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Valmet Automotive: Erste Akkufertigung in Deutschland

Jetzt auch Akkus „made in Germany“: Valmet Automotive feierte die Eröffnung seines ersten Werks für die Produktion von Batteriesystemen in Deutschland.

Los geht´s: Im baden-württembergischen Kirchhardt startet Valmet Automotive seine Akkumontage. | Foto: Valmet Automotive
Los geht´s: Im baden-württembergischen Kirchhardt startet Valmet Automotive seine Akkumontage. | Foto: Valmet Automotive
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Gregor Soller

Großer Bahnhof in Baden Württemberg: Im Beisein von mehr als 100 Gästen, darunter der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann, eröffnete Valmet Automotive seine erste Akkulinie in Deutschland. Das Gesamtinvestment in das Werk in Kirchardt bei Heilbronn (das damit im Herzen führender deutscher Premium-OEMs liegt), beläuft sich laut Valmet Automotive auf einen höheren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Nach einer zweijährigen Umbauphase werden seit Februar 2023 am Standort Batteriesysteme für die Elektromobilität produziert. Den Auftakt bildete eine Kleinserienfertigung von Modulen, Packs und dem Batteriemanagementsystem (BMS) für die Plug-in-Hybrid-Variante (PHEV) einer exklusiven Sportwagenmarke.

Mit der inzwischen erfolgten Installation der Produktionsanlagen für den ersten Großauftrag für einen weiteren Kunden, ein deutscher OEM, „geht es nun so richtig los im Werk“, sagt Manuel Ötsch, der im Jahr 2021 als Standortleiter zum Aufbau des Werks Kirchardt zu Valmet-Automotive gekommen war und inzwischen als Vice President Operations Verantwortung über den Betrieb aller Batteriewerke des finnischen Zulieferers trägt.

Hochautomatisierte Fertigung von Batteriesystemen

Das Werk Kirchardt ist auf einem Areal mit rund 60.000 Quadratmetern angesiedelt. In dem bestehenden Gebäude hat Valmet Automotive auf einer Fläche von rund 11.500 Quadratmetern eine hochautomatisierte Produktion aufgebaut, die zukunftsfähige Arbeitsplätze für rund 160 Mitarbeiter bietet. Dem hohen Nachhaltigkeitsanspruch des Unternehmens folgend, wird in Kirchardt von Beginn an C02-neutral produziert.

Für die Produktion stehen zwei Linien für die automatisierte Fertigung von Groß- und Kleinserien zur Verfügung. Das Prozess Know-how umfasst sowohl Modul- wie Packfertigung. Zudem zeichnet sich das Werk durch eine große Fertigungstiefe in den Applikationsanwendungen aus, wie z.B. Biegen, Schneiden, Laserschweißen, Kleben, Dichtheitsprüfung und End-of-Line-Prüfverfahren.

Wie in den anderen Batteriewerken von Valmet Automotive sind die Strukturen so aufgebaut, dass alle EV-Werke in das Operating System des Unternehmens eingebunden sind und ähnlichen Prozessabläufen und Standards folgen. Projekte können indes ganzheitlich autonom am jeweiligen Standort abgebildet werden. Jyrki Nurmi, Senior Vice President EV Systems, Valmet Automotive, merkt dazu an:

„Mit dieser Struktur stellen wir einheitlich hohe Qualität in der Produktion sicher, steigern unsere Fähigkeiten bei der Lieferung von Batteriesystemen und schaffen gleichzeitig eine größtmögliche Nähe zu unseren Kunden an den jeweiligen Standorten.“

Kirchardt ist nach Salo und Uusikaupunki, die beide in Finnland liegen, das dritte Batteriewerk des Unternehmens und das erste in Deutschland. Die Entscheidung, in Deutschland eine weitere Batteriefabrik zu bauen, wurde vor dem Hintergrund getroffen, dass Valmet Automotive von einem deutschen Automobilhersteller als Systemlieferant für ein in Kürze anlaufendes Batterieprogramm beauftragt wurde.

Ein wesentliches Kriterium für die Errichtung des Werkes in Kirchardt war die Nähe zu den Entwicklungsstandorten in München und Bad Friedrichshall, wo das Unternehmen auch ein Batterie-Testzentrum betreibt. Ein weiterer entscheidender Grund war die Möglichkeit, die Produktionsfläche in Kirchardt kurzfristig um weitere 15.000 Quadratmeter erweitern zu können. Olaf Bongwald, CEO Valmet Automotive, erklärte dazu:

„Die Eröffnung unseres ersten Werks in Deutschland bedeutet einen wichtigen Schritt in der Internationalisierung unseres Unternehmens und unterstreicht unsere Ambitionen, innerhalb Europas eine führende Rolle in der Produktion aber auch der Entwicklung von Batteriesystemen einzunehmen“.

Valmet Automotive gehört zu den „early“ adoptern der Elektromobilität: Beginnend mit dem im Werk Uusikaupunki gefertigten BEV Think City gefolgt vom Fisker Karma, verfügt das finnische Unternehmen seit dem Jahr 2009 über hohe Kompetenz in der Serienfertigung von rein elektrischen und elektrifizierten Fahrzeugen. Mit der Gründung des Geschäftsbereichs EV Systems im Jahr 2018, in dem sowohl die Entwicklung wie auch die Fertigung von Akkusystemen und -modulen gebündelt sind, wurde der strategische Fokus in der Unternehmensentwicklung auf die Elektromobilität gelegt. Inzwischen bietet Valmet Automotive in allen Geschäftsbereichen – Vehicle Contract Manufacturing, EV Systems und Roof & Kinematic Systems – Produkte für die Elektromobilität an.

 

Seit 2019 hat Valmet Automotive bereits 1,8 Millionen Batteriesysteme gefertigt

EV Systems deckt bei Batteriesystemen die komplette Wertschöpfungskette ab und gehört inzwischen zu den führenden Produzenten von Batteriesystemen in Europa. Seit dem Produktionsstart seines ersten Batteriewerks im Jahr 2019 in Salo hat das Unternehmen rund 1,8 Million Batteriesysteme für Hybrid-, Plug-in und vollelektrische Fahrzeuge gefertigt. Verkehrsminister Winfried Hermann als Vertreter der Landesregierung in Baden-Württemberg unterstrich:

„Unser Ziel als Verkehrsministerium ist es, dass bis 2030 jedes zweite Auto klimaneutral betrieben wird. Deshalb ist es sowohl für den Klimaschutz als auch den regionalen Arbeitsmarkt sehr bedeutend, dass die Batterieproduktion hier stattfindet.“

Gerd Kreiter, Bürgermeister von Kirchardt betonte ebenso wie Thomas Weissbrod, Managing Director Calibrium Real Estate Advisory GmbH, die stets konstruktive und offene Zusammenarbeit mit Valmet Automotive während der Planungs- und Bauphase.

Was bedeutet das?

Dass in Deutschland überhaupt eine Akkufabrikation hochgezogen wird, darf angesichts der schleichenden Deindustrialisierung des Landes fast schon als kleines Wunder gelten, noch dazu am Hochlohnstandort Baden-Württemberg. Regionalität zählt! Danke dafür!

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