Tesla Model 3: Im Selbstfahrmodus „mäht das Fahrzeug wahllos Kinder um“

Laut Elon Musk ist die Technologie zum autonomen Fahren bereits in über 100.000 Tesla Fahrzeugen in Nordamerika im Einsatz. Die Organisation The Dawn Project wies nun in einem Experiment nach, dass das System weit weniger fortschrittlich ist, als von Tesla beworben.

Über 100.000 Tesla in Nordamerika sind mit der Full Self Driving Technologie ausgerüstet, die sich in Tests als sehr fehleranfällig erwies.| Foto: Tesla
Über 100.000 Tesla in Nordamerika sind mit der Full Self Driving Technologie ausgerüstet, die sich in Tests als sehr fehleranfällig erwies.| Foto: Tesla
Thomas Kanzler

Tatsächlich sei der von Musk als „unfassbar“ beschriebene Autopilot nicht einmal in der Lage, kleine Kinder auf der Straße zu erkennen, bemängelt die Organisation The Dawn Project. Teslas „Full Self-Driving Beta“-Technologie (FSD) wurde von The Dawn Projekt Ende Juni in einem Experiment mit professionellen Testfahrern auf den Prüfstand gestellt. Dazu wurde eine möglichst lebensnahe Situation simuliert: Ein kleines Kind überquert einen Zebrastreifen. Mit rund 90 Meter Abstand startete ein Tesla Model 3 auf einer Teststrecke und fuhr auf den Zebrasteifen mit den Kinder-Dummys zu. Der Test wurde mit mehrmals mit verschiedenen Geschwindigkeiten wiederholt: mit 38, 40 und 43 km/h. Das Ergebnis war ernüchternd. Die Kinderpuppen wurden kein einziges Mal erkannt, der Tesla Model 3 fegte jede von ihnen von der Straße.

Das Dawn-Projekt wurde von Dan O'Dowd gegründet, einem weltweit führenden Experten für die Entwicklung von Software, die niemals ausfällt und nicht gehackt werden kann. Dans Erfahrung bei der Entwicklung der sichersten Betriebssysteme der Welt unter anderem für die Nasa und die amerikanische Luftwaffe veranlasste ihn zur Gründung des Dawn-Projekts, das sich zum Ziel gesetzt hat, Computer für die Menschheit wirklich sicher zu machen.

Dan O´Dowd veröffentlichte ein Video mit dem Experiment aus mehreren Perspektiven und in Zeitlupe. Laut o´Dowd sollten selbstfahrende Fahrzeuge verboten werden:

„Bis Elon Musk beweist, dass sie keine Kinder ummähen.“

Elon Musk wurde schon wiederholt für die FSD-Technologie der Tesla Modelle kritisiert. Nun rechnen Verkehrsexperten nach der in ihren Augen voreiligen Zulassung autonomer Fahrzeuge mit einem sprunghaften Anstieg der Unfälle. Besonders heikel: die US-Kraftfahrzeugbehörde NHTSA berichtete, dass Tesla E-Autos bei Unfällen kurz vor dem Aufprall den Autopiloten ausschalten. Somit würden diese Unfälle in der Statistik nicht als Unfälle mit Selbstfahrfunktion erscheinen.

Was bedeutet das?

Das autonome Fahren funktioniert einfach noch nicht sicher. Wenn sich der Bericht der NHTSA bestätigen sollte, droht Tesla ein „Full Self Driving Gate!

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