Urteil: Fahrer trägt Kosten bei Kollision mit umgestürztem Baum

Das Landgericht Köln hat entschieden, dass Autofahrer keinen Schadensersatz fordern können, wenn sie auf einer Landstraße gegen einen umgestürzten Baum fahren.

Das Urteil um die Haftungsfrage ist bisher nur vorläufig vollstreckt. | Bild: Thanos Pal/Unsplash
Das Urteil um die Haftungsfrage ist bisher nur vorläufig vollstreckt. | Bild: Thanos Pal/Unsplash

Der Unfall ereignete sich am 07.01.2020 gegen 2.30 Uhr. Ein Autofahrer war nachts auf der L409 bei Wermelskirchen unterwegs, als er hinter einer Rechtskurve in einen umgestürzten Baum prallte.

Hätte das Land besser kontrollieren müssen?

Der Vater des Fahrers und Halter des Wagens beklagte nach einem Gutachten einen Schaden in Höhe von 4.578,08 Euro und wollte diesen vom Land Nordrhein-Westfalen erstattet haben. Er zog for das Landgericht Köln. Begründet wurde die Anklage mit der vernachlässigten Verkehrssicherheitspflicht seitens des Landes. Bei regelmäßigen Kontrollen hätte festgestellt werden müssen, dass der Baum krank gewesen sei und die Gefahr bestünde, umzufallen und die Fahrbahn zu blockieren.

Nach Angaben des Landes Nordrhein-Westfalen erfolgte die letzte Kontrolle vor dem Ereignis im Januar 2020. Hier habe es keinerlei äußerlich erkennbare Anzeichen gegeben, dass der Baum Gefahrenpotenzial geborgen hätte. Die Sichtkontrolle sei regelmäßig und sorgfältig durchgeführt worden.

Das Landgericht Köln hat nun entschieden und die Klage auf Schadensersatz abgewiesen.

Mangelnde Beweisführung

Grundsätzlich ist das Land für den Zustand der Straße und eine gefahrlose Nutzung dieser verantwortlich. Durch die regelmäßig erfolgenden Kontrollen konnte die Einhaltung dieser Pflicht nachgewiesen werden.

Eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht durch das Land Nordrhein-Westfalen läge dann vor, wenn nachweislich konkrete Anzeichen übersehen worden wären, die auf eine Gefahr durch den Baum hingedeutet hätten. Dies hätte jedoch der Kläger beweisen müssen. Das Land gab Wurzelfäule als Ursache des Baumsturzes an, was von außen nicht erkennbar ist.

Zwischenzeitlich wurde der Baum jedoch entsorgt, so dass weder Kläger noch Land weitere beweissichernde Maßnahmen durchführen konnten.

Was bedeutet das?

Mangels eindeutiger Beweislast verwundert die Entscheidung des Gerichts nicht allzu sehr. Dass der Baum umgestürzt ist, kann vielerlei Gründe haben, abgesehen von der äußerlich nicht erkennbaren Wurzelfäule. Bauliche und besonders umweltbedingte Faktoren sind schwierig anzuklagen, hier vor Gericht zu ziehen ist ohnehin schon sehr optimistisch. Ratsam ist also mehr denn je, sich früh um nötigen Rechtsbeistand zu bemühen.

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