Toyota-Test: Hybrid schlägt Verbrenner schlägt Plug-in-Hybrid

Ein Yaris Hybrid lief im Stadtverkehr 2,5 l/100 km sparsamer als der Verbrenner. Beim RAV4 lohnt sich der PHEV nur, wenn man viel urban und suburban unterwegs ist. Vielfahrer sind mit dem HEV besser bedient. In jedem Fall respektabel: Ein großer SUV mit 5 l/100 km Verbrauch. 

Spart stark in der Stadt: Der Yaris Hybrid ließ dem Verbrenner-Pendant in der City keine Chance. Der RAV4 PHEV lohnt sich nur, wenn man viel laden kann. | Foto: Toyota
Spart stark in der Stadt: Der Yaris Hybrid ließ dem Verbrenner-Pendant in der City keine Chance. Der RAV4 PHEV lohnt sich nur, wenn man viel laden kann. | Foto: Toyota
Johannes Reichel

Eine Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Kooperation mit Toyota hat den Vollhybrid -und Plug-in-Hybridantrieben der Japaner hohe Effizienz unter alltäglichen Fahrbedingungen attestiert. Das Institut hat im „IfA Hybrid Real Endurance Test“ die realen Verbräuche unterschiedlich angetriebener Fahrzeuge untersucht. Toyota unterstützte den Test und stellte vier Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antriebskonzepten zur Verfügung, die insgesamt knapp 10.000 Testkilometer und 140 Fahrstunden absolvierten.

Auf die Straße geschickt wurden zwei Toyota Yaris, einmal mit Benzin- und einmal mit Hybridantrieb, sowie zwei Toyota RAV4 mit Vollhybrid- beziehungsweise Plug-in-Hybridantrieb. Im Test stellte der selbstladende Yaris Hybrid seine Technologie- und Effizienzvorteile gegenüber dem konventionell angetriebenen Yaris vor allem in der Stadt unter Beweis. Hier fuhr der Hybride 2,5 l/100 sparsamer und ist bis zu 80 Prozent der Zeit rein elektrisch unterwegs.

Nur wer viel lädt, für den lohnt der PHEV

Beim Duell der beiden RAV4 gab es dagegen keinen klaren Sieger, der Verbrauchstest des IfA belegte jedoch, dass das große SUV sowohl mit Vollhybridantrieb als auch als Plug-in-Hybrid teils mit weniger als fünf Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern auskommen können, weniger als der Yaris mit reinem Verbrennungsmotor. Damit unterbot das 218 PS starke und gut 1,7 Tonnen schwere Mittelklasse-SUV im Alltagsbetrieb die WLTP-Verbrauchswerte, wie der Hersteller stolz vermeldet.

Welches der beiden Antriebskonzepte des RAV4 am effizientesten ist, hänge vom individuellen Nutzer- beziehungsweise Fahrprofil ab, so der HErsteller. Autofahrer mit eher kurzen oder mittleren Fahrstrecken und der Möglichkeit, ihr Fahrzeug in regelmäßigen Abständen zu laden, sparten mit dem Plug-in-Hybrid am meisten Kraftstoff. So lege das Plug-in-SUV Strecken zwischen 70 und 80 Kilometern komplett elektrisch und ganz ohne Zutun des Verbrenners zurück. Der Durchschnittsverbrauch wurde hier allerdings zwecks gleicher Bedingungen ausschließlich im Hybridmodus exklusive rein elektrischer Fahrstrecke im EV-Mode, die mit Energie aus externer Aufladung zurückgelegt wurde, gemessen. Vielfahrer, die weite Strecken zurücklegen müssen und nicht immer und überall nachladen können, erzielen mit dem RAV4 als Vollhybrid die besseren Verbrauchswerte. In jedem Fall beeindruckend: Das Hybrid-SUV erzielt anhand des Testverbrauchs eine Reichweite von knapp 1.200 Kilometern.

„Noch nie war der Toyota Hybridantrieb so relevant wie aktuell im Zuge der sich beschleunigenden Elektrifizierung. Für Kunden, die keinen Zugang zur Ladeinfrastruktur haben, sind die selbstladenden Vollhybridmodelle von Toyota die erste Wahl“, kommentierte André Schmidt, Präsident der Toyota Deutschland GmbH.

Prof. Dr. Benedikt Maier vom IfA ergänzte, man wolle mit dem IfA Hybrid Real Endurance Test den Prüfstand durch die Straße ersetzen und einen Beitrag zur Diskussion um reale Verbrauchsangaben leisten.

"Gerade in Zeiten steigender Kraftstoff- und Energiepreise benötigen die Verbraucher:innen verlässliche Informationen zur Identifikation der für ihr Fahrzeugnutzungsverhalten geeigneten Antriebsform", befand der Wissenschaftler.

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