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The Mobility House: E-Autos verdienen Geld

Die Planung von The Mobility House ging auf: Erstmals erwirtschaftet ein Elektroauto Erträge im Stromnetz.

Premiere: In hagen erwirtschaftet ein Nissan Leaf über die Einbindung ins Stromnetz erstes Geld. | Foto: The Mobility House
Premiere: In hagen erwirtschaftet ein Nissan Leaf über die Einbindung ins Stromnetz erstes Geld. | Foto: The Mobility House
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Gregor Soller

Schon immer sahen die Münchner Elektromobilität als energetisches Gesamtkonzept: Als Teil der Primärregelleistung stabilisiert und sichert ein Nissan Leaf die Stromversorgung. Das System feierte jetzt in Hagen Premiere und eröffnet vielversprechende Möglichkeiten im Energiemarkt. Der Ansatz dazu: Ein Elektroauto ist in der Anschaffung (noch) teurer als Verbrenner und auch Strom gibt es nicht gratis. Doch ein Elektroauto kann Teil des Energiemarktes werden und so Geld verdienen. So auch beim dem V2G-Pilotprojekt von Enervie in Hagen: Die Batterie eines Nissan Leaf dient, sobald das Fahrzeug an die Ladesäule angeschlossen ist, als Energiespeicher und -quelle. „Damit zeigen wir, dass die Einbindung von E-Autos in die Primärregelleistung technisch als auch wirtschaftlich sinnvoll ist“, sagt Thomas Raffeiner, Gründer und CEO von The Mobility House (TMH) aus München. Das Firmenfahrzeug steht auf dem Parkplatz des Energieversorgers Enervie in Hagen. Als Teil der Primäregelleistung nimmt das E-Auto innerhalb von Sekunden überschüssige Energie aus dem Stromnetz auf oder speist sie ein, je nach Bedarf. Die schnelle Reaktionsfähigkeit wird von den Übertragungsnetzbetreibern entlohnt, weil damit das Stromnetz stabil gehalten wird. Stromausfälle sollen eine Ausnahme bleiben.

Und The Mobility House hat mit dem Leaf schon erstes Geld verdient: „Wir haben mit dem Fahrzeug eine Woche lang acht Kilowatt Leistung angeboten und damit 20 Euro verdient“, freut sich Marcus Fendt, Geschäftsführer von TMH über die ersten Erlöse. Die Summe erscheint auf den ersten Blick niedrig. Doch handelt es sich um ein einziges Auto, das seine Speicherleistung zur Verfügung stellt. „Bei 50 Wochen wären es 1.000 Euro“, rechnet Fendt vor. Damit dürfte die benötigte Jahresstrommenge, die ein E-Auto verfährt, mehr als gedeckt sein. Damit wird die V2G-Technologie vor allem für Flotten interessant. Mehr Autos bedeuten mehr Speicherleistung, und bei Firmenfahrzeugen sind Standzeiten am Wochenende oder zu Urlaubszeiten gut planbar. Die Bezahlung für Primärregelleistung wird in einem Versteigerungsverfahren wochenweise ermittelt. Ab 2019 erfolgt die Vergabe tageweise, was dem Besitzer mehr Flexibilität in der Fahrzeugnutzung bringt.

Bis aus der Premiere in Hagen ein Alltagesgeschäft für jeden Fahrer eines Elektroautos wird, dürfte es noch ein paar Jahre dauern. Die Preise für die Ladetechnik als auch regulatorische Hürden bilden noch Hindernisse. Doch im gewerblichen Bereich, wo größere Flotten im Einsatz sind, könnte V2Gfrüher angewendet werden. Den Einwand, dass mit der häufigeren Be- und Entladung der Batterie die Lebensdauer verkürzt wird, lässt Fendt gelten. „Wir haben gerade in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München gezeigt, wie man durch Lademanagement die Lebensdauer positiv beeinflussen kann“, erläutert er eines der durchgeführten Projekte zum Thema.

Langfristig gedacht soll nicht jedes E-Auto Teil der Primärregelleistung werden. Das Stromnetz zu stabilisieren und zu entlasten, ist eine ebenso wichtige Funktion. Je mehr Autos Überschüsse aus dem Netz aufnehmen, die nicht transportiert werden können und erst wieder ans Netz abgeben, wenn Kapazitäten frei sind, vermindert das Volumen des Netzausbaus. In Hagen ist die Pilotphase inzwischen beendet und der Nissan ist regulär ins V2G-Netz eingebunden.

Was bedeutet das?

Der Nissan Leaf ist nun im Regelbetrieb als Batteriespeicher. Sobald der CHAdeMO Stecker vorn im Fahrzeug steckt, stabilisiert der weiße Wagen das deutsche Stromnetz. Nach ersten theoretischen Überlegungen hat der Pilot seine Praxistauglichkeit bewiesen und TMH kann gezielt weitere ähnliche Projekte anbieten und planen.

 

 

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