Tesla: Viertes Quartal 2019 mit neuen Rekorden und Gewinn

Tesla hat die Zahlen für 2019 veröffentlicht: Mit 7,38 Milliarden Dollar erwirtschaftete man im vierten Quartal 2019 den höchsten Umsatz seiner Firmengeschichte und verdiente abermals Geld.

Volle Kraft voraus: 2019 bleib Tesla insgesamt noch in den roten Zahlen, wies aber in Quartal drei und vier zweimal hintereinander Gewinne aus. | Foto: Tesla
Volle Kraft voraus: 2019 bleib Tesla insgesamt noch in den roten Zahlen, wies aber in Quartal drei und vier zweimal hintereinander Gewinne aus. | Foto: Tesla
Gregor Soller

Tesla nähert sich langsam aber der kritischen Größe an, mit der man als Autobauer Geld verdienen kann. Der Umsatz stieg massiv: 2019 erreichte man mit 24,5 Milliarden Dollar rund drei Milliarden Dollar mehr als 2018. Tesla selbst spricht von 2019 als „Wendejahr“:  Durch die „organische Nachfrage“ nach dem Model 3 und strenger Kostenkontrolle sei es gelungen, das Geschäft profitabel zu machen. Die Börsianer dürften erstmal aufatmen: Tesla konnte von Oktober bis Dezember 2019 erneut Gewinn machen: Immerhin 105 Millionen Dollar. Das sind zwar rund 17 Prozent weniger als im Vorquartal mit 143 Millionen Dollar, doch Tesla bleibt nach den ersten beiden „roten“ Quartalen zum Anfang des 2019 weiter in den schwarzen Zahlen. Trotzdem fällt die Bilanz für das Gesamtjahr negativ aus: Unterm Strich verlor man auch 2019 nochmal rund 860 Millionen Dollar. Doch die Richtung nach oben stimmt und so legte die Aktie wieder zu und notierte erstmals bei mehr als 600 Dollar. Wichtig: Laut Tesla sei Geschäft  mittlerweile so weit gewachsen, dass es sich selbst finanzieren kann. Dazu gehört auch, dass Tesla für das letzte Quartal 2019 einen Free Cash Flow von mehr als einer Milliarde Dollar angeben konnte. So plant man, in den schwarzen Zahlen zu bleiben, auch wenn man sich „temporäre Ausnahmen“ während der Einführungsphase neuer Produkte vorbehält. Hier dürfte es vor allem um die Nutzfahrzeuge „Semi“ und den Pick-up „Cybertruck“ gehen, für die ein komplett anderes B2B-Geschäft aufgezogen werden muss, das mit den Pkw kaum korrespondiert.

Auch die Produktions- und Auslieferungszahlen stimmen: Gut 112.000 Autos hat Tesla im vierten Quartal geliefert, davon 92.620 Model 3 sowie 19.475 Model S und Model X. Auch die Produktion ist mit 104.891 gefertigten Modellen (86.958 Model 3 und 17.933 Model S/X) sechsstellig. In den Zahlen für das Model 3 sind bereits die ersten Exemplare aus der Gigafactory in Shanghai verrechnet. Für die Gigafactory 4 in Brandenburg wurde nun der Kaufvertrag für das Gelände auch von Tesla offiziell unterschrieben. 2019 lieferte Tesla nach eigenen Angaben 367.656 Autos aus, rund 50 Prozent mehr als 2018. Dazu steuerte das Model 3 300.885 Einheiten bei, während Model S und X trotz ihres gehobenen Alters immer noch auf 66.771 Einheiten kamen.

Trotzdem wird 2020 nicht einfach: Denn alle Model-3-Vorberstellungen sind abgearbeitet und die USA geben keinen Steuerrabatt mehr. Auch in China sinkt die EV-Förderung. Andererseits bereichert das Model Y die Palette, das ab März an erste Kunden gehen soll. In Shanghai will man die Model-Y-Fertigung 2021 starten. So möchte man 2020 nach eigenen Angaben „deutlich über 500.000 Fahrzeuge“ ausliefern. Dazu sollen dann auch erste Lkw gehören, denn auch der Tesla Semi soll in ersten Exemplaren produziert werden. Die Kapazitäten dafür stehen: Nach eigenen Angaben kann Tesla in Fremont 400.000 Model 3/Y und 90.000 Model S/X produzieren. Dazu kommen 150.000 Model 3 in Shanghai.  Bis Ende 2020 soll Freemont 500.000 Model 3/Y schaffen und auch Shanghai soll noch Zusatzkapazitäten bieten, zu denen Tesla keine Zahlen nannte. Bis Mitte 2020 soll der Produktionshochlauf von Model 3 und Y abgeschlossen sein.

Auch das Supercharger-Netzwerk hat Tesla wieder schneller ausgebaut: Nach einem langsamen Wachstum in Quartal drei 2019 gingen im vierten Quartal dann weltweit wieder 168 neue Supercharger-Stationen ans Netz: Mittlerweile bietet man 1.821 Stationen plus 10 Prozent gegenüber 2018) mit 16.104 Ladepunkten an.

Auch Tesla Energy, das Energieerzeugungs- und -speichergeschäft konnte sich im letzten Quartal erheblich verbessern. Es wurden 530 Megawattstunden Energiespeicher bereitgestellt, darunter die ersten Megapacks und 54 Megawatt Solarstrom. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2019 lagen diese Werte noch bei 229 Megawattstunden und 47 Megawatt. Auch die Produktions- und Installationszahlen der Solardächer seien laut Tesla gestiegen, wobei man auch hier optimierte:  Die Installation der neuen Version sei weniger aufwändig.

Was bedeutet das?

Endlich kann Elon Musk stabil liefern und zwei Gewinnquartale hintereinander ausweisen. Die größten Investitionen sind gestemmt, alle Volumenmodelle eingeführt und das Geschäft normalisiert sich. Tesla ist in der Großserienfertigung angekommen und startet auf einem soliden Niveau ins nächste Jahrzehnt.

 

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