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UBA-Chef Messner: Kommen nicht schnell genug voran - vor allem im Verkehr

Auch die nächste Klimabilanz Deutschlands wird verheerend, nur die Wirtschaftsflaute drückt die Emissionen. Vor allem im Verkehrssektor geht es bei weitem nicht schnell genug voran, mit der Reduktion, beklagt Umweltbundesamt-Chef Dirk Messner. Er fordert die rasche Einführung eines Klimagelds, damit Mobilität erschwinglich bleibt.

Redet Klartext: UBA-Chef Dirk Messner fordert die Regierung zu entschlossenem Handeln und deutlicher Kommunikation auf. | Foto: UBA
Redet Klartext: UBA-Chef Dirk Messner fordert die Regierung zu entschlossenem Handeln und deutlicher Kommunikation auf. | Foto: UBA
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Johannes Reichel

Deutschland befindet sich noch lange nicht auf Kurs seiner Klimaziele, konstatiert der Chef des Umweltbundesamts Dirk Messner im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Vor allem die Bereiche Verkehr und Gebäude seien stark im Hintertreffen. Dass die CO2-Emissionen sinken, sei lediglich auf die Wirtschaftsflaute zurückzuführen. "Das wollen wir ja gerade nicht. Klimapolitik oder der erfolgreiche Umbau der Wirtschaft sollten die Treiber sein, nicht konjunkturelle Schwäche", erklärte der UBA-Chef.

Man befinde sich in der entscheidenden Dekade, um Deutschland und Europa noch auf den Kurs zur Klimaneutralität zu bringen.

"Und wir sind drauf und dran, die Chance zu verspielen", mahnte Messner.

Zwar würden Unternehmen Umsteuern und das Land sei bei den Erneuerbaren Enrgien, beim Emissionshandel und beim natürlichen Klimaschutz vorangekommen, die Lücke zum 2030er-Ziel erheblich geschrumpft. Aber um die Lücke zu schließen, brauche es große Investitionen in die Infrastruktur und öffentliche Mittel, etwa bei Stromnetzen, Wasserstoff oder der Bahn, die unter der restriktiven Schuldenbremse nicht zur Verfügung stehen. 

"Das sind auch Investitionen für künftige Generationen", erklärte Messner.

 

 

Die Transformation koste zwar Geld, aber Katastrophen wie im Ahrtal hätten auch 38 Milliarden Euro an Kosten verursacht und viele Menschenleben gekostet. Leider sei das Thema Klima auf der Agenda nach unten gerutscht, das vor drei Jahren noch prägend war. Die vielen Krisen hätten etwas ins Rutschen gebracht. Zu glauben, es entstehe eine Eigendynamik, wenn man nur alle Lösungen parat habe, sei ein Fehler. Es bräuchte nun einen radikal beschleunigten, modernisierten Staat, der viele Dinge gleichzeitig anfasst. Und der die Leute mitnehme: Denn 40 Prozent der Gesellschaft gingen davon aus, dass der Umbau den Wohlstand untergräbt und 70 Prozent verstehen nicht, worum es eigentlich geht. Das betreffe vor allem auch Fragen der Heizung, Mobilität und Ernährung.

Messner forderte die Regierung auf, rasch das Klimageld einzuführen, weil 2027 neue Regeln für den Emissionshandel Tanken und Heizen nochmal drastisch verteuern würde. Hier drohten sonst große Wiederstände.

"Sozial blinder Klimaschutz wird scheitern", warnt Messner.

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