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TMH: V2G-Feldtest am Euref-Campus ergibt Ersparnis von 650 Euro

The Mobility House belegt Marktpotential von gebündelten Elektroautobatterien in einer sechsmonatigen Feldstudie am EUREF-Campus. Im ersten Halbjahr 2022 wurden vierstellige Euro-Beträge pro Fahrzeug und Jahr erzielt. Studie bestätigte Marktbedarf für Flexibilitäten aus V2G-Fahrzeugen.

Sparen mit Speicher: TMH hat das Potenzial der Ersparnis durch V2G-Technologie für den E-Autofahrer in einem Feldtest am Euref-Campus in Berlin nachgewiesen. | Foto: TMH
Sparen mit Speicher: TMH hat das Potenzial der Ersparnis durch V2G-Technologie für den E-Autofahrer in einem Feldtest am Euref-Campus in Berlin nachgewiesen. | Foto: TMH
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Johannes Reichel

Der Münchner E-Mobility-Spezialist The Mobility House hat gemeinsam mit Partnern am EUREF-Campus in Berlin erstmals das Potential aggregierter Fahrzeugbatterien im Energiemarkt über reale Anwendungen an der europäischen Strombörse (EPEX Spot) nachgewiesen. Hochgerechnet auf ein Jahr konnten laut Hersteller dabei pro Fahrzeug Erlöse im vierstelligen Euro-Bereich erwirtschaftet werden. Berücksichtige man etwaige Abzüge in Form von u.a. steuerlichen Abgaben, so resultierten daraus für Endkund:innen mögliche Einsparungen in Höhe von mindestens 650 Euro, bilanziert TMH weiter.

Reale Auto-Akkus, echte Verbrauchsprofile

Anders als bei bisherigen Simulationen seien in diesem Versuch mit realen Elektroautobatterien, echten Verbrauchs- und Ladeprofilen sowie tatsächlichem Marktverhalten die Flexibilität aus Elektrofahrzeugen vermarktet worden. Getestet wurde abwechselnd „V1G“, also die reine zeitliche Verschiebung des Ladevorgangs sowie Vehicle to Grid („V2G“) – die Möglichkeit zur bidirektionalen Be- und Entladung der Batterien, präzisiert man. Die Steuerung übernahm die eigenentwickelte Software von TMH, die über Algorithmen den Ladezustand der Batterien regulierte und deren aggregierte Flexibilität an den Energiemärkten vermarktete. Dabei wurden neben den Erlöspotentialen im Energiemarkt auch der Mobilitätsbedarf der Fahrer:innen, die Degradation der Batterie und das vorgelagerte Netz bzw. der Netzanschluss berücksichtigt.

Gemeinsam mit der Audi AG haben die Münchner bereits 2019 am EUREF-Campus in Berlin einen Stationärspeicher aus 20 e-tron 2nd-Life-Batterien errichtet. Seitdem ist der Multi-Use-Speicher mit verschiedenen Energieprodukten im Einsatz.

Vermarktung unter realen Bedingungen

Im Versuch wurden 18 e-tron Fahrzeugbatterien des stationären EUREF-Speichers so behandelt, als würden sie in mobilen Elektrofahrzeugen genutzt werden. Dazu hinterlegte man den 2nd-Life-Akkus ein Fahrprofil, das auf deutschen Durchschnittswerten beruht. Jede Batterie konnte während der Ansteckfenster mit 11 kW be- oder entladen werden und verbrauchte während der Fahrfenster eine Strommenge äquivalent zu ca. 18.250 km Fahrleistung im Jahr, erläutert der Anbieter weiter. Die Be- und Entladestrategie berücksichtigte unter anderem Mindestspeicherfüllstände bei Abfahrt und schonte die Batterie. In Zeiten, in denen die Fahrzeuge üblicherweise zum Laden eingesteckt waren, konnte die Flexibilität, die im Be- und Entladen der Batterien liegt, dem Energiesystem zur Verfügung gestellt werden. Zu Zeiten, in denen die Fahrzeuge üblicherweise fuhren, standen sie dem Energiemarkt nicht zur Verfügung. Mittels der Technologie wurden dabei mehrere Energiemärkte gleichzeitig bespielt (Day Ahead und Intraday Markt), um zu jedem Zeitpunkt die bestmöglichen Werte und Einsparungen zu erzielen.

„Die in diesem Feldversuch durch unsere Algorithmen erwirtschafteten Erlöse sind eine beeindruckende Demonstration des Wertes von bidirektionalem Laden. Wir arbeiten mit Hochdruck an Produkten, um diese Werte für unsere Kund:innen zu erschließen und dadurch dem Energiesystem die riesige Speicherkapazität von Elektroautos zur Verfügung zu stellen. Um dies zu ermöglichen, gilt es jetzt, regulatorische Hürden abzubauen und die vorhandenen Potentiale im Bereich Smart Charging nicht buchstäblich auf der Straße liegen oder stehen zu lassen“, erklärt Marcus Fendt, Geschäftsführer von The Mobility House.

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