Toyota RAV4 PHEV: Mehr Strom!

Der Plug-in-Hybrid kommt schafft auch in der Realität elektrisch rund 70 Kilometer, doch sein größter Gegner vor allem bei hohen Fahrleistungen bleibt der bleibt der wirtschaftliche Vollhybrid.

Ein Schnellladen ist auch beim RAV4 Plug-in-Hybrid nicht vorgesehen, wodurch er als Taxi wenig Sinn macht. (Foto: Dietmar Fund)
Ein Schnellladen ist auch beim RAV4 Plug-in-Hybrid nicht vorgesehen, wodurch er als Taxi wenig Sinn macht. (Foto: Dietmar Fund)
von Dietmar Fund

Mit der Elektrifizierung im Sinne von reinen Stromern und Plug-in-Hybriden zaudert Toyota etwas - nicht ohne Grund: Denn auch die Standard-Hybride mit Verbrenner schaffen schon niedrige Verbräuche zu erschwinglichen Tarifen. Der Plug-in setzt jetzt bei Technik, Leistung und Preis nochmal eins drauf: Mit Allradantrieb und einer Systemleistung von 225 kW/306 PS an ist der neue kompakte SUV RAV 4 Plug-in-Hybrid das leistungsstärkste Hybridmodell von Toyota. Er startet immer im Elektromodus und verbleibt auch dort, bis die 18,1 kWh Bruttogehalt der Lithium-Ionen-Batterie aufgebraucht sind, der Fahrer einen der drei anderen Fahrmodi wählt oder einfach zu viel Leistung abfordert. Gemessen nach dem neuen Standard WLTP verlangt er spätestens nach 75 Kilometern die Unterstützung des leicht erstarkten Vierzylinder-Benziners mit 2,5 Litern Hubraum. Diese rein elektrische Reichweite kann man auch in der Realität annähernd erreichen. Das zeigte die Fahrvorstellung rund um Köln, die zugegebenermaßen im Flachland und nicht im Bergischen Land stattfand. Entsprechend gering fällt dann der Benzindurst des Plug-in aus, der im Pendelverkehr so durchaus zum reinen E-Auto werden kann, auf Langstrecken aber mehr verbrauchen dürfte als der Standard-Hybrid.

Die Teststrecke enthielt auch längere Autobahnpassagen, auf denen man 130 km/h fahren konnte – 135 km/h sind das elektrische Maximum – und längere Landstraßenabschnitte. Außerdem standen Ortsdurchfahren und Tempo-30-Zonen auf dem Programm und damit das Revier, in dem der PHEV sogar bis 98 Kilometer weit rein elektrisch fahren soll. Tatsächlich konnten wir davon einen Großteil elektrisch absolvieren.

Aufgeladen wird der RAV4 Plug-in-Hybrid über eine Typ-2-Steckdose am rechten hinteren Kotflügel nur mit einphasigem Wechselstrom. Die 6,6 kW Kapazität seines On-Board-Laders kann man hierzulande nicht ausschöpfen, sodass der Ladevorgang an einer Wallbox mit 4,6 kW Kapazität rund 4,5 Stunden dauert. Dadurch muss man die Batterie immer über Nacht aufladen. Auch das Mehrgewicht kann man nicht ganz vernachlässigen: Es beträgt rund 250 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem Vollhybriden, der ausstattungsbereinigt rund 8.000 Euro günstiger ist. Immerhin kann davon gut die Hälfte als staatliche Förderung wieder abgezogen werden kann.

 

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