Vanwall: Rückkehr mit Elektro-Kompaktsportler?

Einst war Vanwall ein britischer Formel-1-Rennstall: Bis auf die Farbe grün hat die Neugründung damit nichts mehr zu tun: Vanwalls „Vanderwell“ soll ein elektrischer Kompakter im Geiste des Lancia Delta HF Integrale werden.

Der Vanderwell soll der erste neue Vanwall werden - und in Deutschland montiert werden. | Foto: Vanwall
Der Vanderwell soll der erste neue Vanwall werden - und in Deutschland montiert werden. | Foto: Vanwall
Gregor Soller

Hinter der Neugründung von Vanwall steht unter anderem der gebürtige Rumäne Colin Kolles (55), der einst Teamchef in der Formel 1 bei Hispania Racing war und jetzt Geschäftsführer bei Vanwall ist. Die neuen Modelle sind nach dem britischen Industriellen und Vanwall-Gründer Tony Vandervell benannt und sollen in Deutschland montiert werden. Vanwall bezeichnet sein Modell als Sport Crossover Vehicle (SCV). Dabei handelt es sich um einen (och) kompakten Fünftürer, der als Vandervell S und Vandervell S Plus auf den Markt kommen soll. Im S leistet der Elektroantrieb 235 kW/320 PS, in der Plus-Version sind es 427 kW/581 PS. Die Reichweite gibt Vanwall mit bis zu  450 Kilometern im S beziehungsweise bis zu 420 Kilometern im S Plus an. Von null auf Hundert soll es dank Allradantrieb in 4,9 Sekunden (S) und 3,4 Sekunden (S Plus) gehen. Bei 185 km/h wird der S abgeregelt, der S Plus schafft 265 km/h.

Der Vanderwell soll mit geringem Gewicht punkten – Daten zum Gewicht oder der Gewichtsverteilung fehlen aber noch, ebenso wie Angaben zu Akku und Ladeleistung. Die Vandervell-Modelle werden nur im Direktvertrieb für ab umgerechnet gut 150.000 Eurovertrieben. Ab dem dritten Quartal 2023 soll der Verkauf starten. Vanwall-Geschäftsführer Colin Kolles erklärt dazu:

„Wir wollen einzigartige Fahrzeuge einer neuen Generation mit hoher Qualität und großartiger Performance entwickeln, die in der Lage sind, die starke Leidenschaft zu vermitteln, die das Unternehmen Vanwall ausmacht.“

Perspektivisch soll eine limitierte Auflage eines straßenzugelassenen Langstrecken-Hypercars die beiden Vandervell S und Vandervell S Plus ergänzen. Laut Kolles befinde sich der Vandervell 1000 bereits in Entwicklung – die Zahl könnte auf die Maximalleistung in PS hindeuten. Erste Straßen- und Renntests seien schon absolviert.

Innen soll das Modell mit hochwertigen Materialienpunkten und einem Cockpit, das durch eine „hervorragende Ergonomie“ den Bezug zum Motorsport herstellen soll. Kunden sollen aus allen Karosseriefarben und fünf komplementären Innenausstattungsvarianten wählen können. Individuelle Optionen seien auf Anfrage möglich. Der Wagen sei voll straßenzugelassen und unterliege einer zweijährigen Qualitäts- und Servicegarantie.

Die Firma befindet sich aktuell im bayerischen Greding (Landkreis Roth), unweit des Start-Ups E-Legends in Beilngries (Landkreis Eichstätt). Man darf gespannt sein, ob der Vanderwell tatsächlich im dritten Quartal in Produktion geht.

Was bedeutet das?

Die nächste Überraschung aus dem Altmühltal respektive dessen Umgebung: Nach „E-Legends“ in Beilgries fährt jetzt der Vanderwall vor der Kulisse der Jurafelsen vorbei. Und soll extrem schnell in Produktion gehen. Wie das alles finanziert und entwickelt wurde, bleibt dabei dezent im dunklen – der Ansatz eines elektrischen knackigen Kompakten wird aber sicher seine Fans finden – und könnte einem geplanten Lancia Delta-Topmodell das Leben schwer machen.

 

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