US-Studie: Klimaschutz rechnet sich schnell - speziell im Verkehr

Klimaschutz zu teuer? Eine Studie räumt auf mit diesem häufig angeführten Argument gegen Investitionen und bescheinigt vor allem im Verkehrssektor schnelle Wirksamkeit, etwa für Gesundheit oder Ernteerträge. Langfristig sowieso. 

Staufrei: Alleine durch sauberere Luft ließen sich hohe volkswirtschaftliche Effekte erzielen, die in der Debatte über die Kosten des Klimaschutzes berücksichtigt werden müssen. | Foto: AdobeStock
Staufrei: Alleine durch sauberere Luft ließen sich hohe volkswirtschaftliche Effekte erzielen, die in der Debatte über die Kosten des Klimaschutzes berücksichtigt werden müssen. | Foto: AdobeStock
Johannes Reichel

Klimaschutzinvestitionen haben schon auf kurze Sicht einen positiven Effekt für die Volkswirtschaft. Zu diesem Schluss kommt eine fundierte Studie von Forschern am Beispiel der USA, die im Fachmagazin PNAS veröffentlicht wurde. Vor allem durch Maßnahmen im Verkehr wie den Ersatz von Verbrennungsmotoren gegen Elektroantriebe könnten auch kurzfristig positive Effekte erzielt werden, etwa für die Gesundheit oder die Ernteerträgte. Die Wissenschaftler der Duke University in North Carolina rechnen den volkswirtschaftlichen Benefit von Klimaschutzinvestitionen im Rahmen des 2-Grad-Ziels bis 2050 auf 163 Billionen Dollar hoch. Es ließen sich 4,5 Millionen vorzeitige Todesfälle vermeiden, ebenso 1,4 Millionen Krankenhausaufenthalte, 300 Millionen Tage Arbeitsausfall, 1,7 Millionen Fälle von Demenz sowie der Ausfall von 440 Millionen Tonnen an Feldfrüchten. Das führen die Autoren vor allem als Effekte sauberer Luft und der abnehmenden Verbrennung fossiler Kraftstoffe an. Diese Vorteile müssten bei der Debatte in die Kosten-Nutzen-Bilanz einbezogen werden, fordern die Forscher.

Nutzen überwiegt Kosten kurz- und langfristig bei weitem

In Geld übertragen überwiege der Gesamtnutzen schon in Sachen Gesundheit die Kosten bei weitem und sei deutlich größer als man in bisherigen Studien annahm. Die Wissenschaftler prognostizieren, dass schon bis 2030 der volkswirtschaftliche Gewinn aus sauberer Luft das fünf- bis fünfundzwanzigfache der aufgewendeten Investitionen ausmachen könnte. Die vermiedenen Schäden durch größere Hitze überstiegen würden demnach zwischen 2040 und 2045 die Kosten aufwiegen. Die Folgen des steigenden Meeresspiegels, durch Starkwettervorfälle, Dürren oder Waldbrände seien hier noch nicht mal enthalten.

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