Toyota: Hochauflösende Karten für autonomes Fahren

Hersteller entwickelt hochauflösende Karten für automatisiertes Fahren und will mit Hilfe eines hauseigenen Forschungsinstituts die Genauigkeit erhöhen.

Näher dran: Die HD-Karten, die das Toyota Research Institute mit Partnern erstellte, bilden eine wichtige Vorraussetzung für zuverlässige autonome Fahrten. | Foto: Toyota
Näher dran: Die HD-Karten, die das Toyota Research Institute mit Partnern erstellte, bilden eine wichtige Vorraussetzung für zuverlässige autonome Fahrten. | Foto: Toyota
Johannes Reichel

Der japanische Automobilhersteller Toyota treibt das automatisierte Fahren weiter voran. Das hauseigene Toyota Research Institute – Advanced Development (TRI-AD) hat jetzt hochauflösende Karten entwickelt und erfolgreich getestet. Diese sollen mit einer sogenannten relativen Genauigkeit von weniger als 50 Zentimetern präzise Übersicht bieten.

"Zuverlässige Straßeninformationen auf Basis hochauflösender Kartendaten sind unabdingbar für das automatisierte Fahren. Allerdings ist das Material gerade abseits von Autobahnen noch stark ausbaufähig", urteilt der Anbieter.

Um diese Lücken zu schließen und HD-Karten flächendeckend zu erstellen, nutze das Institut verschiedene Methoden. In Zusammenarbeit mit weiteren Partnern würden unter anderem Gebäudekarteninformationen berücktsichtigt, die ohne Einsatz von Vermessungsfahrzeugen von den Kameras gewöhnlicher Fahrzeuge sowie von Satellitenbildern abgeleitet werden, und Fahrzeugdaten der offenen „Automated Mapping Platform“.

"Mit den gesammelten Informationen lassen sich die Karten auch schneller aktualisieren. Außerdem kann das Kartenmaterial auf weitere Gebiete ausgeweitet werden, die Kosten für Aufbau und Pflege reduzieren sich deutlich", argumentiert der Hersteller.

Gemeinsam mit Maxar Technologies, einem in der Weltrauminfrastruktur erfahrenen Partner, und dem japanischen IT-Dienstleister NTT DATA habe das Institut etwa HD-Karten unter Verwendung hochauflösender kommerzieller Satellitenbilder erstellt. Dabei habe man die erforderlichen Informationen automatisch extrahiert, Autos, Schatten und Verdeckungen von Gebäuden analysiert und entfernt. Mit einer Genauigkeit von sogar bis zu 25 Zentimetern hätten sich die Karten in einer Stichprobe an 23 Punkten in Tokio sowie in sechs Städten außerhalb Japans als besonders nützlich für automatisierte Fahrten erwiesen.

Dashcams erfassen Straßenmerkmale auf 40 cm genau

Mit dem US-Kartenunternehmen Carmera hat man zudem eine kamerabasierte HD-Kartierung durchgeführt. Hierfür wurden im Fahrzeug angebrachte Dashcams genutzt, um wichtige Straßenmerkmale wie Fahrbahnmarkierungen, Verkehrsschilder und Ampeln zu erfassen. Dabei erreichte man laut Hersteller eine relative Genauigkeit von 40 Zentimetern für die wichtigsten Navigationsmerkmale, was man als großen Fortschritt für die reine Kamera-Erkennung sieht. Die Informationen ließen sich nicht nur innerhalb von Minuten erkennen, validieren und in die Updates einspeisen. Der Einsatz weltweit verbreiteter Fahrzeugkameras ermögliche auch eine Skalierung für die Kartenerstellung der nächsten Generation.

An der Machbarkeitsstudie waren sich auch TomTom und HERE beteiligt. Die gesammelten Fahrzeugdaten hätten automatisch in das Kartenmaterial der beiden Anbieter integriert werden können – zum Teil sogar in Echtzeit.

„Wir sind einen Schritt näher an einer Zukunft, in der das automatisierte Fahren eine sicherere und zugängliche Technologie für alle wird“, erklärt Mandali Khalesi, Vice President für automatisierte Fahrstrategie und Kartierung bei TRI-AD.

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