Tesla plant weiteres US-Werk

Elon Musk plant weiter nach vorn: Bis 2030 soll Tesla jährlich bis zu 20 Millionen Autos produzieren – dafür braucht es weitere Fabriken.

Tesla plant eine weitere Fertigung in den USA. | Foto: G. Soller
Tesla plant eine weitere Fertigung in den USA. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Auf der Tesla-Hauptversammlung wurde in Aussicht gestellt, dass man noch 2022 den Standort für eine weitere Fabrik in Nordamerika beschließen könnte. Zudem hat die Hauptversammlung wie erwartet einen weiteren Aktiensplit im Verhältnis drei zu eins genehmigt. Der Firmenwert ändert sich durch den Aktiensplit nicht – da sich aber der Firmenwert auf deutlich mehr Aktien verteilt, verfügt jede Aktie nur über einen geringeren Anteil am Unternehmen, womit jede einzelne Aktie automatisch weniger wert ist.

In der Produktion habe man laut Elon Musk mittlerweile die Drei-Millionen-Marke geknackt – allein 2022 sollen 1,5 Millionen Tesla produziert werden. Noch 2021 hat Musk die Millionen-Marke mit 936.172 Fahrzeugen knapp verfehlt. Die nötigen Akkukapazitäten habe man sich gesichert. Genauere Andeutungen zum nächsten Standort machte Musk bei der Hauptversammlung allerdings nicht. Insider spekulieren über eine Fertigung an der für Tesla eher absatzstarken US-Ostküste, womit man auf kürzeren Wegen den Westen, die Mitte und den Osten mit je einer Montage bedienen könnte.

Aktuell betreibt Tesla Werke in Fremont, Shanghai, Grünheide und Austin – dazu kommt die Gigafactory 1 in Nevada, wo Akkus und Komponenten, aber keine Autos montiert werden. Rechnet man noch die Gigafactory 2 hinzu, in der vor allem die PV-Dächer der Solarsparte gefertigt werden, wäre die weitere Nordamerika-Fabrik die siebte große Tesla-Fabrik und das fünfte Fahrzeugwerk. Für das Volumen 2030 bräuchte es aber zehn bis zwölf Fabriken weltweit.

Der Produktionsstart des Cybertrucks, der eigentlich schon längst in Austin in Serie gebaut werden sollte, wurde abermals verschoben. Die Produktion starte jetzt noch später als bisher gedacht und die Spezifikationen und vor allem der Preis würden sich deutlich ändern. 2019 kündigte Musk einen Einstiegspreis von 39.900 Dollar für das Basismodell an, seitdem habe sich aber „viel verändert“. Entsprechend soll jetzt in Austin „Mitte nächsten Jahres mit der Produktion in dieser Fabrik“ begonnen werden. Laut Musk werde man „in den nächsten Monaten mit der Installation der Produktionsanlagen, der Werkzeuge und allem anderen beginnen.“ Den neuen Preis nannte er nicht, er dürfte aber deutlich teurer werden als gedacht: Die 39.900 Dollar zielten auf den Ford F-150 Lightning, der aktuell bei 39.947 Dollar vor Steuern startet Musk rechtfertigte sich:

„Ich denke, es gibt keine Möglichkeit, die Inflation, die wir erlebt haben, vorherzusehen.“

Auch beim Ausbau der Supercharger blieb Musk eher diffus: Er kündigte zwar an, dass es dort Neues geben werde, erklärte aber nicht, was. Es könnte sich um die Öffnung der US-Supercharger für andere Marken handeln.

Was bedeutet das?

Musk bleibt ein Ankündiger mit großen Ambitionen – entsprechend vorsichtig sollte man darauf mittlerweile reagieren: Der Cybertruck kommt jetzt deutlich anders hoffentlich Mitte 2023 und deutlich teurer und auch der Lkw Semi steht noch in der Vorserie. Um 2030 wirklich 20 Millionen Autos zu fertigen, braucht es weitere reale (und bezahlbarere) Modelle und Fabriken. Unabhängig davon wären viele Marken schon froh, wenn sie überhaupt das Tesla-Volumen 2022 schaffen würden. Doch Musk ist hier unersättlich…

 

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