V2X: Voi-Scooter warnt vor Kollisionen und fährt auf "grüner Welle"

Sharing-Anbieter stellt einen E-Scooter mit Kollisionserkennung und Ampelphasenoptimierung vor, bei dem ein NXP-Chip mit V2X-Technologie an Bord ist.

Kommunikativer Typ: Ein Pilot-Roller von Voi mit NXP-V2X-Chip erkennt Ampelphasen und verständigt sich mit anderen Rollern. | Foto: Voi
Kommunikativer Typ: Ein Pilot-Roller von Voi mit NXP-V2X-Chip erkennt Ampelphasen und verständigt sich mit anderen Rollern. | Foto: Voi
Johannes Reichel

Der E-Scootersharingdienst Voi hat erste Prototypen seines E-Scooters vorgestellt, die mit Echtzeit-Fahrzeugkommunikation ausgestattet sind. Die Technologie stammt vom Halbleiterhersteller NXP und wurde von beiden Firmen für den Einsatz in Scootern weiterentwickelt und optimiert. Das intelligente System, das bereits in Serienautos und LKWs Anwendung findet, soll die Roller künftig sicherer machen. Die Roller sind mit NXPs V2X-Technologie ausgestattet, die unter anderem eine Kollisionserkennung zwischen zwei E-Scootern frühzeitig ermöglicht. Darüber können die Prototypen mit den Ampelsystemen der Teststrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren (TAVF) in Hamburg kommunizieren. V2X ermöglicht so einen sichereren und effizienteren Verkehr, wie der Anbieter wirbt.

„Die Fahrzeug-zu-Fahrzeugkommunikation über WLANp ermöglicht sowohl Kollisionswarnungen in Echtzeit an die Fahrerinnen und Fahrer zu geben, als auch über Schnittstellen mit Lichtsignalanlagen Geschwindigkeitsempfehlungen auszusenden, sodass Verkehrsteilnehmer Kreuzungen bei grün erreichen bzw. vorzeitig die Geschwindigkeit reduzieren, wenn die Grünphase nicht mehr zu erreichen ist”, erklärt Matthias Wilkens, Manager Industry Partnerships, vom niederländischen Halbleiterhersteller NXP.

Diese Innovationen sollen nicht dem Auto vorbehalten bleiben. Sie könnten mit geringem technischen Aufwand auch die kleinsten Fahrzeuge verbaut werden. Die mit jeder Entwicklungsstufe kleiner werdenden Systemlösungen können auch auf E-Scootern verbaut werden, ohne den Fahrkomfort einzuschränken. So haben NXP Semiconductors und Voi in den vergangen Monaten gemeinsam an zwei Prototypen gearbeitet, die nun auf der TAVF Teststrecke in Hamburg getestet werden können.

Roller sprechen miteinander

Die von NXP ausgestatteten Prototypen stehen via digitaler Schnittstelle in Verbindung und können auch über weitere Entfernung und ohne sich gegenseitig zu sehen miteinander kommunizieren. Unter Einbeziehung von Daten wie Position, Geschwindigkeit und Richtung des Rollers könnten Kollisionen vermieden respektive Geschwindigkeitsempfehlungen beim Anfahren auf eine Ampelkreuzung abgegeben werden, so die Hoffnung. Bei einer drohenden Kollision werden die Fahrer der Scooter durch rotes Blinken eines am Lenker montierten Displays gewarnt.

Auf der grünen Welle surfen: Scooter mit Tempomat

Ebenfalls über dieses Display einsehbar sind die Taktungen der aktuellen Ampelphase. Indem die Scooter mit den Signalanlagen der TAVF-Teststrecke kommunizieren, können sie die verbleibende Zeit von Rot- und Grünphasen wiedergeben und für die Nutzer durch einen kleinen Countdown darstellen. In Zukunft könnte die Technologie außerdem noch ausgeweitet werden, blicken die Anbieter voraus. Auf Wunsch des Fahrers könnte sich dann zum Beispiel via Knopfdruck ein Tempomat aktivieren lassen, der die Geschwindigkeit so anpasst, dass Haltezeiten an Signalmasten komplett vermieden werden können.

 

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