Tesla will Service verbessern

Tesla kommt nicht zur Ruhe: Nachdem immer wieder Kritik am schlechten Service der Marke laut wurde, soll jetzt beim Ersatzteilversand und dem Service nachgelegt werden.

Mittlerweile wird der Service für die Tesla-Modelle immer wichtiger. | Foto: Tesla
Mittlerweile wird der Service für die Tesla-Modelle immer wichtiger. | Foto: Tesla
Gregor Soller

Mittlerweile kommen die ersten Model S in die Jahre und brauchen Ersatzteile und Service – ein Punkt, der bisher keine große Beachtung fand. Laut der Plattform elektrek.co kündigt Tesla jetzt zahlreiche Maßnahmen an, um seinen Service weltweit zu verbessern. In Kalifornien wurde ein neues Ersatzteilzentrum eröffnet, das die Kapazität für Teile in Nordamerika verdreifachen soll. Auch für Europa plant Tesla ein solches Ersatzteilzentrum. Ein Problem sind vor allem Unfallreparaturen, bei denen die Karosserie repariert werden muss. In ausgewählten Märkten soll deshalb „ein kleines Netzwerk eigener Karosseriewerkstätten“ entstehen, um zumindest einfache Unfallschäden schnell und unkompliziert reparieren zu können. Bei positivem Feedback plant man, dieses Netzwerk zu erweitern.

Außerdem bietet Tesla nach wie vor sein „mobiles Serviceprogramm“ an, dessen weltweite Abdeckung aktuell magere 25 Prozent erreicht. Bis Jahresende sollen es 40 Prozent sein. Geradezu trotzig lässt Tesla verlauten, dass man speziell in Märkten, in denen die Kundenzufriedenheit unterdurchschnittlich liege, „aggressiv expandieren und Personal einstellen“ wolle. Als Beispiel führt der Tesla-Sprecher gleich Norwegen an, wo der Service gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent aufgestockt worden sei und man in Oslo ein neues Servicecenter plane.

Unter diesen Herausforderungen liquide zu bleiben, ist nicht leicht. Wie mehrere Medien berichteten, hat Tesla außerdem angeblich einige seiner Lieferanten gebeten, einen Teil der Zahlungen zurückzuerstatten, um Cashflow und Liquidität zu verbessern. Dazu sollen die Kalifornier ein Schreiben an einen ihrer Zulieferer verschickt haben. Außerdem berichteten unterschiedliche Medien, dass Vorbesteller des Model 3 in Nordamerika angeschrieben worden sein sollen, mit der Bitte, den bereits angezahlten 1.000 Dollar bei der finalen Bestellung weitere 2.500 Dollar nachzuschießen, bevor ihr Model 3 gebaut wird. Auch das soll die Profitabilität erhöhen und Tesla zügiger aus den roten Zahlen helfen.

Was bedeutet das?

Autos bauen ist das eine – sie in hohen Stückzahlen zu produzieren und damit Geld zu verdienen das andere. Und: Guter Service ist unumgänglich – und das umso mehr je älter die Autos werden und je höher die Stückzahlen im Markt sind. Hier kann auch Elon Musk nicht zaubern.

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