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Umweltbilanz: VW sieht E-Autos vorn

Hersteller verteidigt in der Diskussion um die Klimabilanz von E-Fahrzeugen das Konzept und sieht einen e-Golf bereits heute in der Gesamtumweltbilanz besser als ein Diesel-Pendant.

Die Mischung macht's: Mit höherem regenerativem Anteil im Strommix könnten E-Autos schon heute noch besser liegen als konventionelle Fahrzeuge. | Foto: VW
Die Mischung macht's: Mit höherem regenerativem Anteil im Strommix könnten E-Autos schon heute noch besser liegen als konventionelle Fahrzeuge. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Volkswagen hat in der Debatte um die Gesamtklimabilanz von Elektrofahrzeugen das Konzept verteitigt und sieht nach eigenen Lebenszyklusberechnungen einen e-Golf schon heute als umweltfreundlicher an als ein Diesel-Pendant. Über eine Lebensspanne von 200.000 Kilometer inklusive Produktion und Verwertung erreiche der aktuelle Selbstzünder-Golf eine CO2-Emission von 140 g/km, während der e-Golf im EU-Strommix auf 119 g/km komme. Allerdings verschlechtert sich die Bilanz, wenn man den noch immer kohlelastigen deutschen Strommix zugrunde legt auf 142 g/km und somit leicht unter das Niveau des Diesel-Golf. Zu diesem Ergebnis kommt ein zertifiziertes „Life-Cycle-Assessment“ (LCA) des Volkswagen Golf, das die CO2 Emissionen der verschiedenen Fahrzeugversionen mit Elektromotor und Verbrennungsmotor vergleicht.

Deutlich werde bei der LCA-Berechnung laut Volkswagen, dass beim Fahrzeug mit Verbrennungsmotor die meisten Emissionen während der Nutzungsphase, das heißt, bei der Bereitstellung und der Verbrennung des fossilen Kraftstoffes entstehen. Der Diesel erreiche hier 111 g CO2/km. Ein entsprechendes Fahrzeug mit E-Antrieb emittierten in dieser Phase nur 62 g CO2/km, die allein aus der Bereitstellung des Stroms resultieren.

"Während der Nutzungsphase hängen die CO2 Emissionen von den Quellen bei der Energieerzeugung ab. Sie sinken umso stärker, je mehr regenerative Energien zur Verfügung stehen. Demgegenüber liegt der Schwerpunkt der Emissionen beim batteriebetriebenen Elektrofahrzeug in der Produktion", resümiert der Hersteller.

Laut LCA komme ein Diesel hier auf 29 g CO2/km, während für ein vergleichbares E-Fahrzeug 57 g CO2/kmermittelt wurden. Verantwortlich dafür ist die Batteriefertigung und die aufwendige Gewinnung der Rohstoffe. Hier fallen fast die Hälfte der CO2-Emissionen des gesamten Lebenszyklus‘ an.

Komplexe Methodik zur Ökobilanzierung
VW verteitigte zugleich die Methodik des LCA. Es handle sich um ein komplexes, international normiertes Verfahren, mit dem die Ökobilanz von Fahrzeugen ermittelt werde. Dabei werden unter anderem die Kohlendioxid-Emissionen während aller Produktstadien des Automobils untersucht:

  • In die Produktion fließen die bei der Rohstoffgewinnung, der Komponentenproduktion und der Montage erzeugten Emissionen ein.
  • Die Nutzungsphase beinhaltet sowohl die Emissionen der Kraftstoff- respektive Strombereitstellung als auch besonders die des Fahrzeugbetriebs über 200.000 km
  • Das Recycling bewertet die Demontage und die Einsparmöglichkeiten durch Verwertung.

Umweltministerium und UBA gehen von Vorteilen für E-Antrieb aus

Vor kurzem hatte eine Studie des Kölner Physik-Professors Christoph Buchal sowie des ehemaligen Präsidenten des Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn eine Mehrbelastung der Umwelt durch ein E-Fahrzeug von elf bis 28 Prozent errechnet gegenüber einem Diesel. Eine neue Studie des Ifeu-Instituts wiederum sieht die E-Autos ebenfalls im Vorteil. Auch Umwelministerium und Umweltbundesamt gehen von bereits zum jetzigen Zeitpunkt vorhandenen Umweltvorteilen des E-Antriebs aus.

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