Tesla Model S mit bis zu 647 Kilometern Reichweite

Tesla pflegt seinen „Methusalem“ im Programm weiter - teils auch mit merklichen Hardware-Optimierungen.

Unter anderem sorgen die neuen, aerodynamisch optimierten Tempest-Räder für den neuen Reichweitenrekord der Long Range Plus-Version. | Foto: Tesla
Unter anderem sorgen die neuen, aerodynamisch optimierten Tempest-Räder für den neuen Reichweitenrekord der Long Range Plus-Version. | Foto: Tesla
Gregor Soller

Optisch wird sich am Model S nicht viel ändern, doch durch diverse kleine technische und softwaretechnische Upgrades soll das Model S in der „Long Range Plus“-Version künftig bis zu 402 Meilen respektive 647 Kilometer Reichweite schaffen, womit auch zügige Autobahnetappen mit 400 bis 500 realen Kilometern drin sein dürften. Dabei griff man wohl teilweise auch in den Rohbau ein, um das Gewicht zu reduzieren.  Dabei übertrug man die Erfahrungen aus Model 3 und zuletzt Model Y auf das Model S. Weitere Kilos sollen die tesla-Ingenieure durch die Standardisierung der hauseigenen Tesla-Sitzfertigung gefunden haben. Außerdem sollen Akkupacks und Antriebseinheiten leichtere Materialien verwendet werden.

Womit wir beim Antrieb wären, den Tesla ebenfalls effizienter ausgelegt hat: Im hinteren AC-Motor ersetzte man die mechanische durch eine elektrische Ölpumpe, welche die Schmierung unabhängig von der Fahrzeuggeschwindigkeit optimiert, um die Reibung zu verringern und dafür weniger Energie benötigt als die Vorgängerversion. Außerdem gab es weitere Verbesserungen des Getriebes am vorderen Synchron-Reluktanzmotor, den das Model S seit längerem mit dem Model 3 und Model Y teilt. Das soll zu einer Erhöhung der Reichweite auf der Autobahn um bis zu zwei Prozent führen. Außerdem optimierte man die Rekuperationsfähigkeit: Die neue Einstellung „Hold“ koppelt die Radbremsen noch stärker an die Generatorfunktion.  So soll sich das Model S auch noch sanfter abbremsen lassen, während der neue Rekuperationsmodus mehr Energie an die Batterie zurückschickt.

Dritter Punkt bleibt die Aerodynamik, die Tesla auf günstigste Art über neue Räder weiter verbessert: “Tempest” heißen die Aero-Räder mit Energiesparreifen, die ebenfalls positiv auf den Luftwiderstandsbeiwert einzahlen sollen. In Verbindung mit den neuen rollwiderstandsoptimierten Reifen sollen auch hier zwei Prozent mehr Gesamtreichweite geholt werden.

Was bedeutet das?

Tesla hält das Model S frisch und dürfte auch das Model X immer wieder weiter optimieren. Die letzten Optimierungen betrafen abermals nicht die Optik, aber viele Details, die allerdings auch in die Hardware einflossen – weshalb ein Model S 2020 mit Tempest-Rädern seinen Vorgängern definitiv wieder ein Quäntchen voraus ist. Gleichzeitig sichert sich Tesla so auch gegen Porsche Taycan und die kommenden elektrischen Luxusstromer von BMW, Jaguar und Mercedes-Benz ab.

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