Unbenennung: Zukunft Gas will Klimawende mitgestalten

Umfirmierung soll dem Anspruch Rechnung tragen, künftig vermehrt auf grüne Gase wie Bio-CNG, Power-to-Gas und Wasserstoff zu setzen. Verband sieht auch in der Mobilität große Potenziale. 

Neues Logo, neuer Anspruch: Die Gasbranche will in den Bereichen Energie und Mobilität zunehmend "grün" werden und weg vom fossilen Erdgas. | Foto: Zukunft Gas
Neues Logo, neuer Anspruch: Die Gasbranche will in den Bereichen Energie und Mobilität zunehmend "grün" werden und weg vom fossilen Erdgas. | Foto: Zukunft Gas
Johannes Reichel

Mit einer Umbenennung von "Zukunft Erdgas" in "Zukunft Gas" will die Lobbyorganisation der Gasbranche dem zunehmenden Schwerpunkt auf "grüne Gase" Rechnung tragen. Zu denen zählt man neben Biomethan auch Power-to-Gas aus Grünstrom oder regenerativ erzeugten Wasserstoff. Die deutsche Gaswirtschaft sei schon lange mehr als das Produkt Erdgas. Effiziente Heiztechnologien, die Brennstoffzelle im Heizungskeller, Biogas, seine Verwendung und Speicherung im Gasnetz oder Innovationen zur klimaneutralen Gewinnung von Wasserstoff sieht man als Themen, die deutlich machen sollen, dass Gas auch zukünftig eine Rolle spiele, wie es von dem Verband heißt.

„Mit dem neuen Namen unterstreicht die Gaswirtschaft ihre aktive Transformation in Richtung Klimaneutralität. Gas mit seiner breit ausgebauten Infrastruktur ist neben Strom die zweite Säule der zukünftigen Energieversorgung“, erklärt Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative.

Bei einer Online-Konferenz zum Launch des neuen Namens unterstrich Kehler den Willen, Wege zum "grünen Gas" zu finden und damit auch Kohle und Öl in den Bereichen Heizung, Kraftwerke und Mobilität abzulösen. Im vergangenen Jahr habe der Anteil von Erdgas am Primärenergieverbrauch bei fast 27 Prozent gelegen. Im Zuge des Ausstieges aus Kohle- und Atomenergie wird dieser Anteil in den kommenden Jahren noch wachsen, so die Prognose.

Laut einer Hochrechnung des Leipziger Gashandelskonzerns VNG AG sollen bis zum Jahr 2050 99 Prozent der Gase "grün" sein. Dafür beteilige man sich schon heute aktiv an diversen Projekten zur Dekarbonisierung mittels Biomethan sowie grünem Wasserstoff sowie zur Dezentralisierung des Energiesystems, wie Vorstandsvorsitzender Ulf Heitmüller unterstrich. Er sieht in den Technologien großes Potenzial für den Klimaschutz wie auch für den Strukturwandel in einstigen Kohle-, oder Erdölindustrie-Regionen.

Gas als Speichermedium für grüne Energie

Für die Zukunft sieht Zukung-Gas-Mann Kehler einen festen Platz für gasförmige Energieträger im deutschen Energiemix: „Viele Mitgliedsunternehmen treiben bereits seit mehr als zehn Jahren die Entwicklung von Power-to-Gas-Anlagen voran. Sie investieren in das Erdgasnetz und bauen daraus ein Speicher- und Transportmedium für erneuerbare Energien auf. Und sie produzieren wasserstofffähige Gasthermen und innovative Brennstoffzellen-Heizungen.“

Grüne Gase könnten nach seinem Dafürhalten über einen CO2-Preis zunehmend wettbewerbsfähig werden, das müsse aber eine Förderung zur Überbrückung mit anschieben. Zudem müssten Unternehmen unterstützt werden, die etwa auch im Bereich Wasserstoff investieren. Hier gebe es noch viele Hindernisse.

Anrechnung von CNG-Modellen bei Grenzwerten

Im Bereich Mobilität sagte Kehler einen "Siegeszug" von Bio-CNG an den Tankstellen voraus, flankiert durch die zunehmende Verbreitung von LNG (tiefkaltes, verflüssigtes CNG) bei Lastwagen und schweren Nutzfahrzeugen. Er erhofft sich unter anderem auch durch die Neuordnung der Flottenemissionsrichtlinie auf EU-Ebene einen Schub, weil dann die Fahrzeughersteller einen Anreiz hätten, CNG-Modelle zu forcieren. Sie ließen sich dann ähnlich wie heute E-Fahrzeuge auf die Grenzwerte anrechnen.

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