UTA-Umfrage: Jeder zweite Flottenmanager setzt auf E-Mobilität

Im Rahmen der Marktstudie „Transformation in Fuhrparks“ befragte UTA Edenred 300 Flottenmanager befragt. Das Ergebnis zeigt: Die Zeichen stehen auf Elektrifizierung.

Die Ergebnisse der UTA-Edenred-Studie „Alternative Antriebe und Transformation in Fuhrparks“ finden Sie in unserem Anhang. (Grafik: UTA Edenred)
Die Ergebnisse der UTA-Edenred-Studie „Alternative Antriebe und Transformation in Fuhrparks“ finden Sie in unserem Anhang. (Grafik: UTA Edenred)
Johannes Reichel
von Claus Bünnagel

Die Elektrifizierung von Fuhrparks ist zurzeit mit großen Herausforderungen verbunden. Nicht nur, dass die enorm langen Lieferzeiten Elektrofahrzeuge momentan ausbremsen. Darüber hinaus sind die Stromkosten seit der Energiekrise massiv gestiegen, und die Förderung für gewerbliche Fahrzeuge ist zum 1. September ausgelaufen. Obwohl sich vor diesem Hintergrund die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellt, wollen rund zwei Drittel der Flottenmanager den Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen (66 % bzw. 71 %) in ihren Fuhrparks bis zum Jahr 2030 verdoppeln (Grafik 1). Dies ist ein zentrales Ergebnis der aktuellen Studie „Alternative Antriebe und Transformation in Fuhrparks“, für die UTA Edenred, einer der führenden Mobilitätsdienstleister in Europa und Teil der Edenred-Gruppe, im März dieses Jahres 300 Flottenmanager befragen ließ.

Wesentlicher Treiber für den Umstieg ist die Klimafreundlichkeit

Demnach haben bislang knapp zwei Drittel (63 %) ihren Fuhrpark bis zu 30 % vollelektrisch motorisiert, während mehr als die Hälfte (57 %) einen gleich großen Anteil der Flotte zumindest auf Hybridfahrzeuge umgestellt hat. Wesentlicher Treiber für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge ist für mehr als die Hälfte (53 %) der Flottenmanager ihre Klimafreundlichkeit. Allerdings spielten für jeweils ein Drittel der Befragten auch die kürzlich ausgelaufene Förderung (34 %) und der Image-Gewinn (33 %) eine entscheidende Rolle bei der Anschaffung. Obwohl die Elektrifizierung des Fuhrparks langfristig das Potenzial zur Kostenreduktion hat, ist dieser Grund als Triebfeder mit 31 % nur auf Platz vier gelandet. 8 % der befragten Fuhrparkmanager gaben dagegen an, dass sie nichts dazu motiviert, Elektrofahrzeuge in ihre Flotte zu integrieren (Grafik 2).

Ladeinfrastruktur ist essenziell

Obwohl der Bund, Autohersteller und die Wirtschaft Milliarden in die Ladenetze für Elektrofahrzeuge investieren, geht der Ausbau bisher nur schleppend voran. Dabei hängt die Attraktivität von E-Fahrzeugen vor allem vom einfachen Zugang zu Ladeinfrastruktur ab. Das sehen auch die befragten Flotten- und Fuhrparkmanager so: Für mehr als die Hälfte (56 %) ist sie der entscheidende Faktor, um die Elektrifizierung von Fuhrparks voranzutreiben. Immerhin stuft ein knappes Drittel (31 %) der Befragten die öffentliche Ladeinfrastruktur als wichtig ein, während etwas mehr als ein Zehntel (11 % bzw. 2 %) der Ansicht ist, dass sie weniger bzw. überhaupt nicht wichtig ist.

Wo wird geladen?

Dies könnte damit zusammenhängen, dass mehr als ein Drittel (37 %) der Fuhrparkmanager davon ausgeht, dass Firmenwagen aus dem Pkw-Segment künftig vor allem am Arbeitsplatz geladen werden. Fast genauso viele (36 %) gehen allerdings davon aus, dass die meisten Ladevorgänge zu Hause stattfinden werden. Ein Viertel der Befragten rechnet dagegen damit, dass der Großteil der Ladevorgänge an öffentlichen Ladepunkten stattfinden wird. Hier spielt sicherlich der Wohnort eine Rolle, da in Ballungszentren nicht überall eigene Wallboxen installiert werden können.

Das Gleiche gilt für Lkw und Transporter: Auch hier erwarten die meisten Fuhrparkmanager (56 %), dass die Fahrzeuge künftig überwiegend am Firmenstandort geladen werden. In Anbetracht der Tatsache, dass ein Teil der Fahrzeuge nach der Arbeit auf dem Betriebshof abgestellt werden, ist diese Meinung weniger erstaunlich. Während ein knappes Drittel (32 %) wiederum davon ausgeht, dass die Fahrzeuge an öffentlichen Ladepunkten geladen werden, denkt lediglich ein Zehntel (12 %), dass sie künftig zu Hause geladen werden (Grafik 3).

Das Laden von Elektrofahrzeugen am Arbeitsplatz hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen motiviert der Arbeitgeber seine Mitarbeiter zum Umstieg auf alternative Antriebe und hat eventuell sogar die Möglichkeit, selbstproduzierten Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage an sie zu verkaufen. Darüber hinaus könnten auch Geschäftskunden die Ladesäulen nutzen – das ist nicht nur ein guter Service, sondern trägt auch zur Imagebildung bei. Zum anderen bleiben Firmenwagen, Liefer- oder Servicefahrzeuge dank einer eigenen Ladeinfrastruktur stets aufgeladen und einsatzbereit, wodurch die Suche nach freien Ladesäulen entfällt. (Richard Röhr, Director Commercial Road Transportation bei UTA Edenred)

Multi-Energy-Lösungen sind gefragt

Da es momentan eine besondere Herausforderung ist, Verbrenner, vollelektrische Fahrzeuge und Hybridmodelle gemeinsam in einem Fuhrpark zu betreiben, hat UTA Edenred auch eine Multi-Energy-Lösung im Angebot. Mit dieser Tank- und Ladekarte können Firmenfahrzeuge geladen und getankt sowie weitere Fahrzeugservices genutzt werden. (Röhr)

Derartige Angebote finden mehr als drei Viertel der Befragten (81 %) „sehr interessant“ bzw. „interessant“. Lediglich ein knappes Fünftel (17 %) hat dagegen kein Interesse und gab „weniger interessant“ bzw. „überhaupt nicht interessant“ an.

Die kompletten Studienergebnisse finden Sie in unserem Anhang.