The Mobility House handelt E-Auto-Akkus an der Strombörse

Münchner verkünden die eigene Anbindung an die europäische Strombörse EPEX SPOT SE und handeln dort die Flexibilitäten von 4.500 Elektroautobatterien, entsprechend 100 MW Leistung. Für V2G-Anwendungen ist die Mitgliedschaft an der Strombörse essentiell.

Näher dran: TMH wird im Zuge der V2G-Technologie Teilnehmer an der Strombörse und will weitere Vorteile für E-Auto-Fahrer erschließen. | Foto: TMH
Näher dran: TMH wird im Zuge der V2G-Technologie Teilnehmer an der Strombörse und will weitere Vorteile für E-Auto-Fahrer erschließen. | Foto: TMH
Johannes Reichel

Der Münchner E-Mobility-Spezialist The Mobility House (TMH) ist als Mitglied der europäischen Strombörse EPEX SPOT SE beigetreten. Bereits seit 2016 vermarktet das Technologieunternehmen die Flexibilitäten von stationären (1st- und 2nd-Life) und mobilen Elektroautobatterien an den europäischen Energie- und Leistungsmärkten. Beim Kurzfristenergiehandel erfolgte dies bislang jedoch über den Marktzugang eines langjährigen engen Partners, heißt es vom Unternehmen. Da Vehicle-to-Grid (V2G) Anwendungen durch erste bidirektionale Fahrzeuge und Ladestationen realer werden, sei die aktive und direkte Teilnahme als offizielles Börsenmitglied zwingend, begründen die Münchner den Schritt. So könne die spezifische Flexibilität von Elektroautos ohne Alterung der Batterie bestmöglich gehandelt werden. Man stelle damit die Weiterentwicklung der eigenen Systeme und Algorithmen sicher, um dem rasanten Zuwachs gerecht werden zu können, so TMH weiter. Dieser betrifft sowohl die Verfügbarkeit von Elektroautobatterien und den Flexibilitätsbedarf im elektrischen Energiesystem als auch die Anforderungen der OEM-Partner.

EV Aggregation Platform als technologische Grundlage

Basis für die Teilnahme an den Energiemärkten ist die eigenentwickelte Technologie in und um die sogenannte EV Aggregation Platform. Ähnlich wie Teslas Autobidder Software für Stationärspeicher, erschließt die Plattform von The Mobility House das Speicher- bzw. Flexibilitätspotential spezifisch von mobilen Elektroautobatterien, skizziert der Anbieter. Dadurch dienen Elektrofahrzeuge nicht mehr nur der Fortbewegung, sondern erbringen während ihrer Standzeiten wertvolle Energie-, Netz- und Systemdienstleistungen. Das so genutzte Flexibilitätspotential sei riesig, ermögliche signifikante Erlöse pro Fahrzeug und kompensiert sogar die Kosten des Fahrstroms. Aktuell kommt die Technologie in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sowie bald in Großbritannien und den USA zum Einsatz.

„Über viele Jahre konnten wir auf Basis unserer EV Aggregation Platform in zahlreichen Projekten mit namenhaften Partnern wertvolle Erfahrungen im Day-Ahead- und Intraday-Handel sammeln. Wir freuen uns daher sehr, dass wir nun als Mitglied der Strombörse EPEX SPOT SE noch näher an den Kurzfristhandel heranrücken. In diesem dynamischen Umfeld steigern wir unsere Wertschöpfungstiefe und verbessern unsere Agilität. Unserem Leistungsversprechen, mit Elektroautobatterien maximale Werte im elektrischen Energiesystem zu generieren, können wir damit noch besser gerecht werden“, erklärt Robert Hienz, CEO von The Mobility House.

Die EV Aggregation Platform des Unternehmens ist zentraler Bestandteil des gesamten angebotenen Ökosystems im Bereich Smart Charging und Vehicle-to-Grid-Integration. Die Plattform werde zudem bald auch in Produkten genutzt werden, die sich an Privatkund:innen richten, kündigte man weiter an. Kund:innen können so zukünftig direkt von der Teilnahme an den Energiemärkten profitieren und das Speicher- bzw. Flexibilitätspotential ihres Elektroautos dem Markt zur Verfügung stellen, so das Versprechen. So könne jede:r Fahrer:in einen Beitrag zur Transformation des Verkehrs- und Energiesektors leisten und zusätzlich finanzielle Vorteile generieren. Man bietet die entwickelte Technologie dabei auch Partnern als White Label Lösung an. 

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