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Uscale-Umfrage: Werkstätten mit E-Mobilität eher höher ausgelastet

Mit häufigen Softwareupdates, Reparaturen und Rückrufen halten E-Autos Werkstätten auf Trab, es gibt eher mehr Arbeit. Immerhin: Pannen sind seltener und die Erfolgsquote der Reparaturen steigt.

Weniger Pannen, aber hohe Komplexität: E-Autos beschäftigen Pannendienste deutlich seltener. Dafür sind technische Defekte und Rückrufe häufiger. | Foto: ADAC
Weniger Pannen, aber hohe Komplexität: E-Autos beschäftigen Pannendienste deutlich seltener. Dafür sind technische Defekte und Rückrufe häufiger. | Foto: ADAC
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Johannes Reichel

Deutschen Autowerkstätten geht auch mit elektrischen Fahrzeugen die Arbeit nicht aus. Das ist die zentrale Botschaft der EV After-Sales-Studie, die das Stuttgarter Marktforschungsunternehmen Uscale im Dezember 2023 zum dritten Mal für die Branche erhoben hat. Die Kehrseite für E-Auto-Fahrende: Technische Defekte, Rückruf-Aktionen und Software-Probleme liegen bei Elektroautos deutlich über denen von Verbrennern. Für die Ergebnisse haben die Analysten 2.154 eAuto-Fahrerinnen und -Fahrer befragt und ihnen 404 Fahrende von Verbrennerfahrzeugen gegenübergestellt. Das Durchschnittsalter aller Fahrzeuge in der Studie lag bei drei Jahren.

„Viele Werkstätten haben die Sorge, dass Ihnen mit der Elektromobilität die Arbeit ausgeht. Diese Sorge scheint bis auf Weiteres unbegründet. Langfristig ist jedoch damit zu rechnen, dass das Qualitätsniveau der Elektroautos weiter steigt und Werkstattbesuche wieder zurückgehen", erklärt Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer Uscale.

Skoda, Audi und Opel sind häufiger in der Werkstatt

Die Auswertungen zeigen, dass E-Autos deutlich seltener die Pannendienste beschäftigen als die Vergleichsgruppe der Verbrenner-Fahrzeuge. Gleichzeitig liegt die Zahl technischer Probleme und Rückrufe höher. Die Unterschiede zwischen den Marken sind erheblich: Skoda, Audi und Opel müssen deutlich häufiger in die Werkstatt, Mercedes, BMW und Nissan deutlich seltener. Die Reparaturen von eAutos sind in vielen Fällen schwieriger als geplant. Jeder fünfte Nutzende wartet länger als erwartet. Gleichzeitig verbessern die Werkstätten ihre Perfomance und auch die Häufigkeit der Werkstattaufenthalte geht deutlich zurück.

 

Aufwand für Software und Digitales steigt stark

Wie erwartet ist der Aufwand der Werkstätten im Bereich Software und Digitales dagegen deutlich gestiegen. Das betrifft vor allem die Software-Updates, die mit 63% mehrheitlich in Werkstätten und nicht „over the air“ erfolgen. Das ärgert Kunden, die von ihren Smartphones anderes gewohnt sind und noch dazu wertvolle Zeit in Werkstätten verlieren. Im Vergleich zu Benzin- und Diesel-Fahrzeug-Fahrern haben die E-Mobilisten mit ihrem Auto jedoch einen geringeren Inspektions- & Wartungsbedarf und auch Saison-Checks werden deutlich seltener nachgefragt. Ebenfalls deutlich sinkend ist - wie erwartet - der Bedarf an Verschleißreparaturen.

Persönlicher Kontakt ist Verbrenner-Fahrern wichtiger

Nicht nur bei eAutos nehmen digitale Dienste zu und die Fahrzeug-App wird wichtiger; auch die eAuto-Fahrer sind digital-affin und wünschen sich verstärkt digitale Kontaktkanäle zu den Werkstätten. Im Vergleich zu Verbrenner-Fahrern sehen EV-Nutzende in Software-Updates grundsätzlich einen hohen Mehrwert, sind neuen digitalen Angeboten gegenüber aufgeschlossen, wünschen sich zusätzliche Services und nutzen öfter die Marken-Hotline. Der persönliche Kontakt bleibt eine Vorliebe der Verbrenner-Fahrer.

"Nicht nur die Fahrzeuge werden digitaler, sondern auch die Kunden. eAuto-Fahrende bevorzugen digitale Kontaktwege und sie sind bereit, umfassend Daten aus ihren Fahrzeugen mit der Werkstatt zu teilen, wenn dadurch die Dienstleistung verbessert wird. Hier liegt auch eine große Chance für die Werkstätten", wirbt Sprenger.

Ersatzwagen: Oft nicht elektrisch

Insgesamt lassen die Werkstätten noch viele Wünsche der eAuto-Fahrer offen. Ein Beispiel: 73% der eAuto-Fahrenden erwarten, dass ein von der Werkstatt gestellter Ersatzwagen ebenfalls elektrisch ist. Während kein Verbrenner-Kunde erwartet, dass die Werkstatt das Fahrzeug nach der Reparatur umsonst auftankt, meinen 32% der EV-Fahrer, dass das kostenfreie Aufladen für sie „in jedem Fall“ oder „eigentlich“ dazugehört.

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