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Überraschende Wende bei Opel: Lohscheller löst Neumann ab

Opel-Chef Dr. Karl-Thomas Neumann trat von seinem Amt als Sprecher der Geschäftsführung bei der Adam Opel GmbH zurück.
Wachablösung: Opel-Chef Neumann (links) übergibt an Lohscheller. | Foto: Opel
Wachablösung: Opel-Chef Neumann (links) übergibt an Lohscheller. | Foto: Opel
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Gregor Soller
Opel-Chef Dr. Karl-Thomas Neumann trat von seinem Amt als Sprecher der Geschäftsführung bei der Adam Opel GmbH zurück. Er bleibt Mitglied der Geschäftsführung, bis der Verkauf von Opel/Vauxhall an die PSA-Gruppe abgeschlossen ist. Ihm folgt Michael Lohscheller, seit September 2012 Chief Financial Officer und Geschäftsführer Finanzen von Opel. Damit soll ein nahtloser Übergang des Unternehmens an PSA und ein strategischer Plan zur Eingliederung von Opel unterm PSA-Dach erarbeitet werden. Für Neumann war es laut Opel „eine schwierige, persönliche Entscheidung, Opel/Vauxhall mit dem Übergang an die PSA-Gruppe zu verlassen. Ich bin stolz auf das Team und darauf, was wir gemeinsam erreicht haben. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Opel/Vauxhall mit dem Wechsel zur PSA-Gruppe noch erfolgreicher und stärker aufgestellt sein wird. Ich werde mich zunächst voll auf den Abschluss dieser Transaktion konzentrieren und anschließend die Zeit nehmen, über meine persönlichen nächsten Schritte zu entscheiden.“ PSA antwortete umgehend und unterstützt die Ernennung von Michael Lohscheller zum neuen CEO von Opel/Vauxhall. „Meine persönliche Zusammenarbeit mit Michael Lohscheller ist sehr positiv und vertrauensvoll, er besitzt ein umfangreiches Wissen über die Marken Opel/Vauxhall und verfügt zudem über ausgezeichnete Marktkenntnisse. Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit ihm an der Neuausrichtung von Opel als eine werthaltige Marke mit deutschen Wurzeln innerhalb der Groupe PSA zu arbeiten“, sagt dazu Carlos Tavares, Vorstandvorsitzender der Groupe PSA. [b]Was bedeutet das für die Kunden und Unternehmen? [/b] Kurzfristig wird sich nicht viel ändern, doch mittel- und langfristig könnte sich einiges tun, nicht nur bei Opel und PSA. Einer der Hintergründe für Neumanns Entscheidung könnte die geplante Elektrifizierung der Marke sein, die von GM und PSA nicht in der Vehemenz vorangetrieben wird, die Neumann im Sinn hatte: Wie das Portal electrive.net berichtet, hat PSA einen klaren Fahrplan zur Elektrifizierung seines Portfolios. Seit 2014 ist der chinesische Autobauer Dongfeng an PSA beteiligt und China gilt aktuell als Treiber der Elektrifizierung. Entsprechend dürften die Franzosen großes Interesse haben, ihre Marken Citroën, DS und Peugeot schnell zu elektrifizieren. Dabei wären sie von Neumanns Überlegungen, aus Opel eine reine Elektromarke zu machen, praktisch von rechts überholt worden. Denn Neumann gilt als elektromobilitätsfreundlicher Manager und tat sich schwer mit dem Gedanken, Opel langfristig auf Basis von Verbrennungsmotoren zu sanieren. Bereits 2009 versuchte er als Konzernbeauftragter für Elektro-Traktion bei Volkswagen, dort die Elektrifizierung voranzubringen. Laut electrive.net wabern schon länger Gerüchte, dass Neumann zum Volkswagen-Konzern zurückkehren könnte, um eventuell bei Audi dort Rupert Stadler abzulösen. Zumal Audi außer dem e-tron quattro-Konzept bislang keine große Elektro-Strategie vorgelegt hat, während die Premium-Wettbewerber BMW, Daimler und Jaguar bereits konkrete Schritte in diese Richtung gehen. Interessant: Wie electrive.net aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben will, soll auch auch Ralf Hannappel, bisher als Direktor Elektrifizierung bei Opel und technischer Projektleiter für den Start des Ampera-e verantwortlich, Opel verlassen. Kolportiert wird, dass er bereits im Juli bei einem anderen Hersteller in Sachen Elektromobilität anheuern wird.
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