Toyota: 15 Millionen Hybride sparen 120 Millionen Tonnen CO2

Toyota feiert über 15 Millionen verkaufte Hybrid-Modelle und will damit 120 Millionen Tonnen CO2 gespart haben. Gleichwohl gibt man Defizite bei Vollelektromodellen zu, will diese Lücken schnell schließen.

Flotte Flotte: Toyota und (Misch)Hybrid, das steht fast synonym. Die Fahrzeuge mit dem sukzessive weiterentwickelten, geschlossenen Hybrid gelten als sparsam, erschwinglich und legendär zuverlässtig. Doch jetzt geht es darum, auch überzeugende Vollstromer zu entwickeln. | Foto: Toyota
Flotte Flotte: Toyota und (Misch)Hybrid, das steht fast synonym. Die Fahrzeuge mit dem sukzessive weiterentwickelten, geschlossenen Hybrid gelten als sparsam, erschwinglich und legendär zuverlässtig. Doch jetzt geht es darum, auch überzeugende Vollstromer zu entwickeln. | Foto: Toyota
Redaktion (allg.)

Der japanische Mobilitätskonzern Toyota hat das Erreichen eines neuen Meilensteins in Sachen Hybridantrieb verkündet: Weltweit sollen demnach mehr als 15 Millionen Modelle mit dem geschlossenen Misch-Hybrid-System verkauft worden sein. In Europa haben sich bereits 2,8 Millionen Kunden für die Kombination aus Benzin- und Elektromotor entschieden. Das entspricht jedem zweiten Käufer der Marke in Europa (52 Prozent), Westeuropa hat mit 63 Prozent Hybridanteil sogar bei noch einen größeren Einfluss. Im Vergleich zu konventionell angetriebenen Modellen mit Benzinmotor sollen laut Hersteller durch die mehr als 15 Millionen Hybridfahrzeuge bereits über 120 Millionen Tonnen CO2 eingespart worden sein.

„Dank unserer Hybridverkäufe ist Toyota auf dem besten Weg, das von der EU für 2020 und 2021 gesetzte Ziel von 95 Gramm pro Kilometer in Europa zu erreichen, wo die CO2-Vorschriften die strengsten der Welt sind“, versichert Matt Harrison, Executive Vice President von Toyota Motor Europe (TME).

Die Vollhybride seien in den Städten sogar die meiste Zeit komplett emissionsfrei unterwegs. Man habe die Hybridtechnologie in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt, sie werde deshalb auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Modellpalette spielen, erklärt der Hersteller. Sie sollen auch als Vorlage für stärker elektrifizierte Modelle wie Plug-in-Hybrid-, Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge dienen. Man nutze die Erfahrungen insbesondere in der Entwicklung von Elektromotoren, Batterien und Leistungssteuereinheiten für diese Multi-Antriebs-Strategie. Bis 2025 will Toyota insgesamt 40 neue oder überarbeitete elektrifizierte Fahrzeuge auf den Markt bringen – darunter mindestens zehn reine Elektroautos.

„Natürlich müssen wir hart daran arbeiten, die Batteriekapazität zu verbessern und die Kosten von Elektrofahrzeugen zu senken, was wir auch tun. Bis die Hürden im Zusammenhang mit E-Autos und Brennstoffzellenfahrzeugen überwunden werden, leisten wir mit unserer Arbeit an Hybridmodellen einen wichtigen Beitrag“, findet Shigeki Terashi, Chief Officer der Toyota Motor Corporation.

Was bedeutet das?

Solche Fahrzeuge hat der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter wohl im Blick, wenn er sich die Förderunge "vernünftiger Hybride" vorstellen kann. Denn das sind die Doppelherz-Modelle des japanischen Pioniers ganz sicher. Und in jedem Fall ökologisch wertvoller als dicke Plug-in-SUVs, deren Ladekabel wie viel zitiert, bei der Leasingrückgabe noch unverpackt im scheunengroßen Kofferraum liegt. Die Marke Toyota steht fast synonym für "Hybrid", das hat sie sich hart erarbeitet. Die strategische Weichenstellung weg vom Diesel war schlicht sehr weitsichtig und konsequent und hat dem Konzern jede Menge Ärger, Affären und Prozesse erspart, an denen speziell die deutschen Hersteller noch immer zu beißen haben.

Dass Hybridmodelle einen wichtigen Beitrag in der Reduzierung der CO2 Emissionen beitragen, lässt sich ebenfalls nicht von der Hand weisen. Es ist zudem erfreulich, dass immer mehr Menschen gerade in Europa für alternative Antriebe interessieren. Um aber die nächste Stufe zu zünden, ist nun die Roadmap von Toyota für die nächsten Jahre entscheidend. Die Japaner müssen es schaffen, auch bei den reinen Stromern attraktive Produkte auf den Markt zu bringen sowohl preislich als auch qualitativ. Es gibt wenig Zweifel, dass sie das schaffen. Denn sie haben alle Komponenten, die es braucht, hier wieder auf Augenhöhe mit koreanischen "Nachbarn" auf der anderen Seite des japanischen Meeres rollen, die frech und mutig in den letzten Jahren vorbeigezogen sind und jetzt alles haben: Vom Benziner, über Mild- und Plug-in-Hybrid, Mischhybrid und Elektro sogar bis zur Brennstoffzelle.

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