TOGG: Türkisches Konsortium will E-Auto bauen

Angetrieben vom türkischen Präsidenten Erdogan forciert der Firmenverbund TOGG die Entwicklung einer Elektroautomarke "Made in Turkey". Ein Kompakt-SUV soll 2022 den Anfang machen, eine Stufenhecklimousine soll folgen.

Made in Turkey: Der ehemalige Bosch-Manager Gürcan Karakaş treibt die ambitionierten E-Auto-Pläne des Präsidenten Erdogan voran. | Foto: TOGG
Made in Turkey: Der ehemalige Bosch-Manager Gürcan Karakaş treibt die ambitionierten E-Auto-Pläne des Präsidenten Erdogan voran. | Foto: TOGG
Johannes Reichel

Das türkische Automobilkonsortium TOGG hat angekündigt, ab 2022 mit eigenentwickelten Elektro-Autos in den Markt starten zu wollen. Bei einer Präsentation im IT-Valley in Gebze kündigte der türkische Staatspräsident Recep Tayip Erdogan, man werde einen 60 Jahre alten Traum der Türkei Wirklichkeit werden lassen. Die Marke soll mit einem SUV sowie kurz darauf einer Stufenhecklimousine starten und will jährlich in Bursa bis zu 175.000 Fahrzeuge fertigen und dabei bis zu 4.000 Leute beschäftigen.

Die Fahrzeuge sollen dank langem Radstand mit geräumigem Innenraum, klassenbester Performance und den niedrigsten Betriebskosten im Segment rein elektrischer Automobile punkten, versprach der Hersteller, hinter dem die Anadolu Group sowie die Autohersteller BMC und Koc sowie der Mobilfunktbetreiber Turkcell und die Zorlu Holding stehen. Als Vorstandschef fungiert der einstige Bosch-Geschäftsführer Gürcan Karakas. Der neue Anbieter will in den nächsten 13 Jahren gut drei Milliarden Euro in Entwicklung und Bau der E-Autos investieren. Zudem treibt man die Ladeinfrastruktur im Land voran, die bis 2022 laut Präsident Erdogan betriebsbereit sein soll.
 

Zwei Leistungs-Varianten mit 300 und 500 km Reichweite

Der Kompakt-SUV, der vor einer als Konzept gezeigten Stufenhecklimousine 2022 den Anfang machen soll, wird in zwei Lithium-Ionen-Batterievarianten verfügbar sein, die für 300 und 500 Kilometer Reichweite genügen sollen. Kombiniert wird ein DC-Schnelllader, der die Speicher binnen 30 Minuten wieder auf 80 Prozent Energie bringen soll. Der Hersteller will mit einer Acht-Jahres-Garantie auf die Akkus für Vertrauen sorgen. Die Basisversion verfügt über einen Hinterradantrieb und einen Elektromotor mit 200 PS, die Allradvariante ergänzt eine weitere vorn platzierte E-Maschine mit gesamt 400 PS. Die Beschleunigung von 0-100 km/h soll hier in 4,8 Sekunden, bei der Basisversion in 7,6 Sekunden absolviert sein. Die Karosserie soll dank der mit dem Rahmen verbundenen Batteriestruktur eine um 30 Prozent höhere Steifigkeit gegenüber konventionellen Fahrzeugen aufweisen, die passive und aktive Sicherheit von sieben Airbags sowie rundum innenbelüfteten Scheibenbremsen sichergestellt sein.

Teilautomatisiertes Fahren auf Level 2+ und darüber hinaus

Das türkische E-Auto soll teilautomatisiert auf Level 2+ etwa mittels eines "Slow Traffic Pilot" operieren können und sich mit Updates "over the Air" auf Level 3 und darüber hinaus aufrüsten lassen. Hier hoffe man auch auf die Entwicklung der 5G-Technologie, wie es heißt. Als "disruptive Technologie" will der Hersteller in das voll vernetzte Fahrzeug einen "Holographic Assistent" integrieren, der auf "Eye Tracking"-Technik basiert und dem Nutzer eine 3D-Perspektive über die konventionelle Darstellung im Display hinaus ermöglichen soll.

Das Design-Team aus TOGG-Gestaltern, unter anderem dem früheren VW-Chefdesigner Murat Günak sowie Pininfarina-Designern will eine Optik realisiert haben, die zugleich die anatolischen Wurzeln betont, aber auch weltläufig wirkt. Das Interieur soll wiederum an ein Flugzeugcockpit erinnern.

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