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„TrueTime“: Neues Zertifikat für echt grünen Strom

Das Label wird an Unternehmen vergeben, die in dem Moment Strom produzieren, in dem er auch verbraucht wird. Durchgeführt wird der Zertifizierungsprozess von der Schweizerischen Vereinigung für Qualitäts- und Managementsysteme (SQS).

Das Logo von TrueTime setzt sich aus den vier erneuerbaren Energien zusammen. Grafik: TrueTime
Das Logo von TrueTime setzt sich aus den vier erneuerbaren Energien zusammen. Grafik: TrueTime
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Gregor Soller

Das Schweizer Unternehmen Juice geht konsequent die nächsten Schritte – und dazu gehört für Firmengründer Erni auch „echt grüner“ Strom. Und auch dazu hat er eine konsequente Ansicht: Denn natürlich existieren bereits viele Ökostromlabel. Doch die bewerten nur die Produktionsbedingungen. Dabei wird das Wichtigste vergessen: die Gleichzeitigkeit. Ökostrom kann nur wirklich grün sein, wenn er in dem Moment produziert wird, in dem man ihn verbraucht. Mit „TrueTime“ gründen die Schweizer jetzt ein Label, das die Gleichzeitigkeit als Hauptmerkmal von Ökostrom sieht und mit dem garantiert wird, dass Strom wirklich grün ist. 


Das Ziel: TrueTime soll einen grossen Unterschied machen!

Das Problem der bisherigen Ökostromlabels ist, dass der Käufer nicht sicher sein kann, ob sein Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde oder nicht. Meistens wird dieser zu einem völlig anderen Zeitpunkt produziert, als er gebraucht wird und dann zu guten Preisen im nahtlos zusammenhängenden europäischen Stromnetz weiterverkauft. In dem Moment, in dem der Käufer Strom braucht, kann es sein, dass der Strom wieder eingekauft werden muss. Dann wird dieser aber meist aus Kohlekraft- oder Atomkraftwerken bezogen. Und schon ist der sogenannte Ökostrom nicht mehr sauber.

Mit dem Label „TrueTime“ soll genau dies verhindert werden. Statuten mit klaren Richtlinien definieren das Zertifizierungsprozedere. Durchgeführt wird das Audit jährlich von Spezialisten der renommierten und unabhängigen Zertifizierungsorganisation SQS. Zertifizierungsfähig sind sämtliche Kraftwerke, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, im Wesentlichen mit Wasser, Sonne, Biomasse und Wind. Entscheidend ist der Nachweis einer mindestens minütlichen Kongruenz zwischen Produktion und Verbrauch. Das bedeutet, dass die Kraftwerke bzw. Energieanbieter die Verbrauchswerte ihrer Kunden in Echtzeit auslesen und mit ihrer Produktion in Einklang bringen müssen.

 

 

 

Die erste Organisation, welche mit dem Label „TrueTime“ zertifiziert wurde, ist Eros Electric aus der Schweiz. Der Strom von Eros Electric wird aus den Eros-Wasserkraftwerken Frisal in Breil-Brigels und Eglisau gewonnen. Nutzer können die benötigte jährliche Strommenge bei Eros erwerben. Wer außerdem einen Tesla fährt, kann sein Fahrzeug direkt mit dem Kraftwerk verbinden. Jeder Ladevorgang wird in Echtzeit beim Kraftwerk produziert.

Geliefert wird der Strom nach wie vor vom zuständigen Energieversorger, da der Schweizer Strommarkt noch nicht liberalisiert ist. Eros stellt dabei sicher, dass der Strom zeitgleich zum Verbrauch geliefert wird und er so garantiert grün ist.

Was bedeutet das?

Ernie hat Recht: Sobald Strom zwischengespeichert werden musst, ist er schon weniger grün – oder im schlechtesten Fall gar nicht mehr nachhaltig produziert. Die einzige Krux: Auch der Strom von Eros Electric oder anderen „True Time“-zertifizierten Anbietren kann eben nicht direkt in alle Welt geliefert werden: Bezieht man den Strom nach „True Time“-Zertifikat, erhält man dann zwar zeitlich korrekt erzeugte Energie, de facto zapft man die aber leider dann oft aus einem anderen Netz. Trotzdem: Ein lobenswerter inhaltlich korrekter und konsequenter Ansatz!  

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