Tokyo Motor Show 2019: Lexus zeigt LF-30 Electrified Concept

Mit „Lexus Electrified“ und einer Studie präsentiert die japanische Premiummarke ihre Vision für die nächste Generation elektrifizierter Fahrzeuge.

Mit dem LF 30 zeigt Lexus, wie ein Stromer aussehen könnte. | Foto: Lexus
Mit dem LF 30 zeigt Lexus, wie ein Stromer aussehen könnte. | Foto: Lexus
Gregor Soller

Die vorgestellte Vision „Lexus Electrified“ zeigt, wie die Toyotas Edel-Tochter sich batterieelektrische Fahrzeuge vorstellt: Aufbauend auf der langjährigen Erfahrung bei Hybridantrieben, einschließlich Batteriemanagement, Steuerungsmodulen und Elektromotoren will Lexus ein einzigartiges Fahrerlebnis schaffen. Die Technologien von Lexus Electrified ermöglichen dabei eine integrierte Steuerung von Antriebsstrang, Lenkung, Aufhängung und Bremsen.

Bereits im November 2019 wird Lexus sein erstes batterieelektrisches (BEV) Fahrzeug präsentieren. Damit baut der Automobilhersteller sein umfangreiches Spektrum an Antriebstechnologien weiter aus und kann auf diese Weise noch vielseitigere Lösungen für die unterschiedlichen Anforderungen der weltweiten Märkte anbieten - von Hybrid-Modellen (HEV) und Plug-in-Hybriden (PHEV) über batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) bis hin zu Brennstoffzellen-Antrieben (FCEV). Schon Anfang des kommenden Jahrzehnts sollen der erste Lexus Plug-in-Hybrid sowie eine neue Plattform für rein elektrische Fahrzeuge eingeführt werden. Bis 2025 soll jedes Lexus Modell auch eine elektrifizierte Variante erhalten. Deren Absatz soll jenen von Modellen mit klassischem Verbrennungsmotor künftig übersteigen.

Das neue Lexus LF-30 Electrified Concept verkörpert eindrucksvoll die Unternehmensvision von Elektrifizierung. Verpackt in ein futuristisches Exterieur, ermöglicht das gut fünf Meter lange batterieelektrische Fahrzeug automatisiertes Fahren und integriert dabei weitere neue Technologien: Neben einem Cockpit, das den Fahrer noch stärker in den Mittelpunkt rückt, ist beispielsweise ein Steer-by-Wire-System an Bord. Basierend auf der Lexus Expertise bei Hybridantrieben, baut der vollelektrische Antrieb des Flügeltürers zudem die Vorreiterrolle der Marke aus. Die präzise Steuerung der Elektromotoren soll ein direktes Ansprechverhalten gewährleisten.

Ein Herzstück der Vision „Lexus Electrified“ ist die „Advanced Posture Control“-Technologie, die künftig verstärkt in elektrifizierten Fahrzeugen zum Einsatz kommen soll. Sie regelt die Antriebsleistung von Elektromotoren mit hohem Drehmoment. Da die vorderen und hinteren Radnabenmotoren völlig unabhängig voneinander angesteuert werden, fährt die Studie je nach Situation mit Front-, Heck- oder Allradantrieb. Die kompakten und leichten Antriebseinheiten verbessern zudem das Packaging und erzeugen ein optimales Fahrgefühl unabhängig von der Fahrbahnoberfläche und den äußeren Bedingungen. Der LF-30 Electrified fährt zudem mit einem Steer-by-Wire-System vor: Der Wegfall der mechanischen Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern ermöglicht eine flexiblere Steuerung je nach Fahrsituation und ein präziseres Lenkgefühl. Gleichzeitig vergrößert diese Technik den Freiraum: Im autonomen Fahrmodus kann die Lenkung nach vorne und damit aus dem Weg geschoben werden.

Als batterieelektrisches Fahrzeug der nächsten Generation verfügt der LF-30 Electrified über eine kabellose Ladetechnologie, die das tägliche Laden besonders einfach und komfortabel macht. Ein Energiemanagement auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) verteilt die elektrische Energie optimal auf Fahrzeug und Wohnräume. Die Ladestrategie passt sich dabei optimal dem Tagesablauf des Nutzers an. Die Leistung ist üppig bemessen: 400 kW und 700 Nm sind geboten, die Reichweite gibt Lexus mit bis zu 500 Kilometern an – dank üppigem 110 kWh-Akku.

