Toyota: Mirai II wird Langstreckler - und preiswerter

Zweiten Generation der Brennstoffzellen-Limousine setzt auf Effizienz statt hohe Performance und steigert die Reichweite auf bis zu 650 Kilometer. Man will zehnmal mehr davon verkaufen, ab 63.900 Euro.

Mehr drin: Dank dreier H2-Tanks und besserer Aerodynamik soll der Mirai II bis zu 650 Kilometer weit reichen. | Foto: Toyota
Mehr drin: Dank dreier H2-Tanks und besserer Aerodynamik soll der Mirai II bis zu 650 Kilometer weit reichen. | Foto: Toyota
Johannes Reichel

Der japanische Automobilhersteller Toyota hat jetzt weitere Details zur zweiten Generation seiner Brennstoffzellenlimousine Mirai bekanntgegeben, die zeitnah auf den Mark kommen soll. Auf Basis der modular aufgebauten GA-L-Plattform wird der Einbau eines dritten Wasserstofftanks (gesamt 5,6 kg H2) möglich, was die Reichweite um ein Drittel auf bis zu 650 Kilometer erhöhen soll. Das komplett neu entwickelte Brennstoffzellensystem, das jetzt unter der Motorhaube sitzt, soll auch für eine optimale Gewichtsverteilung von 50:50 sorgen, womit der Hersteller die Agilität des Fahrzeugs erhöht haben will.

Die nochmals kompaktere und leistungsdichtere Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie (zuvor Nickel-Metall-Hydrid) mit 4 Ah Kapazität (44,6 kg) sowie der 134 kW starke Synchron-Elektromotor (300 Nm Drehmoment) sind über der Hinterachse platziert. Die Maximalleistung der neu gestalteten Fuel Cell mit Feststoffpolymer steigt von 114 auf 128 kW, die Leistung beträgt 5,4 kW pro Liter, womit man einen neuen Bestwert reklamiert. Trotz einer Leistungssteigerung um zwölf Prozent bringen die optimierten Komponenten innerhalb des Gehäuses gut 50 Prozent weniger Masse auf die Waage.

Effizienz geht vor Performance: 175 km/h müssen genügen

Zudem bietet der 1,9 Tonnen schwere Mirai II den Passagieren in der um gut acht Zentimeter auf stattliche 4,97 Meter Länge gewachsenen Limousine mehr Platz, auch dank längerem Radstand. Die flachere Silhouette von 1,47 Meter Höhe soll wiederum die Aerodynamik verbessern, der cW-Wert liegt bei 0,29. Im Ergebnis verspricht der Hersteller eine Fahrstabilität, die der Charakteristik eines Fronttrieblers entspricht, zudem mehr Komfort und sichereres Handling. Das Fahrwerk setzt auf neue Mehrlenker-Radaufhängungen vorn und hinten statt bisher MacPherson-Federbeine vorn und die Verbundlenkerkonstruktion hinten. Die Beschleunigungswerte von 9,2 s von 0-100 km/h deuten aber an, dass der Fokus nicht auf Performance lag. In der Höchstgeschwindigkeit beschränkt man sich auf 175 km/h.

Toyota rechnet mit einem Absatz, der die Vorgängergeneration um den Faktor zehn übertrifft, sprich bis zu 30.000 Exemplare betragen soll. Als Säulen dieses Wachstums sieht man neben der verbesserten Leistungsfähigkeit und der größeren Attraktivität des neuen Modells auch der um knapp 20 Prozent günstigere Verkaufspreis von 63.900 Euro, den die Entwicklungssprünge des Wasserstoff-Fahrzeugs ermöglichen. Das wären 20.000 Euro weniger als beim Vorgänger.

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