Tesla schafft im dritten Quartal 2020 Rekordgewinn

Der kalifornische Elektroautospezialist meldet neue Quartals-Rekordwerte bei Profit und Umsatz.

Tesla steuert auf ein neues Rekordjahr zu. | Foto: Bran van Oost/Unsplash
Tesla steuert auf ein neues Rekordjahr zu. | Foto: Bran van Oost/Unsplash
Gregor Soller

Tesla verdient schon seit einigen Quartelen Geld, aber bisher war das immer eher wenig. Doch der jetzt fünfte Quartalsgewinn in Folge hat sich massiv erhöht: Jetzt meldet Tesla 331 Millionen US-Dollar, gut dreimal so viel wie im Vorquartal, wo hier noch 104 Millionen standen. Entsprechend freut sich Elon Musk:

„Das dritte Quartal war das beste in unserer Geschichte“

Mit einem bereinigten EBITDA von umgerechnet 1,8 Milliarden Euro will Tesla eine EBITDA-Marge von 20,6 Prozent erreicht haben und auch im operativen Geschäft liegt die Marge bei 9,2 Prozent. Zum Vergleich: Die „klassische“ Autoindustrie ist teils schon mit fünf bis sieben Prozent zufrieden.

Der Umsatz betrug 8,77 Milliarden Dollar, wovon 7,61 Milliarden Dollar aus dem Auto-Geschäft stammen. Erreicht worden sei diese Marke laut Tesla hauptsächlich durch einen Anstieg der Auslieferungen auf insgesamt 139.300 Fahrzeuge, sowie durch ein Wachstum in anderen Geschäftsbereichen. Wichtig: Neben dem Umsatz stiegen auch die liquiden Mittel im dritten Quartal deutlich –um 5,9 Milliarden auf nun 14,5 Milliarden Dollar. Dazu trug allerdings vor allem die jüngste Kapitalerhöhung von 5 Milliarden Dollar bei. Auch die Produktion stieg auf einen neuen Rekord von 145.036 Autos.

Tesla hat im dritten Quartal schon fast die Auslieferungen des Gesamtjahres 2019 erreicht

So kommt Tesla in den ersten drei Quartalen des Jahres auf knapp 330.000 gebaute und gut 318.000 ausgelieferte Autos und liegt damit nur noch knapp hinter dem 2019 mit 367.500 Autos. Doch für die angepeilte 500.00er-Marke müsste Tesla noch gut 181.000 Autos im vierten Quartal produzieren. Die Kapazitäten seien vorhanden und wurden zuletzt massiv erhöht:

In Fremont kann man jetzt 500.000 statt 400.000 Einheiten der Volumenmodelle Model 3 und Model Y pro Jahr montieren und hat noch nicht die volle Kapazität erreicht. In Shanghai ist die Produktionskapazität von 200.000 auf 250.000 Einheiten des Model 3 pro Jahr gesteigert worden. Mittlerweile wird auch der „Autopilo“ wieder weiterentwickelt. Die Beta-Versionen der „Full-Self-Driving“-Funktion wurde für eine kleine Zahl von Nutzern freigeschaltet. Das System soll aber „extrem langsam und vorsichtig“ arbeiten. Die genauen Funktionen gab Tesla nicht bekannt, aber es könnte sein, dass der Autopilot künftig auch Kreuzungen selbstständig überqueren kann.

In der anschließenden Webkonferenz gab Elon Musk dann einen Ausblick auf den Cybertruck, der in Texas gebaut werden soll, allerdings wieder mit ganz neuer Technik:

„Es hängt von der Fertigstellung dieser Fabrik ab und es gibt einige neue Technologien mit dem Exoskelett mit hoher Härte“

Und er räumt mal wieder ein:

„Dies wurde noch nie zuvor gemacht, daher wird es wahrscheinlich einige Herausforderungen geben.“

Trotzdem plant er auch hier Ende 2021 ersten Auslieferungen, aber keine Serienproduktion: Die dürfte erst 2022 in größeren Stückzahlen hochlaufen. Im Detail soll auch noch Einiges verbessert worden sein. Und da konnte er sich dann seine markigen Sprüche auch nicht ganz verkneifen und erklärte selbstbewusst, dass Tesla mit einem traditionellen Autokonzern „vielleicht zehn Prozent gemeinsam“ habe:

„Sie bauen Teile von Zulieferern zusammen und geben sie an Autohändler weiter. Das ist, als würde man Tesla mit einem Schreiner vergleichen.“

Neben den Autos konnten auch die übrigen Geschäftsbereiche zulegen: Im Solar-Geschäft lag die installierte Leistung im Q3 lag bei 57 MW, und damit um 111 Prozent höher als die 27 MW, die im Q2 installiert wurden. Bei den Energiespeichern wurden 759 MWh aufgebaut, was 81 Prozent mehr ist als in Q2. Bei den Superchargern legten die Werte für die Stationen und Ladepunkte gegenüber dem Q2 um je sieben Prozent zu. Tesla hat jetzt weltweit 2.181 Supercharger-Stationen mit 19.437 Ladepunkten – rund ein Drittel mehr als vor einem Jahr.

Was bedeutet das?

Die Geduld der Investoren scheint sich auszuzahlen: Nach ersten wackeligen Gewinnen schreibt Tesla jetzt seit fünf Quartalen schwarze Zahlen, die jetzt erstmals auch Substanz haben und Tesla das bisher erfolgreichste Geschäftsjahr bringen könnten.
 

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