Auch innen geht Lexus neue Wege: Die Lichtdurchlässigkeit der Seitenscheiben lässt sich beliebig einstellen, sodass die Insassen wahlweise ungehinderte Sicht auf umliegende Landschaften oder ein hohes Maß an Privatsphäre genießen. Die Farbe der Frontpartie und bestimmte Lichteffekte signalisieren, ob das Fahrzeug im normalen Modus gesteuert wird oder autonom fährt. Damit unterstreicht Lexus einmal mehr sein Streben nach der perfekten Mischung aus Stil und Funktionalität. Die „Voltaic Sky“ genannte Lackierung der Konzeptstudie erreicht durch eine hochmoderne Beschichtung ein einzigartiges Blaugrün.

Das „Tazuna“ genannte Cockpit-Konzept, rückt den Fahrer ins Zentrum: Wie bei Pferd und Reiter, die sich nur durch einen Zügel verständigen, wurden die Lenkradbedientasten und das Head-up-Display exakt aufeinander abgestimmt: Der Fahrer kann dadurch das Navigations- und Audiosystem steuern und den Fahrmodus ändern, ohne den Blick von der Straße zu nehmen und weitere manuelle Schalter bedienen zu müssen. Als Vorbote künftiger Tazuna-Cockpits verfügt die Studie über Gestensteuerung und Augmented Reality (AR), mit der sich Fahrzeuginformationen noch besser darstellen lassen. So entsteht ein Innenraum, der Fahrern und Passagieren ein neues Niveau an Komfort und Bequemlichkeit bietet. Die Rücksitze passen sich dank einer speziellen Technologie an die Fahrgäste an, verschiedene Modi unterstützen dabei wahlweise das Liegen und Entspannen oder fördern die Aufmerksamkeit.

Für einzigartigen Klanggenuss sorgt ein Mark Levinson®-Audiosystem: Eine hochentwickelte Lautsprechersteuerung schafft ideale akustische Räume für den Fahrer und die übrigen Fahrgäste. Die in die Kopfstützen integrierten Lautsprecher sorgen nicht nur für ein eindrucksvolles Klangerlebnis, sondern verfügen auch über eine Geräuschunterdrückungsfunktion, die zu mehr Ruhe beiträgt. Über den Rücksitzen erstreckt sich zudem ein Glasdach, das über eine Sprachsteuerung und ein gestengesteuertes „SkyGate“ verfügt: Mithilfe von Augmented Reality zeigt es unterschiedliche Informationen wie beispielsweise Navigationshinweise, Lieblingsvideos der Nutzer bis hin zu einem Sternenhimmel.

Verpackt in auffälliges Design, gibt das Interieur auch einen Ausblick auf das künftige Luxusverständnis der Marke: Nachhaltigere Materialien sollen die Umweltbelastung reduzieren. Mit Yakisugi (verkohlte Zeder) wird beispielsweise ein traditionelles japanisches Material im Boden und in der Lenksteuerung verwendet, während recyceltes Metall zu Fasern für die Türverkleidung verarbeitet wurde.

Ein weiteres KI-System erkennt und unterscheidet die Stimmen der Fahrzeuginsassen und passt das Innenraum-Ambiente den individuellen Vorlieben an, die personalisiert auf dem Fahrzeugschlüssel gespeichert sind. Das System regelt Lufttemperatur und Audiolautstärke, erkennt Zieleingaben der Navigation und schlägt Aktivitäten am Zielort vor. Zudem erkennt es den bevorzugten Fahrstil des Fahrers und stellt Fahrwerk und Antrieb in Echtzeit auf das gewünschte Szenario ein.

Als weitere Besonderheit hat die Konzeptstudie LF-30 Electrified die „Lexus Airporter“-Drohnentechnologie an Bord. Per autonomer Steuerung nimmt sie zum Beispiel Koffer an der Haustür entgegen und transportiert sie zum Gepäckraum des Fahrzeugs.

Auf Basis von „Lexus Teammate“, dem jüngsten Technologiekonzept der Marke für autonomes Fahren, umfasst die Studie hochmoderne Funktionen wie den „Chauffeur-“ und den „Guardian-Modus“. So genießen alle Passagiere beim autonomen Fahren höchsten Komfort und können sich entspannen, während die Advanced Posture Control aktiv ist. Vollautonomes Parken gehört ebenso zu den besonderen Service-Merkmalen wie die Abholfunktion: der LF-30 Electrified fährt zum Einsteigen autonom vor die Haustür.

Was bedeutet das?

Lexus packt in seine Studie Alle, was aktuell (auch bei den Zulieferern) verfügbar ist – weshalb das dann folgende Serienmodell sich davon inhaltlich nicht so stark unterscheiden dürfte. Man darf gespannt sein, wie der Vorstoß gegen Tesla im Markt angenommen wird.

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