Tesla startet Bau in Grünheide

Tesla will in Grünheide schnell vorankommen und begann mit Rodungsarbeiten, die jedoch vorerst gestoppt wurden.

Schon 2021 will Tesla das Model 3 auch in Grünheide fertigen. | Foto: Tesla
Schon 2021 will Tesla das Model 3 auch in Grünheide fertigen. | Foto: Tesla
Gregor Soller

Bereits am 13.2. begann Tesla mit der Rodung eines 91 Hektar großen Kiefernwaldes am geplanten Standort Grünheide. Stolz twitterte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach den Beginn der Bauarbeiten. Tesla will 2021 mit der Produktion starten und hat auf eigenes Risiko mit den ersten Rodungen begonnen. Zwar hat das Landesamt für Umwelt die Zulassung zur vorzeitigen Rodung erteilt und bauvorbereitende Maßnahmen genehmigt, doch die finale Genehmigung steht noch aus. Heißt: Tesla durfte starten, muss aber mit einer Stilllegung der Aktivitäten rechnen. Zur Kompensation der Rodung und um Forderungen von Naturschützern gerecht zu werden, haben die Amerikaner ein Umweltschutzpaket geschnürt: Die abgeholzten Bäume sollen anderswo durch die Aufforstung der dreifachen Menge an Bäumen mehr als kompensiert werden. Außerdem sollen Nistkästen aufgehängt, Waldameisen-Völker und Reptilien umgesiedelt und Schutzzäune installiert werden. Auch die drängende Frage der Wasserversorgung soll zumindest in der ersten Ausbaustufe in „trockenen Tüchern“ sein. Spannend auch: Das Thema Akkuzellenfertigung soll perspektivisch weiter geplant sein. Das erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei einer Pressekonferenz in Berlin. Ähnliche Pläne haben die Kalifornier aller Wahrscheinlichkeit nach auch für ihr Werk in Fremont.

Auf Antrag der Grünen Liga Brandenburg wurden am 15.2. die Rodungsarbeiten angehalten. Der Stopp gilt, bis über die Beschwerde der Organisation entschieden ist. Der Verein kritisiert in erster Linie, dass das Landesamt für Umwelt vorzeitig die Erlaubnis zur Rodung gegeben hatte, obwohl die vollumfängliche Baugenehmigung für die Fabrik noch fehlt. Der Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach twitterte jetzt, dass sich das Landesumweltamt und Tesla bis Dienstagmittag äußern können.

Was bedeutet das?

Tesla schreitet auch in Deutschland entschlossen voran. Man darf gespannt sein, ob es gelingt, die Fabrik wirklich bis 2021 zum Laufen zu bringen – oder ob die deutsche Bürokratie Elon Musks ehrgeizigen Zeitplan doch noch zu Fall bringt.

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