Toyota Mirai startet in den Vorverkauf

Kunden können aus drei Ausstattungslinien und sieben verschiedenen Lackierungen wählen. Die Preise starten ab 63.900 Euro brutto, das sind knapp 54.700 Euro netto vor Abzug der Förderung.

Der Mirai auf ersten Testfahrten, nur noch minimal getarnt. | Foto:Auto Medienportal/Toyota
Der Mirai auf ersten Testfahrten, nur noch minimal getarnt. | Foto:Auto Medienportal/Toyota
Gregor Soller

Ab sofort ist der neue Mirai, der nach WLTP kombiniert 0,89-0,79 kg/100 km Wasserstoff verbrauchen soll, bestellbar. Er ist rund 20 Prozent günstiger als bisher. Hinzu kommt eine Förderprämie von 7500 Euro, die die alternative Brennstoffzellen-Technik bezahlbarer macht.

Das Herzstück des neuen Mirai bildet das neu entwickelte Antriebssystem: Durch einen dritten Wasserstofftank und eine leistungsfähigere, aber kompaktere Brennstoffzelle klettert die Reichweite nun auf bis zu 650 Kilometer. Damit lassen sich noch längere Strecken ohne CO2- und Schadstoffemissionen nahezu lautlos absolvieren. Der gespeicherte Wasserstoff wird im Fahrzeug in elektrische Energie umgewandelt, die den auf 130 kW/182 PS erstarkten Elektromotor antreibt. Der Elektromotor entfaltet sein maximales Drehmoment sofort und schickt maximal 300 Newtonmeter an die Hinterräder, was für flottes Vorankommen sorgen dürfte. Auf Tempo 100 soll es in 9,2 Sekunden gehen, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 175 km/h abgeregelt.

Große Schritte Richtung Premium: Heckantrieb und mehr Eleganz

Während die Brennstoffzelle vorne unter der Motorhaube platziert wurde, finden sich E-Aggregat und Fahrbatterie hinten. Dadurch erreicht Toyota nach eigenen Angaben eine optimale Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse. In Verbindung mit der GA-L Plattform der Toyota Global New Architecture (TNGA) soll der neue Mirai so auch Fahrspaß bieten: Die von Anfang an für Fahrzeuge mit Hinterradantrieb und unterschiedliche Antriebsarten konzipierte Basis senkt den Schwerpunkt und erhöht die Karosseriesteifigkeit. Das direktere und gleichmäßigere Ansprechverhalten sorgt für zusätzlichen Komfort und mehr Agilität.

Der Kofferraum bleibt zu klein – und der Variabilität stehen weiter die Tanks im Weg

Der Neue präsentiert sich optisch eleganter und bietet fortan fünf statt vier Sitzplätze. Das Platzangebot fällt nach den Angeben einiger Kollegen, die den Mirai schon fahren konnten auf den Vordersitzen ordentlich aus, im Fond bleibt der Fünf-Meter-wagen jedoch (zu) eng. Vor allem große Personen mangelt es schnell an Knie- und vor allem Kopffreiheit. Klein bleibt auch der Kofferraum: Genaue Angaben macht Toyota noch nicht. Die Kollegen von Auto Medienportal schätzen die Größe auf knapp über 350 Liter, genug für zwei übereinander gestapelte Koffern und zwei Reisetaschen – doch dann sei schon Schluss. Das Problem: Ach dem neuen Mirai stehen hier wieder die drei Unterboden- Hochdruck-Wasserstofftanks „im Weg“, die viel Platz nach oben brauchen. Zudem befindet sich unter den Rücksitzen die Batterie, deren Größe aber fast schon zu vernachlässigen ist, da nur 4,0 Ah bietet.

Dafür wurde auch bei Sicherheit und Klimatisierung nachgelegt: Neben einer ausstattungsabhängigen Drei-Zonen-Klimaautomatik sollen die Insassen außerdem von einem Luftreinigungssystem, das selbst mikroskopisch kleine Feinstaubpartikel der Partikelgröße PM 2,5 aus der Luft herausfiltert. Aufgrund ihrer Größe gelten sie als besonders gefährlich.

Was bedeutet das?

Der neue Mirai ist ein großer Schritt gegenüber dem Vorgänger. Doch im Gegensatz zum SUV Hyundai Nexo tut man sich weiter schwer, die großen Tanks in einer flachen Limousine zu platzieren. Das kostet Kofferraum, Variabilität und Beinraum im Fond. Dafür wurde die Leistung erhöht und der Preis gesenkt. Trotzdem dürfte der Mirai auch wegen des weiter dünnen Wasserstofftankstellennetzes eine (immer noch teure) Randerscheinung bleiben, zumal Toyota bald auch die ersten rein elektrischen Modelle auf den Markt bringen wird.  

 

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