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Tesla Model X pariert Audi e-tron

Auto Motor und Sport hat den Audi e-tron dem Tesla Model X gegenübergestellt: Ein Vorsprung durch Technik war leider nicht festzustellen.

Der e-tron feierte in den USA Premiere - ein Wink an Tesla. | Foto: Audi
Der e-tron feierte in den USA Premiere - ein Wink an Tesla. | Foto: Audi
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Gregor Soller

Die Stuttgarter Tester wollten es genau wissen und haben den neuen Audi e-tron dem Tesla Model X gegenübergestellt. Es wurden umfangreiche Reichweiten- und Ladetests durchgeführt. Hier konnte das Model X dem Audi Paroli bieten. Der erster Vergleich ging über die Autobahn, wo beide SUV sich nichts schenkten: Beim Audi mussten anschließend 24,8, beim Tesla 25,0 kWh nachgeladen werden, wobei die Ladeverluste mit eingerechnet wurden. In der Realität haben die Autos rund 15 Prozent weniger verbraucht. Laut Auto Motor und Sport sind auch die Ladeverluste bei sehr ähnlich, was sich auch auf den internen Verbrauch auswirkt: Laut dem Bordcomputer verbrauchte das Model X 21,7 und der e-tron 21,8 kWh auf 100 Kilometer. Das ergibt laut Auto Motor und Sport für den Audi 380, für den Tesla wegen seines größeren Akkus 428 Kilometer Reichweite.

Dazu kam eine 300 Kilometer weite Langstrecke, größtenteils auf Autobahnen, die mit maximal 130 km/h gefahren wurden. Hier lag das Model X mit 27,8 kWh/100 km günstiger als der Audi mit 29,5 kWh/100 km. Das bestätigen die Displays: Der Audi meldet 25,7 kWh/100 km, der Tesla 23,6 kWh. An der Wallbox zog sich der Audi dann 88,5 kWh, der Tesla 83,4. Diesen Verbrauch setzte man dann in Relation zur Lademenge, die man brauchen würde, um einen leer gefahrenen Akku wieder voll zu laden. Leer gefahren wurden die Akkus auf einer geschlossenen Teststrecke. Hier ergaben sich Reisereichweiten von 318 Kilometer beim Audi und 384 Kilometer beim Model X. Dieser Unterschied ist größer als die Akkukapazitäten vermuten lassen: 100 kWh sind es beim Tesla, 95 beim Audi. Die Differenz findet sich in der Reserve, damit die Batterien nicht tiefenentladen werden und Schaden nehmen. Wie viel Reserve der Akku hat, bleibt aber Geheimnis der Hersteller.

Auch Experte Alexander Bloch rechnete nach. Er ging von den Differenzen zwischen Bordcomputer-Verbrauch und nachgeladenen Strommengen und den daraus resultierenden Ladeverlusten aus und errechnete so die Netto-Kapazität der Akkus: So käme der Audi auf 322 und der Tesla auf 393 Kilometer. Doch so groß sind die Unterschiede bei der Batteriekapazität nicht. Auch die Antriebe unterscheiden sich kaum: Beide Autos treiben je zwei starke Asynchronmotoren an. Größer werden die Differenzen  bei den Fahrwiderständen und da vor allem bei der Aerodynamik: Der Tesla bietet einen cW-Wert von 0,24, der Audi schafft 0,28. Außerdem wiegt der Amerikaner rund 100 Kilogramm weniger – und bietet sogar etwas mehr Platz. Was aber daraus resultiert, dass das Model X von Beginn an als E-Auto geplant wurde, während der e-tron bei seiner Entwicklung dann doch große Rücksichten auf den (Verbrenner-) Baukasten nehmen musste.

Dann testete Auto Motor und Sport eine gemischte Runde mit höherem Stadtanteil oder Landstraßenfahrten mit mehr Brems- und Beschleunigungsvorgängen: Hier verbrauchte der Audi trotz Mehrgewicht nicht mehr als der Tesla. Hier kommt den Ingolstädtern zu Gute, dass sie großen Wert auf die Rekuperationsfähigkeit legen. Einen leichten Vorteil hat der Audi beim Schnellladen: Der E-Tron kann an 150-kW-Schnellladesäulen laden, Teslas Supercharger bieten 125 kW. Theoretisch laden also beide Autos für 100 Kilometer Reichweite rund 12 Minuten lang. Der Audi verbraucht mehr, kann das aber schneller nachladen. Und ist um rund 10.000 Euro günstiger.

Was bedeutet das?

Obwohl Teslas Model X viel älter ist als der Audi, kann es dem e-tron in Sachen Reichweite locker Paroli bieten – Vorsprung durch Technik ist das definitiv nicht. Der Grund liegt in en Kompromissen, die Audi (noch) eingehen musste: Während das Model X immer als E-Auto geplant war und sich Tesla viel Mühe mit der Aerodynamik gab, konnte Audi den e-tron nicht auf einem „weißen Blatt Papier“ entwickeln, sondern musste auf vorhandene Strukturen und Komponenten Rücksicht nehmen. Das wird sich ändern, wenn für Audi die neuen Plattformen MEB und PPE voll zur Verfügung stehen. Entsprechend sollte Tesla bei Model S und Model X in absehbarer Zeit nachlegen.

 

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