Toyota: Erste Brennstoffzelle für Hybrid-Einsatz im Zug

Mit bimodalem Antrieb kombiniert man die elektrische Oberleitung mit dem Brennstoffzellensystem und verspricht eine deutliche Senkung des CO2-Ausstoßes. Internationales Pilotprojekt in entscheidender Phase.

Clever kombiniert: Die Brennstoffzelle soll in den Renfe-Nahverkehrszügen zusammenwirken mit dem Oberleitungsantrieb. | Foto: Toyota
Clever kombiniert: Die Brennstoffzelle soll in den Renfe-Nahverkehrszügen zusammenwirken mit dem Oberleitungsantrieb. | Foto: Toyota
Johannes Reichel

Der japanische Mobilitätskonzern Toyota hat eine vielversprechende Anwendung für seine Fuel-Cell-Technologie gefunden und will damit den Schienenverkehr nachhaltiger gestalten. Die ersten von sechs Brennstoffzellenmodulen für einen emissionsfreien Zug sind jetzt ausgeliefert worden. Ein entsprechender Prototyp mit bimodalem Hybridantrieb werde derzeit im Rahmen des europäischen „FCH2RAIL“-Projekts entwickelt, an dem sich neben Toyota verschiedene internationale Partner aus Deutschland, Belgien, Spanien und Portugal beteiligten, wie der Hersteller weiter skizziert.

Der von der spanischen Staatsbahn Renfe zur Verfügung gestellte Nahverkehrszug erhält ein sogenanntes „Fuel Cell Hybrid Power Pack“. Das bimodale Antriebssystem kombiniert die elektrische Energieversorgung aus der Oberleitung mit einem wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen- und Batteriesystem. Toyota steuert die Brennstoffzellenmodule bei, die bereits aus der zweiten Modellgeneration der Limousine Mirai bekannt sind. Sie weisen mehr Leistung und eine höhere Dichte in einem kompakteren Paket auf. In der flachen Konfiguration ließen sie sich zudem problemlos in das Dach des Zuges integrieren, so der Hersteller.

Dem Test auf dem Prüfstand folgt der Echteinsatz

Die jetzt an das spanische Wasserstoff-Forschungszentrum Centro National de Hidrogeno (CNH2) gelieferten Brennstoffzellenmodule werden genauso wie die Batterien zunächst auf dem Prüfstand getestet. Anschließend baut der spanische Zughersteller CAF die Module als Teil des Hybridantriebs in den Zug ein. Sobald die Integration abgeschlossen ist, wird das Konsortium mit den ersten Funktionstests und Probefahrten für das Zulassungsverfahren auf spanischen und portugiesischen Strecken beginnen.

Gefördert wird das Projekt von der Technologie-Initiative „Fuel Cells and Hydrogen 2 Joint Undertaking“ (FCH 2 JU). Das Ziel: eine zuverlässige und sichere emissionsfreie Alternative für den Schienenverkehr zu finden. Auf rund jeder zweiten Bahnstrecke in Europa sind noch dieselbetriebene Züge unterwegs. Die Umstellung auf einen nachhaltigeren Antrieb habe großes Potenzial, die CO2-Emissionen deutlich zu senken und so zur Klimaneutralität beizutragen, glauben die Japaner.

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