Neben der Entwicklung der neuesten Generation kleinformatiger Lithium-Ionen Zellen mit noch höheren Energiedichten soll der Schwerpunkt des Förderprogramms auf der Übertragung der eigenen Technologie auf größere Formate liegen. Diese Batteriezellen könnten in Zukunft in Energiespeichern, Robotern, aber auch in Bereichen der Mobilität eingesetzt werden, wie der Anbieter präzisierte. Auf einer Pilotlinie sollen jetzt diese neuen Batterieformate optimiert und in eine Massenproduktion überführt werden. Zudem investiert der Anbieter weiterhin in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für  Batteriezellen in Sonderformaten, die zunehmend beispielsweise für IOT-Anwendungen nachgefragt werden.

Man sieht sich als Technologieführer bei Kleinstbatterien

Die Varta AG mit Stammsitz in Ellwangen produziert und vermarktet nach eigener Beschreibung ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, Energiespeichersystemen bis zu kundenspezifischen Batterielösungen für eine Vielzahl von Anwendungen. Das Segment „Microbatteries & Solutions“ fokussiert sich auf das OEM-Geschäft für Mikrobatterien sowie auf das Lithium-Ionen-Batteriepack-Geschäft. Auch hier sieht man sich als anerkannter Innovationsführer in den wichtigen Wachstumsmärkten der Lithium-Ionen-Technologie sowie bei primären Hörgerätebatterien. Das Segment „Household Batteries“ umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher.

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